Archiv: April, 2012
Apr 28, 2012 - Bremen, Rezepte    Kein Kommentar

Der doppelte Pinkel

Im gar­ten­ei­ge­nen Ofen räu­chert mein Couchsurfing-Gastgeber Tors­ten Forel­len und Lachs.

Die Zeit für Kohl und Pin­kel ist vor­bei; spä­tes­tens Ende März kommt die­ses Win­ter­ge­richt in Nord­deutsch­land letzt­mals auf die Tel­ler. Eigent­lich. Und so dürfte an die­ser Stelle auch kein Rezept für Kohl und Pin­kel ste­hen. Eigent­lich. Tat­säch­lich aber kann ich gleich mit zwei Rezep­ten für das Tra­di­ti­ons­ge­richt auf­war­ten. Warum? Hierzu ein Erklä­rungs­ver­such in zwei Akten.

Rezept Num­mer eins ist die klas­si­sche Zube­rei­tung für Kohl und Pin­kel — und pas­sen­der­weise komme ich daran auf klas­si­schem Wege. Denn wie so oft auf mei­ner Reise frage ich vor mei­nem Besuch in Bre­men bei Lokal­zei­tung, regio­na­lem TV-Sender und Tou­ris­mus­büro an, ob sie nicht einen geeig­ne­ten Gesprächs­part­ner für mich wüss­ten. Der Tipp kommt dies­mal von Radio Bre­men: Hen­ning Lühr, im Haupt­be­ruf Staats­rat für Finan­zen in der Han­se­stadt, ist lei­den­schaft­li­cher Hob­by­koch und hat sogar ein Buch über Kohl und Pin­kel veröffentlicht.

Drei Tage spä­ter emp­fängt mich Lühr in sei­ner schnie­ken Alt­bau­woh­nung in der Bre­mer Innen­stadt. Soeben hat er im Weser­sta­dion mit anse­hen müs­sen, wie eine B-Elf des FC Bay­ern seine Bre­mer 2:1 besiegt hat — den­noch tritt er dem Gast aus Mün­chen aus­ge­spro­chen freund­lich gegen­über. Fast eine Stunde plau­dern wir über Kohl und Pin­kel, die Tra­di­tion der Kohl-und-Pinkel-Fahrten sowie sein Buch, das nicht nur reich­lich Infor­ma­tio­nen rund um Grün­kohl ent­hält, son­dern auch 50 Rezepte aus 27 Län­dern. Dar­un­ter natür­lich auch die Bre­mer Vari­ante, wo der Grün­kohl wegen sei­ner Farbe Braun­kohl heißt. Ach ja, für alle Süd­deut­schen: Pin­kel ist übri­gens eine geräu­cherte Grütz­wurst, also Bauch­speck vom Schwein mit Hafer­grütze, Zwie­beln und Gewür­zen im Darm — das hätte ich schon frü­her erwäh­nen sollen.

Doch kom­men wir zu Geschichte und Rezept Num­mer zwei — jenen Kohl & Pin­kel, den ich trotz mei­nes zu spä­ten Besuchs noch selbst pro­bie­ren darf.

Wie bis­lang fast immer auf mei­ner Deutsch­land­tour komme ich auch in Bre­men bei Couch­sur­fern unter. Über die Vor­teile die­ser Art des Rei­sens habe ich in mei­nem Blog aus­gie­big berich­tet. Doch Kers­tin und Tors­ten Peters, meine Gast­ge­ber in Bre­men, sind sogar für Couchsurfing-Maßstäbe außer­ge­wöhn­lich gast­freund­lich. So habe ich nach mei­ner Ankunft kaum den Ruck­sack abge­streift, da steht auch schon ein damp­fen­der Topf mit Grün­kohl auf dem Tisch, dane­ben eine mäch­tige Platte mit getürm­ten Kas­s­ler, Pin­kel– und Kohl­würs­ten sowie Kar­tof­feln. „Kers­tin hat tat­säch­lich noch alle Zuta­ten bekom­men“, sagt der gelernte Koch Tors­ten, des­sen Liebe zum Essen es mit der mei­ni­gen auf­neh­men kann. „Das ist Kohl und Pin­kel auf Peters’sche Art.“

Seine letz­ten Worte gehen in mei­nen ani­ma­li­schen Lau­ten der Begeis­te­rung unter. Oder zumin­dest wür­den sie das, hätte nicht ein was­ser­fall­ar­ti­ger Spei­chel­fluss mir das Spre­chen unmög­lich gemacht. Aus­ge­zehrt von der Reise schau­fele ich Fleisch, Würste, Kar­tof­feln und Kohl in mei­nen Mund, spüle es mit einem Bre­mer Hermelinger-Bier hin­un­ter und fühle mich im sieb­ten Kalo­ri­en­him­mel. Ver­weile Geschmack, du bist so schön!

Doch es kommt noch bes­ser: Nach die­sem Fest­mahl fol­gen drei herr­lich ent­spannte Tage in dem idyl­li­schen Schre­ber­gar­ten­häus­chen im Bre­mer Wes­ten. Tors­ten räu­chert Forel­len und Lachs im eige­nen Ofen, Freunde kom­men vor­bei, und wir sit­zen bis abends im Gar­ten zusam­men. Tags dar­auf schwinge ich den Koch­löf­fel und setzte mei­nen Gast­ge­bern eine Hähn­chen­pfanne mit Cous­cous vor. Zuvor führt mich Tors­ten durch die Bre­mer Alt­stadt und zeigt mir eine Reihe von Sehens­wür­dig­kei­ten — von Dom bis Stadt­mu­si­kan­ten, vom alten Gän­ge­vier­tel Schnoor bis zur präch­ti­gen Böttcherstraße.

Doch so beein­dru­ckend diese Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen auch sind — für mich wird Bre­men immer etwas ande­res blei­ben: der Gedanke an das Häus­chen im Grü­nen, an den Abend am Lager­feuer mit einem küh­len Her­me­lin­ger in der Hand, an die gren­zen­lose Gast­freund­schaft von Kers­tin und Tors­ten — und natür­lich an Kohl & Pin­kel auf Peters’sche Art.

 

Zum Nach­ko­chen (11): Bre­mer Braun­kohl mit Pinkel

(Das Rezept stammt aus dem Buch Inter­na­tio­na­les Grün­kohl Koch­buch von Hen­ning Lühr und Jan Jan­ning. Ich ver­öf­fent­li­che es hier mit der freund­li­chen Geneh­mi­gung von Hen­ning Lühr)

Zuta­ten:

  • 3 Kilo Braun­kohl (0,5 Kilo ist der Richt­wert für gute Esser)
  • 1 Kilo Kartoffeln
  • 40 Gramm Schweineschmalz
  • 6 Kohl­würste
  • 7 Pin­kel­würste
  • 800 Gramm Schweinespeck
  • 800 Gramm Kassler
  • 40 Gramm Hafergrütze
  • 5 Zwie­beln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz, Pfef­fer, Piment

Zube­rei­tung:

  1. Kohl put­zen, waschen, abtrop­fen lassen
  2. Schwei­ne­schmalz in gro­ßem Topf erhit­zen. Zwie­beln hacken und im Schmalz dünsten
  3. Etwas Was­ser beige­ben. Braun­kohl in vier Etap­pen hin­zu­ge­ben und einkochen
  4. Hafer­grütze im hei­ßen Was­ser auf­quel­len las­sen und dem Braun­kohl zuge­ben. Eine Pin­kel­wurst ent­häu­ten und mit dem Kohl garen
  5. Schwei­nes­peck in Topf geben, und Braun­kohl rund zwei Stun­den bei mitt­le­rer Hitze köcheln
  6. Eine Mes­ser­spitze Piment sowie zwei aus­ge­drückte Knob­lauch­ze­hen zugeben
  7. Etwa eine Stunde vor dem Ser­vie­ren Würste und Kas­s­ler auf den Kohl legen und bei geschlos­se­nem Topf garen
  8. Kar­tof­feln wahl­weise als Brat­kar­tof­feln mit Speck und Zwie­beln, Koch­kar­tof­feln oder kara­mel­li­sierte (Brat-)Kartoffeln zube­rei­ten und zum def­ti­gen Koh­les­sen servieren.

Guten Appe­tit!

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Das „Inter­na­tio­nale Grün­kohl Koch­buch“ umfasst 50 Rezepte aus 27 Ländern

 

Zum Nach­ko­chen (12): Kohl und Pin­kel auf Peters’sche Art

(Tors­ten: „Das Rich­tige, wenn es schnell und ein­fach gehen soll — und es kei­nen fri­schen Grün­kohl gibt“)

Zuta­ten:

  • Grie­ben­schmalz
  • Zwie­beln
  • Grün­kohl aus dem Glas (vor­ge­gart, nicht küchenfertig)
  • Kas­s­ler­na­cken
  • Pin­kel­würste
  • Kohl­würste
  • Geräu­cher­ter Schweinebauch
  • Pfef­fer, Piment
  • Kar­tof­feln

Zube­rei­tung:

  1. Zwie­beln mit Grie­ben­schmalz in einem Topf gla­sig schwitzen
  2. Kohl aus dem Glas mit dem Kohl­was­ser hinzugeben
  3. Kas­s­ler, Würste und Schwei­ne­bauch auf den Kohl legen, sodass alles im Kohl­was­ser liegt
  4. Bei mitt­le­rer Hitze zwei Stun­den köcheln lassen
  5. Fleisch aus dem Topf neh­men und auf einer Platte anrich­ten; zwei Pin­kel ent­häu­ten und unter den Kohl rühren
  6. Mit Pfef­fer und Piment abschmecken
  7. Kohl mit dem Fleisch und Salz­kar­tof­feln servieren

Guten Appe­tit!

Kohl und Pin­kel nach Peters’scher Art.

Begegnungen in der Diaspora

Die schöns­ten Begeg­nun­gen mei­ner Reise sind jene, die so unver­hofft daher­kom­men wie ein ver­ges­se­ner Euro­schein, der vor dem Wasch­gang aus der Hosen­ten­ta­sche flat­tert. So etwa mein Auf­ein­an­der­tref­fen mit Mario Samm­ler. Der Leh­rer, Wein– und Whis­ky­händ­ler gabelte mich an einer Auto­bahn­aus­fahrt nahe Neu­bran­den­burg auf. Eigent­lich wollte ich an die­sem nass­kal­ten Tag nur noch in die Pen­sion, ins warme Bett, aus­ru­hen — doch dann lud mich Mario in seine Whisky-Lounge ein und bescherte mir ein unver­gess­li­ches Erlebnis.

Von der Begeg­nung mit dem „hin­ter­wäld­le­ri­schen Ossi“ in der Dia­spora habe ich bereits in mei­nem Blog berich­tet. Nun habe ich Mario und sei­ner Whisky-Lounge auch meine jüngste Kolumne im Münch­ner Mer­kur gewid­met. (Lesehin­weis: Am bes­ten auf das Bild kli­cken, um zum Arti­kel zu gelan­gen — und dann erneut dar­auf kli­cken, um ihn zu vergrößern.)

Apr 25, 2012 - Hamburg, Interview    Kein Kommentar

Interviews im Dutzend (1): Eppendorfer Grillstation

In der Eppen­dor­fer Grill­sta­tion wird die TV-Serie „Ditt­sche“ gedreht.

Auf den ers­ten Blick ist es ein ganz nor­ma­ler Imbiss. Viel­leicht etwas sau­be­rer als die Otto-Normal-Bude in Ham­burg, viel­leicht etwas bes­ser besucht. Doch dann betritt ein jun­ger Mann im Bade­man­tel den Raum, pos­tiert sich an der Bar, ordert ein Bier, setzt an, „Das perlt!“ — und der kichernde Kol­lege hält mit der Kamera drauf.

Will­kom­men in der Eppen­dor­fer Grill­sta­tion. Will­kom­men in dem Ham­bur­ger Imbiss, der an knapp zwei Dut­zend Sonn­ta­gen im Jahr als Kulisse dient für die TV-Sendung „Ditt­sche“ mit Olli Dittrich. Seit 2005 betreibt Oli­ver Kam­me­rer die Grill­sta­tion; ebenso lange dabei ist sein Freund und Kol­lege Mar­kus Ex. Mit ihm habe ich mich unter­hal­ten über die deut­sche Imbiss­kul­tur, den Fak­tor Ditt­sche und allzu pein­li­che Fans.

Frei­tag­mit­tag, kurz nach 14 Uhr. Der ganz große Andrang ist vor­über, doch noch immer tröp­feln die Hung­ri­gen in die Eppen­dor­fer Grill­sta­tion und ordern Würste, Frit­tier­tes, Rot­wei­ßes — exakt von jener Stelle, wo an Dreh­ta­gen „Ditt­sche“ seine Comedy-Späßchen treibt. Mar­kus Ex ist allein, eilt von der Kam­mer in die Küche, lupft Frit­ten aus der Frit­teuse, nimmt Bestel­lun­gen ent­ge­gen, zer­sä­belt Würste, kas­siert, scherzt mit den Stamm­gäs­ten — und beant­wor­tet neben­bei die Fra­gen des hin­ter­he­rei­len­den Repor­ters. Los geht’s — ein Dutzend-Interview im Frittendunst.

1. Wel­ches Gericht sollte jeder deut­sche Imbiss auf der Karte haben?

Mar­kus Ex: Curry-Pommes.

2. Wel­ches Gericht auf eurer Karte wird am meis­ten unterschätzt?

Ex: Das Bau­er­nome­lette mit Kar­tof­feln, Speck und Zwiebeln.

Schon bei Frage zwei kommt  Ex ins Grü­beln, blickt ver­stoh­len auf die Spei­se­karte über den Frit­teu­sen. Aber dem Lachen nach zu urtei­len macht es ihm Spaß. Oder sind Imbiss­bu­den­ver­käu­fer qua Beruf Frohnaturen?

3. Ist „Ditt­sche“ für euch Fluch oder Segen?

Jetzt grinst Ex, nein er lacht. Und über­legt. Klar ist: Diese Ant­wort wird nur die halbe Wahr­heit sein.

Ex: Eher Segen, würde ich sagen. Ja: Segen, auf jeden Fall. „Ditt­sche“ ist für uns als kos­ten­lose Wer­bung unbe­zahl­bar. Aber natür­lich dür­fen wir uns dar­auf nicht aus­ru­hen, denn irgend­wann wird es die Sen­dung nicht mehr geben.

4. Wie häu­fig sehen Sie sich „Ditt­sche“ im Fern­se­hen an?

Ex: Am Anfang habe ich das häu­fi­ger geschaut. Aber inzwi­schen fast gar nicht mehr.

5. Wie häu­fig essen Sie selbst hier?

Ex: Schon ab und zu. Ich habe hin­ter der Theke meis­tens was ste­hen, und dann nasche ich davon. Ein paar Pom­mes oder so.

6. Wie oft kom­men Ihre treu­es­ten Stamm­kun­den in die Grillstation?

Ex: Da hin­ten sit­zen Ingrid und Rolf. Die sind jeden Tag da. Rolf beginnt mit Kakao oder Spezi und geht dann zum Bier über — Hols­ten Edel. Ingrid trinkt Weißwein.

Blick in die Ecke. Das ist also Rolf, der in etli­chen Zei­tungs­ar­ti­keln zur Grill­sta­tion als Prot­ago­nist her­hal­ten muss. Nach dem Motto: Hier ist ein ech­ter Stamm­gast — im Gegen­satz zu den „Dittsche“-Touris. Ingrid winkt uns zu, ordert noch einen Wein. Spä­ter wer­den wir uns über Mün­chen und den Eng­li­schen Gar­ten unter­hal­ten. Sehr nett. Doch zurück hin­ter die Theke…

7. Wel­ches Getränk gehört hier in die Eppen­dor­fer Grillstation?

Ex: Da sag ich mal fritz-kola.

Ähem, und… Bier?

8. Was war das Pein­lichste, was ein „Dittsche“-Tourist hier ange­stellt hat?

Ex: Ein­mal war ein Mann bei uns. Der hat sei­ner Toch­ter einen Bade­man­tel ange­zo­gen, dann musste sie hier rein­kom­men und ein Bier bestel­len. Und er hat das Ganze mit der Kamera gefilmt! Vor allem der Toch­ter war das ziem­lich peinlich…

Ach herr­lich, was eine Geschichte! So etwas lässt das Jour­na­lis­ten­herz höher schlagen.

… aber das ist wirk­lich die Aus­nahme. 99 Pro­zent unse­rer Gäste — auch der „Dittsche“-Fans — sind nett und freundlich.

Klar, das musste er jetzt sagen. Hätte ich an sei­ner Stelle auch getan…

9. Wie erkenne ich eine gute Imbiss­bude auf den ers­ten Blick?

Ex: Man sagt ja: So wie es auf der Toi­lette aus­sieht, so sieht es auch im Rest der Bude aus — und bis zu einem gewis­sen Grad stimmt das auch. Sau­ber­keit ist sehr wich­tig für den ers­ten Ein­druck. Wenn Oli und ich als Pommes-Tester für Kabel1 unter­wegs sind, schauen wir außer­dem immer in die Frit­teuse. Das Fett muss regel­mä­ßig gewech­selt wer­den. Als Grund­re­gel gilt: Man sollte durch das Fett den Boden der Frit­teuse erkennen.

Pein­lich, pein­lich, das mit den Pommes-Testern bei Kabel 1 ist mir völ­lig neu. Hätte ich wis­sen müs­sen! Zum Glück ist er dar­auf zu spre­chen gekom­men — und das gar nicht prot­zig, son­dern zurück­hal­tend, in einem Halb­satz. Sehr sympathisch.

10. Wel­ches Gericht schmeckt in der Grill­sta­tion beson­ders gut?

Ex: Da nehme ich unser Grill-Hähnchen. Das ist ja auch so etwas wie unser Aus­hän­ge­schild. Das pro­bie­ren Sie nach­her auch! Ein gutes Grill-Hähnchen muss gold­gelb und knusp­rig sein. Und natür­lich frisch!

11. Was bestellt Olli Dittrich immer, wenn er hier isst?

Ex: Per­sön­lich habe ich Olli Dittrich nie ken­nen­ge­lernt. Aber ein Mal war er hier, und da hat er einen Hal­ven Hahn gegessen.

12. Macht eine Imbiss­bude glück­lich oder reich?

Ex: Eher glück­lich. Das Arbei­ten hier macht Spaß. Natür­lich ist es nicht mein abso­lu­ter Traum-Job. Aber man hat viel zu tun, und es gibt Stamm­gäste, die schon seit Ewig­kei­ten kom­men, und mit denen man sich über alles und jedes unter­hält. Für die ist man fast schon ein biss­chen Psychologe.

Na, das ist doch ein schö­nes und ehr­li­ches Schluss­wort. Ich schließe mei­nen Block und will zum prak­ti­schen Teil mei­nes Besuchs über­ge­hen — sprich: das Hähn­chen -, da steht plötz­lich eine alte Frau am Tre­sen. „Mar­kus, ich wollte nur kurz sagen, dass es uns bei­den ges­tern her­vor­ra­gend geschmeckt hat.“ Sie nickt nach drau­ßen, wo ein älte­rer Herr auf einem Rol­la­tor lehnt und winkt. Spä­ter wird mir Mar­kus Ex erzäh­len, dass die bei­den über 90 sind und trotz­dem noch mehr­mals die Woche zum Essen in die Grill­sta­tion kommen.

Welch Finale! Die alte Frau und die Pom­mes­bude: Das klingt fast schon nach Fern­seh­stoff. So hätte das nicht mal „Ditt­sche“ hinbekommen.

Markus Ex arbeitet seit 2005 in der Grill-Station.

Mar­kus Ex arbei­tet seit 2005 in der Grillstation.

Zum Nachkochen (10): Schnüsch

Fri­sches Gemüse in Milch auf Kar­tof­feln mit Peter­si­lie: Das ist Schnüsch — und sehr lecker.

Über meine aben­teu­er­li­che Suche nach Schnüsch habe ich bereits berich­tet - nun soll es wie ver­spro­chen um das Gericht gehen. Und das ist eines nach mei­nem Geschmack: ein­fach zu kochen, mit weni­gen fri­schen Zutaten.

Das  Rezept habe ich von Gre­gori Dra­cke, den ebenso fach­kun­di­gen wie her­zens­gu­ten Wirt des Alten Kirch­krugs in Groß­solt, einem 1800-Seelen-Nest in Deutsch­lands äußers­tem Nor­den zwi­schen Schles­wig und Flens­burg. Dort habe ich Schnüsch zusam­men mit Gre­gori gekocht, auch wenn er mir mehr­fach ver­si­chert hat, dass eigent­lich noch nicht die Sai­son dafür sei. Denn Schnüsch lebt von der Fri­sche des Gemü­ses, ist also ein typi­sches Sommeressen.

Bleibt die Frage nach dem klin­gen­den Namen des Gerichts, das wahl­weise Schnüsch oder Schnüüsch geschrie­ben wird und in Däne­mark auch als Snysk bekannt ist. Hier musste auch Gre­gori pas­sen, obwohl er selbst in einem Gast­hof in der Region auf­ge­wach­sen ist. „Ist halt Schnüsch“, meinte er lachend. Genau! — und oben­drein  sehr, sehr lecker.

Zuta­ten:

  • 250 Gramm Kartoffeln
  • 250 Gramm Karotten
  • 250 Gramm dicke Boh­nen (Pferdebohnen)
  • 250 Gramm Kohlrabi
  • 250 Gramm grüne Bohnen
  • 250 Gramm  Erbsen
  • 1 Liter Milch
  • 50 Gramm Butter
  • fri­sche Petersilie
  • Salz, Zucker, Muskat

Zube­rei­tung:

  1. Kar­tof­feln schä­len und kochen
  2. Pfer­de­boh­nen, Kohl­rabi und grüne Boh­nen sepa­rat in wenig Salz­was­ser kochen, dazu eine Prise Mukat geben
  3. Erb­sen in wenig Was­ser mit etwas Salz und reich­lich Zucker kochen
  4. Das Erb­sen­was­ser abgie­ßen und darin die Karot­ten kochen. Anschlie­ßend das Was­ser wie­der abgie­ßen und aufheben
  5. Milch in einem gro­ßen Topf erhit­zen — aber Vor­sicht: Sie darf nicht kochen
  6. Alles Gemüse bis auf die Kar­tof­feln in die Milch und etwa 20–30 Minu­ten garen las­sen (nicht kochen!)
  7. Abschme­cken mit dem Was­ser der Erb­sen & Karot­ten - in der Regel braucht es keine zusätz­li­chen Gewürze mehr
  8. Die But­ter im Schnüsch zer­flie­ßen lassen

Ser­vie­ren:

  • Kar­tof­feln in einem tie­fen Tel­ler anrich­ten, dar­über Schnüsch und reich­lich fri­sche Petersilie
  • Tra­di­tio­nell gibt es zu Schnüsch rohen Katen­schin­ken. Alter­na­tiv eig­net sich auch Mat­jes oder sonst (k)eine Beilage

Guten Appe­tit!

Apr 22, 2012 - Schleswig-Holstein    2 Kommentare

Von Schnüsch und guten Menschen

Wirt Gre­gori Dra­cke kre­denzt im Alten Kirch­krug in Groß­solt ein zau­ber­haf­tes Schnüsch.

 

Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen.

Diese Zeile von Erich Käs­t­ner schwirrt durch mei­nen Kopf, wäh­rend ich satt und zufrie­den im War­men sitze. Eigent­lich müsste ich hung­rig und frie­rend in der Kälte umher­ir­ren. Doch heute ist wie­der so ein Tag mei­ner Reise, an dem sich ein Gedanke auf­drängt wie die Tep­pich­händ­ler in Istan­bul: Der Mensch ist gut.

Am Anfang der Geschichte steht dabei Schnüsch, das nicht nur wegen sei­nes flau­schi­gen Namens weit oben auf mei­ner Spei­se­karte ran­giert. Die­ser Gemüse-Milch-Eintopf gilt als Natio­nal­ge­richt der Region Angeln im Nord­os­ten Schleswig-Holsteins. Indes: An Schnüsch her­an­zu­kom­men, gestal­tet sich äußerst schwie­rig. So klap­pere ich zig Restau­rants ab, frage bei Lokal­zei­tung und Tou­ris­mus­büro an — alles ohne Erfolg.

In mei­ner Not wende ich mich an den Hei­mat­ver­ein Angeln und treffe dort auf eine betagte, aber rüs­tige Dame, die zufäl­lig vor­ort ist. Schnüsch? Da müsse ich beim Alten Kirch­krug in Groß­solt anfra­gen, rät sie mir.

Ach ja, Groß­solt…“, mur­mele ich schein­hei­lig, um mein Unwis­sen zu kaschie­ren. Her­nach auf der Karte finde ich den Ort erst im drit­ten Anlauf: ein 1800-Einwohner-Nest im Nie­mands­land zwi­schen Flens­burg und Schles­wig. Und aus­ge­rech­net dort soll ich fün­dig wer­den? Im Inter­net suche ich den Alten Kirch­krug bei Google — Fehl­an­zeige. Nicht ein­mal eine eigene Web­seite hat der Gast­hof, geschweige denn gibt es Kri­ti­ken bei den ein­schlä­gi­gen Por­ta­len. Nach lan­gem Zögern greife ich den­noch zum Tele­fon; ein unin­spi­rier­tes Fünf-Minuten-Gespräch spä­ter ist der Ter­min ver­ein­bart. Doch die Zwei­fel, sie bleiben.

Zwei Tage danach sitze ich im Regio­nal­bus von Flens­burg und pas­siere Ort­schaf­ten, deren Namen so eigen­tüm­lich klin­gen wie die Pro­dukte von Ikea: Tas­trup­feld, Klein­wols­trup, Kol­lerup. Im Handy stelle ich den Wecker auf 18.45 Uhr, denn um kurz nach sie­ben soll mich der Bus zurück nach Schles­wig brin­gen. Es ist die letzte Ver­bin­dung an die­sem Tag — aber dazu spä­ter mehr.

In Groß­solt ange­kom­men, wan­dere ich ent­lang der men­schen­lee­ren Haupt­straße zum Alten Kirch­krug, ein herr­li­ches Land­haus und Dorf­gast­hof im bes­ten Sinne. Zwei Minu­ten spä­ter sitze ich Wirt Gre­gori Dra­cke gegen­über; wie­derum zwei Minu­ten spä­ter sind wir beim Du und plau­dern so ange­regt, als wür­den wir uns seit Jah­ren kennen.

Noch ein­mal: Höchs­tens fünf Minu­ten hatte ich mit Gre­gori tele­fo­niert, ihm etwas vor­ge­stot­tert von „Buch­pro­jekt“, „lan­des­ty­pi­sche Gerichte“ und „Schnüsch“.  Trotz­dem lädt er mich ein, opfert seine Zeit und steht gedul­dig Rede und Ant­wort. Mehr noch: Nach einer hal­ben Stunde bit­tet mich Gre­gori in die Küche, wo mir vor Stau­nen die Kinn­lade auf Bauch­na­bel­höhe rutscht. Denn dort war­tet ein hal­bes Dut­zend Schüs­seln mit Boh­nen, Erb­sen, Karot­ten, Kohl­rabi, Kar­tof­feln und Peter­si­lie, dazu Milch — also alle Zuta­ten für Schnüsch. „Ich habe ein biss­chen was vor­be­rei­tet.“ Gre­gori grinst. „Wir kön­nen doch nicht nur über Schnüsch reden. Du musst es auch kochen und probieren!“

Es folgt eine halbe Stunde, in der ich stau­nend ver­folge, wie Gre­gori Schnüsch kocht. Und neben­bei eine Scholle brut­zelt — schließ­lich sit­zen im Gast­hof hung­rige Gäste. Und neben­bei seine Lehr­linge anlei­tet. Und neben­bei mit Ihnen flachst. Und neben­bei mir Koch­tipps gibt. Und neben­bei eine Soße anrührt. Und neben­bei das Schnüsch abschmeckt. Und neben­bei eine Anek­dote nach der ande­ren erzählt. Und all das mit einer Gelas­sen­heit, als müsste er nur zwei But­ter­stul­len schmieren.

Kurz dar­auf sit­zen wir im Spei­se­saal; Gre­go­ris Frau leis­tet uns für einen Tel­ler Schnüsch Gesell­schaft, wenig spä­ter der Sohn. Das Rezept hat der Wirt übri­gens von sei­ner Oma: „Als Kin­der haben wir im Som­mer keine Ruhe gege­ben, bis sie das für uns gekocht hat. Dann hat Oma das Gemüse mor­gens frisch aus dem Gar­ten geholt, und mit­tags gab es Schnüsch.“

Schnell kom­men wir zu einem Thema, das ich auf mei­ner Reise fast über­all antreffe: „Viele Jun­gen ken­nen so etwas wie Schnüsch gar nicht mehr. Das sind ein­fa­che Rezepte, aber unglaub­lich lecker“, sagt Gre­gori. „Da geht viel ver­lo­ren, die Geschmacks­ner­ven ver­küm­mern. Statt­des­sen ren­nen alle zur gol­de­nen Möwe…“

Ich nicke zustim­mend — und bin mit mei­nen Gedan­ken doch ganz bei die­sem Gedicht von einem Gericht, das vor mir in der Schüs­sel dampft. Das Schnüsch auf Kar­tof­feln mit Katen­schin­ken schmeckt so der­ma­ßen frisch, gesund und lecker, dass ich nur mit Mühe obs­zöne Laute der Begeis­te­rung unter­drü­cke (Das Oma-Rezept werde ich die kom­men­den Tage hier veröffentlichen).

Erst nach dem zwei­ten Tel­ler bin ich auch geis­tig wie­der bei Gre­gori. Inzwi­schen erzählt er von sei­nem Kräu­ter­gar­ten, den er mir danach ebenso zeigt wie seine Kak­te­en­samm­lung und die uri­gen Fest­säle des Gast­hofs. Als ich mich schwe­ren Her­zens von Gre­gori, sei­ner Frau und dem Schnüsch-Topf ver­ab­schiede, kann ich kaum glau­ben, dass mir in so kur­zer Zeit so viel Gutes wider­fah­ren ist — denn noch hat der Wecker nicht geklingelt.

Den gemü­si­gen Geschmack des Schnüschs auf den Lip­pen schlen­dere ich ver­gnügt in Rich­tung Bus­hal­te­stelle, zücke mein Handy — und lasse es vor Schreck fast fal­len. Denn auf dem Dis­play leuch­ten mir die Zah­len 19:21 ent­ge­gen. Ein Blick auf den Wecker schafft Gewiss­heit: Aus Ver­se­hen… nein: aus unsag­ba­rer Dumm­heit habe ich mich um eine Stunde vertan.

Panisch eile ich zur Bus­hal­te­stelle, stu­diere den Fahr­plan und finde die nächste Ver­bin­dung — um 5.31 Uhr des nächs­ten Mor­gens. Ob sonst ein Gefährt zu die­ser vor­ge­rück­ten Stunde — es ist doch erst halb acht! — in Groß­solt oder Umge­bung ver­kehrt? Wie­der greife ich zum Handy, und wie­der will ich es spon­tan als Beiß­holz miss­brau­chen. Denn hier auf dem Land bekomme ich keine Ver­bin­dung zum Inter­net. Was also tun?

Ver­zwei­felt wähle ich die Num­mer von Felix, mei­nem Couchsurfing-Gastgeber in Schles­wig. Weiß er Rat? „Ich komme dich ein­fach abho­len.“ Wie­der sackt mein Kinn gen Boden ob so viel Hilfs­be­reit­schaft. Denn Felix hat mich tags zuvor bereits auf eine Sight­see­ing­tour durch Schles­wig genom­men. Und weil er im Inter­net von mei­nen Schnüsch-Plänen gele­sen hat, oben­drein alle Zuta­ten besorgt, sodass wir das Gericht am Abend kochen konn­ten (Am Rande bemerkt: Es war lecker, aber bei­leibe nicht so deli­kat wie Gre­go­ris Variante).

Nun also steigt Felix nach einem lan­gen Arbeits­tag in sein Auto und kurvt eine halbe Stunde durch die schleswig-holsteinische Pro­vinz — nur um einen ver­irr­ten Träu­mer auf­zu­ga­beln, des­sen Intel­lekt an der Kom­ple­xi­tät einer Digi­tal­uhr schei­tert. Und als ich Felix zuhause über­schwäng­lich dan­ken will, winkt er ab, drückt mir ein küh­les Pils in die Hand und knippst den Fern­se­her an — schließ­lich kämen heute doch die Champions-League-Bayern, und als Münch­ner wolle ich das sicher nicht verpassen…

Klingt ver­rückt? Ja! Vor allem wenn man weiß, dass Gre­gori und Felix nur zwei in einer gan­zen Reihe von Men­schen sind, die mir auf mei­ner Reise ihre Hilfe, ihre Zeit, ihre Rezepte, ihr Essen, ihren Rat, ihre Couch als Schlaf­platz oder ihren Bei­fah­rer­sitz zum Wei­ter­kom­men ange­bo­ten haben.

Und wäh­rend Ribéry und Ronaldo der Kugel hin­ter­her­ja­gen, muss ich an den Rat­schlag von Asif den­ken, der mich am ers­ten Rei­se­tag in Mün­chen auf­ge­le­sen hat: „Trage Liebe im Her­zen, dann wirst du Liebe ernten.“

Nun mag das schon sein — und ist doch nicht aus­rei­chend als Erklä­rung. Denn ers­tens wäre nach die­ser Rech­nung mein Ver­hält­nis von Aus­ga­ben zu Ein­nah­men in einem so kras­sen Ungleich­ge­wicht, dass es selbst Josef Acker­mann die Scha­mes­röte ins Gesicht triebe. Und zwei­tens trage ich der­zeit eher weni­ger im Her­zen — son­dern reich­lich im Magen. Es muss da also noch etwas ande­res sein.

Viel­leicht ja dies: Der Mensch ist gut. 

Fri­sches Gemüse, Milch und Peter­si­lie auf Kar­tof­feln: Das ist Schnüsch — und sehr lecker.

Die Qual mit dem Wal

Wenn sich irgend­wann in einem Schrei­ber­le­ben ein­mal die Mög­lich­keit bie­tet, die bei­den Wör­ter Schweins­wal und George W. Bush in ein und dem sel­bem auch nur halb­wegs sinn­vol­len Text zu gebrau­chen, dann heißt es zuschla­gen bzw. los­tip­pen. Her­aus­ge­kom­men ist ein Gschich­terl aus Stral­sund, zugleich die jüngste mei­ner wöchent­li­chen Kolum­nen im Münch­ner Merkur.

Lese­freund­li­cher gibt’s den Arti­kel wie immer auf der Web­seite des Mer­kur. Und auch dies­mal will ich die Chance nutzen,um auf die Facebook-Seite der net­ten Kol­le­gen von der Landkreis-Redaktion hinzuweisen.

Artikel Münchner Merkur

Apr 18, 2012 - Schleswig-Holstein    Kein Kommentar

Sweet Dreams (Are Made of These)

Die Hanse,  na klar. Tho­mas Mann, schon rich­tig. Und wegen mir auch St. Marien, die­ses Back­stein­wun­der­werk und dritt­größte Kir­che Deutsch­lands. Für all das mag das schöne Lübeck in Schleswig-Holstein ste­hen. Aber sind wir mal ehr­lich: Was ist die­ses Trio aus geldi­ger Macht, geis­ti­ger Macht und geist­li­cher Macht gegen­über der Macht von zart­schmel­zen­dem, süß­kleb­ri­gem und lecker­köst­li­chem Marzipan?

Daher hier ein paar zuck­rige Impres­sio­nen aus der Marzipan-Metropole Deutschlands:

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Mar­zi­pan besteht ganz sim­pel aus Man­deln, Zucker und Rosen­was­ser. Welt­be­kannt sind das Königs­ber­ger Mar­zi­pan (hier wird die Ober­flä­che abschlie­ßend gebrannt) sowie das Lübe­cker Mar­zi­pan (extrem gerin­ger Zuckeranteil).

2

In der Han­se­stadt wie­derum steht vor allem ein Name für die Süßig­keit: Nie­de­reg­ger. Der 200 Jahre alte Fami­li­en­be­trieb ver­kauft Mar­zi­pan in die ganze Welt und sitzt in sei­ner Hei­mat­stadt pro­mi­nent gegen­über des Rathauses.

3

Im Erd­ge­schoss des Niederegger-Stammhauses gibt es Mar­zi­pan in allen Varia­tio­nen zu kau­fen, im zwei­ten Stock befin­det sich ein edles Café im Stile Wie­ner Kaf­fee­häu­ser, und im zwei­ten Stock war­tet ein klei­nes Museum, der Marzipan-Salon. Er umfasst unter ande­rem ein Kunst­werk mit zwölf lebens­ech­ten Mar­zi­pan­fi­gu­ren — von Tho­mas Mann bis Wolf­gang Joop.

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Sogar Papst Bene­dikt nascht in sün­di­gen Stun­den vom süßen Niederegger-Marzipan — oder zumin­dest hat er sich von Schleswig-Holsteins obers­tem (Noch-)Gute-Laune-Bär ein Schäch­tel­chen mit der Köst­lich­keit über­rei­chen lassen.

5

Doch Lübe­cker Mar­zi­pan gibt es kei­nes­wegs nur bei Nie­de­reg­ger. Ein min­des­tens ebenso inter­es­san­tes Eta­blis­se­ment ist bei­spiels­weise der Marzipan-Speicher des Fami­li­en­be­triebs Mar­zipan­land. Dort gibt es nicht nur her­vor­ra­gen­des Königs­ber­ger und Lübe­cker Mar­zi­pan zu erste­hen (übri­gens deut­lich güns­ti­ger als bei Nie­de­reg­ger), son­dern eine ganze Erleb­nis­welt rund um die Süßigkeit.

6

So kön­nen Besu­cher einer Marzipan-Show bei­woh­nen und an deren Ende eigene kleine Mar­zi­pan­werke kne­ten — sofern sie nicht zuvor ihr „Bau­ma­te­rial“ auf­ge­fut­tert haben…

7

… mein Tipp für diese Über­hung­ri­gen: sich leise davon­steh­len und einen Stock tie­fer ein Stück Mar­zi­pan­torte ver­drü­cken. Mit feh­len die Worte, um diese zucker­süße, luf­tiglo­ckere, mit einer klei­nen­fin­ger­di­cken Schicht feins­ten Mar­zi­pans über­zo­gene Köst­lich­keit zu beschreiben.

8

Der Inha­ber des Mar­zipan­lan­des ist übri­gens ein Uni­kat: „Ich bin die Ram­pen­sau bei uns“, gibt Burk­hard Leu offen zu. Er ist zum einen das Gesicht der Firma, begrüßt die Besu­cher mit einer klei­nen Kostprobe…

9

… und zum ande­ren sorgt Leu dafür, dass sein Marzipan-Speicher im Gespräch bleibt — und dazu ist ihm nahezu jedes Mit­tel recht. So hat Leu der ehe­ma­li­gen Minis­ter­prä­si­den­tin Heide Simo­nis einen Mar­zi­pan­hut über­reicht, für einen Ein­trag im Guin­ness Buch der Rekorde model­lierte er da Vin­cis Abend­mahl auf 25 Qua­drat­me­tern in Mar­zi­pan, und auch den Titel für das welt­größte Mar­zi­pan­schwein holte sich Leu — mit dem mehr als eine Tonne schwe­ren Eber Erwin.

Marzipan besteht ganz simpel aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser. Weltbekannt sind das Königsberger Marzipan (hier wird die Oberfläche abschließend gebrannt) sowie das Lübecker Marzipan (extrem geringer Zuckeranteil).In der Hansestadt wiederum steht vor allem ein Name für die Süßigkeit: Niederegger. Der 200 Jahre alte Familienbetrieb verkauft Marzipan in die ganze Welt und sitzt in seiner Heimatstadt prominent gegenüber des Rathauses.Im Erdgeschoss des Niederegger-Stammhauses gibt es Marzipan in allen Variationen zu kaufen, im zweiten Stock befindet sich ein edles Café im Stile Wiener Kaffeehäuser, und im zweiten Stock wartet ein kleines Museum, der Marzipan-Salon. Er umfasst unter anderem ein Kunstwerk mit zwölf lebensechten Marzipanfiguren - von Thomas Mann bis Wolfgang Joop.Sogar Papst Benedikt nascht in sündigen Stunden vom süßen Niederegger-Marzipan - oder zumindest hat er sich von Schleswig-Holsteins oberstem (Noch-)Gute-Laune-Bär ein Schächtelchen mit der Köstlichkeit überreichen lassen.Doch Lübecker Marzipan gibt es keineswegs nur bei Niederegger. Ein mindestens ebenso interessantes Etablissement ist beispielsweise der Marzipan-Speicher des Familienbetriebs Marzipanland. Dort gibt es nicht nur hervorragendes Königsberger und Lübecker Marzipan zu erstehen (übrigens deutlich günstiger als bei Niederegger), sondern eine ganze Erlebniswelt rund um die Süßigkeit.So können Besucher einer Marzipan-Show beiwohnen und an deren Ende eigene kleine Marzipanwerke kneten - sofern sie nicht zuvor ihr "Baumaterial" aufgefuttert haben...... mein Tipp für diese Überhungrigen: sich leise davonstehlen und einen Stock tiefer ein Stück Marzipantorte verdrücken. Mit fehlen die Worte, um diese zuckersüße, luftiglockere, mit einer kleinenfingerdicken Schicht feinsten Marzipans überzogene Köstlichkeit zu beschreiben.Der Inhaber des Marzipanlandes ist übrigens ein Unikat: "Ich bin die Rampensau bei uns", gibt Burkhard Leu offen zu. Er ist zum einen das Gesicht der Firma, begrüßt die Besucher mit einer kleinen Kostprobe...... und zum anderen sorgt Leu dafür, dass sein Marzipan-Speicher im Gespräch bleibt - und dazu ist ihm nahezu jedes Mittel recht. So hat Leu der ehemaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis einen Marzipanhut überreicht, für einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde modellierte er da Vincis Abendmahl auf 25 Quadratmetern in Marzipan, und auch den Titel für das weltgrößte Marzipanschwein holte sich Leu - mit dem mehr als eine Tonne schweren Eber Erwin.

 

Zum Nachkochen (9): Stralsunder Prasselkuchen

Im Som­mer klap­pert Peter Hoff­mann die Strände rund um Stral­sund ab: Aus dem Bauch­la­den ver­kauft er die Bücher sei­nes Strand­läu­fer Ver­lags — dar­un­ter Lokalkri­mis aus der Feder von ihm und sei­ner Frau Katrin.

600 Koch­bü­cher ste­hen in Kat­rin Hoff­manns Schrank, dazu kom­men noch ein­mal fast 30.000 aus­ge­schnit­tene und abge­schrie­bene Rezepte. Da wirkt es fast spar­sam, dass sich die gebür­tige Stral­sun­de­rin in ihrem eige­nen Stralsund-Kochbuch auf rund 120 Gerichte beschränkt hat.

Den­noch schafft es Hoff­mann bei mei­nem Besuch, zumin­dest gefühlt jedes ein­zelne Rezept samt zuge­hö­ri­ger Anek­dote vor­zu­stel­len — und das in ein­ein­halb Stun­den. Sel­ten habe ich einen Men­schen erlebt, der so viel Fach­wis­sen mit so gro­ßer Mit­tei­lungs­freude, so erstaun­li­chem Erzähl­tempo und so außer­ge­wöhn­li­cher Erzähl­dichte vereint.

Mit einer Fülle an Infor­ma­tio­nen, einem Stralsund-Krimi aus dem Hoffmann’schen Strandläufer-Verlag und einem Rezept für Pras­sel­ku­chen in der Tasche ver­ab­schiebe ich mich von der Auto­rin. Letz­te­res ist dabei genau nach mei­nem Geschmack: ein­fach aber lecker. Der Name Pras­sel­ku­chen lei­tet sich übri­gens von der knusp­ri­gen Kon­sis­tenz des Gebäcks her. Denn wie Hoff­mann es for­mu­liert: „Beim Essen muss das rich­tig prasseln!“

Zuta­ten:

  • 1 Packung Blätterteig
  • 250 Gramm Butter
  • 10 Ess­löf­fel Mehl
  • 5 Ess­löf­fel Zucker
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 Gramm Milch

Zube­rei­tung:

  1. Blät­ter­teig auf einem Blech dünn ausrollen
  2. Teig mit schar­fem Mes­ser in 12 gleich große Teile schneiden
  3. Teig mit Milch bestreichen
  4. But­ter mit Mehl und übri­gen Zuta­ten zu gleich­mä­ßig gro­ßen Streu­seln ver­kne­ten (am bes­ten mit den Händen)
  5. Streu­sel auf dem Blät­ter­teig verteilen
  6. Back­ofen auf 180 Grad vor­hei­zen und Teig 20 Minu­ten backen
  7. Kuchen danach sofort aus dem Ofen holen, damit er knusp­rig bleibt
  8. Nach Wunsch kommt noch Zucker­guss oder Puder­zu­cker auf den Kuchen

Guten Appe­tit!

(Das Rezept stammt aus dem Stralsunder-Kochbuch. Ich ver­öf­fent­li­che es hier mit freund­li­cher Erlaub­nis von der Auto­rin Kat­rin Hoffmann.)

Ein Stück Pras­sel­ku­chen (gemein­freies Bild/Wikimedia Commons)

Vom „hinterwäldlerischen Ossi“ in der Diaspora

Ein Ort zum Stau­nen: Mario Samm­lers Whisky-Lounge.

Diese Geschichte könnte nir­gendwo bes­ser begin­nen als an die­ser tris­ten Auto­bahn­aus­fahrt nahe Neu­bran­den­burg. Im Nie­mands­land von Meck­len­burg hat mich ein rüs­ti­ger Rent­ner abge­setzt; wie stets bin ich per Anhal­ter unter­wegs. Es ist lau­sig kalt, Regen­trop­fen pras­seln mir ins Gesicht, und die­ser Platz direkt an der Land­straße ist für Tram­per unge­fähr so geeig­net wie ein dop­pel­ter Espresso als Einschlafhilfe.

Eine halbe Stunde lang don­nert Auto um Auto an mei­nem aus­ge­streck­ten Dau­men vor­bei; meine Laune ist längst so fros­tig wie das spät­win­ter­li­che Wet­ter. Da stoppt plötz­lich ein sil­ber­ner Mer­ce­des. „Nach Neu­bran­den­burg? Kann ich dich mit­neh­men“, brummt der Fah­rer. Ich steige ein und hoffe auf dia­log­freie 15 Kilo­me­ter. Ankom­men, ein Glas Tee, ein war­mes Bett — mehr will ich nicht mehr von die­sem nass­grauen Reisetag.

Ent­spre­chend wort­karg beant­worte ich die Fra­gen des Man­nes am Mer­ce­des­steuer. „Du schreibst ein Buch über das kuli­na­ri­sche Deutsch­land?“ Offen­bar regt sich sein Inter­esse. „Dann fah­ren wir jetzt zu dei­ner Pen­sion, las­sen dei­nen Ruck­sack dort, und du kommst mit zu mir.“ Das Nein liegt mir schon auf der Zunge. Doch ers­tens habe ich mir vor­ge­nom­men, die­ses Wort auf mei­ner Reise so sel­ten wie mög­lich zu gebrau­chen. Und zwei­tens hat Mario, so heißt der Fah­rer, einen Satz gesagt, der mein Inter­esse weckt: „Ich bin Wein– und Whis­ky­händ­ler.“ Mehr will er dazu nicht erzäh­len — „das siehst du dann schon“. Aber ein Whis­ky­händ­ler in Neu­bran­den­burg? Das klingt wie ein Würst­chen­ver­käu­fer beim Vegetariertreff.

Zehn Minu­ten spä­ter sitze ich in Marios klei­nem Whisky-Laden und staune. Genauer gesagt staune ich so nach­hal­tig, dass das mäch­tige Stück Kirsch­torte vor mir eine Drei­vier­tel­stunde lang unan­ge­tas­tet bleibt. Ebenso zwei Whis­ky­pro­ben, die Mario ein­schenkt. Die Fla­schen angelt er aus einem Meer an Boxen, Fla­schen, Büch­sen, Karaf­fen und sons­ti­gen Gefä­ßen, die fein säu­ber­lich auf­ge­reiht in den Rega­len ste­hen. Doch es ist nicht nur die schiere Masse von „um die tau­send Whis­ky­sor­ten“ (Mario), die die­sen Raum so ein­ma­lig machen. Es sind das gedimmte Licht, das Dut­zend schwarz­schwe­rer Leder­ses­sel, der rus­ti­kale Tisch, die höl­zer­nen Decken­bal­ken, das Ambi­ente die­ses ehe­ma­li­gen Korn­spei­chers sowie der süß­li­che Geruch von Tabak und Alko­hol in der Luft, die eine unver­gleich­li­che Atmo­sphäre schaf­fen in die­ser Whisky-Lounge (Mario: „Lounge, weil mehr sind als nur ein Laden“). Und allen voran sind da Mario und seine Frau Ela, die jedem Gast einen Kaf­fee anbie­ten oder ein Stück Kuchen, ein Glas Bier, einen Schluck Whisky, Schmalz­brote, Weingum­mis — oder im Fall von ver­fro­re­nen und aus­ge­hun­ger­ten Rei­se­jour­na­lis­ten all dies hin­ter­ein­an­der. Was zur Folge hat, dass jeder Besu­cher sich an die­sem spe­zi­el­len Ort sofort hei­misch fühlt.

Und dann beginnt Mario zu erzäh­len. Wie er schon damals in der DDR fas­zi­niert war von die­sem Getränk — obgleich nur drei unter­schied­li­che Whis­ky­sor­ten erhält­lich waren. Wie er sich die Nase platt­ge­drückt hat an der Schau­fens­ter­scheibe des Spe­zia­li­tä­ten­ge­schäfts Deli­cat, wo eine Fla­sche Johnny Wal­ker Red Label für 72 Mark feil­ge­bo­ten wurde — „72 Ost­mark für eine Fla­sche Schnaps! Das war bei­nahe so viel, wie die Miete für meine Woh­nung!“ Wie er sich nach der Wende von sei­nem ers­ten West-Geld eine sol­che Fla­sche Johnny Wal­ker gekauft hat — „18,99 Mark, das weiß ich noch heute“. Und wie ihn danach die Lei­den­schaft für Whisky packte — und bis heute nicht los­ge­las­sen hat.

Im Jahr 2005 ist Marios pri­vate Samm­lung auf 400 Sor­ten ange­wach­sen; für Freunde ver­an­stal­tet er regel­mä­ßig Ver­kos­tun­gen. Da ent­schei­den Ela und er die gemein­same Lei­den­schaft zum Beruf zu machen: Sie kau­fen den alten Korn­spei­cher in der Neu­bran­den­bur­ger Innen­stadt und rich­ten dort nach ihren Vor­stel­lun­gen „The Quaich — Die Whisky-Lounge“ ein. „Ich arbeite wei­ter als Berufs­schul­leh­rer, und jeden Cent ste­cken wir in den Laden“, sagt Mario und grinst. „Man muss schon ver­rückt sein, um so etwas zu machen.“

Doch die Ver­rückt­heit zahlt sich aus. Inzwi­schen gehört „The Quaich“ zu einem der bekann­tes­ten Whisky-Läden in Mit­tel­deutsch­land; der Umsatz ist ste­tig gestie­gen und die Kun­den kom­men aus ganz Europa. Wenn Mario ein Mal im Monat zur Ver­kos­tung lädt, sind die Tickets im Nu ver­grif­fen. Außer­dem ver­an­stal­tet das Ehe­paar im Som­mer Live-Konzerte im Hof und immer im August eine Whisky-Messe, zu der an einem Wochen­ende Hun­dert­schaf­ten strö­men. „Whisky ist für mich eine Phi­lo­so­phie“, sagt Mario. „Und die will ich auch an andere wei­ter­ge­ben.“ So hat sich über die Jahre ein Zir­kel von Gleich­ge­sinn­ten gefun­den — die Whisky-Loge -, die vier­tel­jähr­lich zusam­men­kom­men, um über die man­nig­fal­ti­gen Varia­tio­nen des Lebens­was­sers zu fachsimpeln.

Bleibt eigent­lich nur eine Frage: Warum hat es die­sen Lieb­ha­ber des wahr­schein­lich welt­män­nischs­ten Getränks nie in die große, weite Welt gezo­gen? „Weil ich ein rück­stän­di­ger, fins­te­rer, hin­ter­wäld­le­ri­scher Ossi bin“, sagt Mario und guckt dabei so schel­misch drein, dass ich nicht ein­mal ver­mu­ten mag, wie groß das Körn­chen Wahr­heit in die­ser Lüge ist. „Nein, im Ernst: Ich lebe seit 34 Jah­ren in der Dia­spora. Ich mag den Men­schen­schlag im Nor­den. Irgend­wie gefällt es mir hier.“ Und in dem Moment schießt mir ein Gedanke in den Kopf, den ich vor zwei Stun­den an der Auto­bahn­aus­fahrt noch als ebenso abwe­gig bezeich­net hätte wie ein Whisky-Fachgeschäft in Neu­bran­den­burg: „Mir auch!“

Mario Samm­ler pro­biert sich durch seine Whiskysammlung.

Stil­echt im Kilt lädt Mario Samm­ler zu Ver­kos­tun­gen in die Whisky-Lounge

(Das unterste Foto stammt von Mario Samm­ler, und ich ver­öf­fent­li­che es hier mit sei­ner freund­li­chen Geneh­mi­gung. Mehr über seine Whisky-Lounge steht auf der Web­seite von The Quaich)

Zum Nachkochen (8): Himmel und Erde

Himmel und Erde

Him­mel und Erde mit Brat­wurst und Zwie­beln (Foto: Tamor­lan bei Wiki Com­mons unter CC BY-SA 3.0)

Und dann gibt’s da natür­lich noch Him­mel und Erde…“ — die­ser Satz ist bei Gesprä­chen über die lan­des­ty­pi­sche Küche im Nor­den und Wes­ten Deutsch­lands so unaus­weich­lich wie Döner­bu­den in Ber­lin. Grund­zu­ta­ten für das Gericht sind Kar­tof­feln und Äpfel, was sich wie­derum im Namen wider­spie­gelt: „Him­mel“ für die Äpfel am Baum, „Erde“ für die (Erd-)Äpfel im Boden. Serviert wird das ganze oft mit Brat-, Blut– oder Leber­wurst, Speck und gerös­te­ten Zwiebeln.

Rezepte für Him­mel und Erde gibt es unge­fähr so viele wie Joghurts­or­ten im Super­markt. Das fol­gende stammt von Kay Son­nen­berg, Koch am Mede­we­ge­hof in Schwe­rin. Über mein Tref­fen mit ihm habe ich bereits in die­sem Blog berich­tet; das Rezept (sowie sein Foto) ver­öf­fent­li­che ich hier mit sei­ner freund­li­cher Genehmigung.

Zuta­ten:

  • 100 Gramm fet­ter Speck
  • 1,5 Kilo Kartoffeln
  • Back­plau­men nach belieben
  • 4 Äpfel
  • 5 Zwie­beln

Zube­rei­tung:

  1. Kar­tof­feln kochen und wenn sie gar sind, grob stampfen
  2. Zeit­gleich zum Kar­tof­fel­auf­set­zen, den fet­ten Speck auslassen, dann die geschäl­ten und gewür­fel­ten Zwie­beln zum Speck geben. Die Zwie­beln müs­sen gold­braun sein, wenn sie fer­tig sind
  3. Kurz nach den Zwie­beln die gehack­ten Back­plau­men dazu geben und circa 3 Minu­ten bevor die Zwie­ben schick aus­se­hen die ent­kern­ten und grob gewür­fel­ten Äpfel mitschwenken
  4. Abschlie­ßend die Zwiebel-Apfel-Pflaumenpfanne noch mit gro­bem, bun­tem Pfef­fer und Salz abschme­cken und über die Stampf­kar­tof­feln geben
  5. Ser­viert wird das ganze nach Belie­ben mit Blut­wurst (tra­di­tio­nell), gebra­te­ner Leber, Bra­the­ring, Brat­wurst… Oder kurz gesagt, wie Kay mir geschrie­ben hat: „Dazu kann man nichts essen — oder was man will.“

Guten Appe­tit!

Kay Sommerfeld

Essen und Kochen sind für mich eine Phi­lo­so­phie“: Kay Son­nen­berg lässt es sich schme­cken in einer sei­ner Lieb­lings­gast­stät­ten in Naken­storf bei Schwerin.

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