Jun 5, 2012 - Rheinland-Pfalz    2 Kommentare

Saumagen macht den Kohl nicht fett

Über das Wir­ken von Hel­mut Kohl in der deut­schen Geschichte lässt sich durch­aus strei­ten. Eines aber kann man ihm nicht abspre­chen, ja muss rück­bli­ckend sogar als his­to­ri­sche Errun­gen­schaft bewer­tet wer­den. Nein, nicht die Wie­der­ver­ei­ni­gung. Son­dern viel­mehr: Hel­mut Kohls Ver­dienste um den Pfäl­zer Saumagen. Quasi im Allein­gang ver­half der Alt-Kanzler dem Tra­di­ti­ons­ge­richt aus sei­ner Hei­mat zu einem fes­ten Platz auf der kuli­na­ri­schen Welt­bühne. Das hat es vor­her und nach­her nie wie­der gegeben.

So stand auch für meine kuli­na­ri­sche Deutsch­land­tour außer Frage: Der Pfäl­zer Sau­ma­gen muss auf den Spei­se­plan. Und wer könnte mich bes­ser mit die­sem Gericht ver­traut machen als der Stamm-Metzger von Hel­mut Kohl, der sei­nen Sau­ma­gen stets ins nahe Ludwigshafen-Oggersheim gelie­fert hat? Der Besuch bei Klaus Ham­bel barg dabei gleich zwei­er­lei Über­ra­schun­gen. Zum einen in punkto Sau­ma­gen: Der schmeckt näm­lich ganz und gar nicht so, wie es sein scheuß­li­cher Namen ver­heißt, son­dern wie eine Art Leber­käse — nur inten­si­ver, flei­schi­ger, wür­zi­ger, kurzum: leckerer. Zum ande­ren ist auch Klaus Ham­bel, sei­nes Zei­chens wohl der bekann­teste Metz­ger der Repu­blik, erfreu­lich unprä­ten­tiös. Außer­dem sym­pa­thisch und ein sehr ange­neh­mer Gesprächspartner.

Die Ein­drü­cke von mei­nem Besuch in der Metz­ge­rei in Wachen­heim habe ich bereits in einem Blog-Artikel (samt Bil­der­stre­cke) wie­der­ge­ge­ben. Nun steckt der Sau­ma­gen auch in mei­ner jüngs­ten Rei­se­ko­lumne für den Münch­ner Mer­kur. Lese­freund­li­cher gibt’s den Text auf der Web­seite des Mer­kur. Und wie stets bei die­ser Gele­gen­heit will ich zudem auf die Facebook-Seite der Landkreis-Redaktion verweisen.

2 Kommentare

  • Freunde aus Laupheim haben mir, bei mei­nem letz­ten Besuch in der alten Hei­mat, einen Zei­tungs­aus­schnitt der „Schwä­bi­schen“ gege­ben. „Sau­ma­gen macht den Kohl nicht fett“. An den Autor erin­nere ich mich noch gut, ein super-netter und fähi­ger Kol­lege aus Biber­a­cher Zei­ten.
    Seit April 2011 lebe ich wie­der in der Kur­pfalz und wir fah­ren des öfte­ren in die Pfalz zu die­sem Metz­ger und haben auch schon unsere schwä­bi­schen Freunde infiziert.….Lieber Patrick Stäbler, vie­len Dank für die gelun­gene Geschichte und viele Grüße aus Schwet­zin­gen, auch wenn Sie mit mei­nem Namen nix mehr anfan­gen können.

  • […] mit Sau­ma­gen belie­fert hat, und der ich auf mei­ner Reise einen Besuch abge­stat­tet habe (zum Bericht). Noch gibt’s einige Rest­kar­ten für 45€/Person, mehr Infos […]

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