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Okt 23, 2012 - Buch    4 Kommentare

417.848 Zeichen später

Fasse dein Leben in 500 Zei­chen zusam­men — es gibt leich­tere Auf­gabe als diese.

Doch auch das gehört offen­bar dazu, wenn man ein Buch ver­öf­fent­li­chen will, und so feile ich nun schon seit knapp zwei Stun­den an mei­ner Vita, die ich an den Rowohlt-Verlag schi­cken soll — „für die Pres­se­vor­schau“, wie meine Lek­to­rin geschrie­ben hat.

Dabei sollte ich eigent­lich noch ein paar tau­send Buch­sta­ben an jene 417.848 Zei­chen anfü­gen, die mein Buch-Manuskript der­zeit umfasst. Denn schon mor­gen in drei Wochen (an die­ser Stelle sind die 500 Zei­chen übri­gens voll) muss ich die fer­tige Ver­sion an den Ver­lag schi­cken. So steht es zumin­dest in mei­nem Ver­trag, den ich vor mehr als drei Mona­ten unter­schrie­ben habe — damals, als mir noch eine gefühlte Ewig­keit zum Schrei­ben blieb.

Doch sei’s drum: Von 15 Kapi­teln gibt es zumin­dest schon mal eine erste Ver­sion; feh­len noch ein letz­tes Kapi­tel (Baden-Württemberg) sowie Ein­lei­tung und Schluss. Und dann folgt natür­lich das Über­ar­bei­ten. Und Über­ar­bei­ten. Und Über­ar­bei­ten. Was mich in Summe sicher noch ein­mal eine Hand­voll Nacht­schich­ten, eine Jah­res­ra­tion Kaf­fee und zwei bis drei mit­tel­große Ner­ven­zu­sam­men­brü­che kos­ten wird.

Trotz­dem bin ich nach wie vor zuver­sicht­lich, dass das Buch zu mei­ner kuli­na­ri­schen Essens­reise im kom­men­den Früh­jahr tat­säch­lich in den Rega­len lie­gen wird. Anvi­siert sind rund 250 Sei­ten, der Preis soll bei knapp zehn Euro lie­gen. Wie viel ich davon ein­strei­che? Nur so viel: Es ist ein Hono­rar, das man nie, nie, wirk­lich nie­mals auf die Arbeits­zeit umrech­nen sollte, weil es einen Stun­den­lohn ergibt, der sogar Erzie­he­rin­nen als Groß­ver­die­ner daste­hen lässt. Aber ums Geld ging’s mir ja ohne­hin nie, und so bin ich wei­ter mehr als zufrie­den, mit mei­nem Werk beim Rowohlt-Verlag gelan­det zu sein.

Immer­hin: Ein Titel für das Buch ist bereits gefun­den. „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten — Eine Deutsch­land­reise über den Tel­ler­rand hin­aus“ hat sich durch­ge­setzt gegen Über­le­gun­gen wie „Auf­ge­ga­belt — Eine Anhal­ter­reise zu Maul­ta­sche und Mutz­bra­ten“ oder „Deutsch­land, wie es is(s)t — Per Anhal­ter zu Schnüsch und Sau­ma­gen“. Auch ein Cover gibt es bereits: Es zeigt mei­nen Dau­men, mei­nen Ruck­sack und mich, der den Betrach­ter leicht debil angrinst — und den­noch gefällt mir das Gesamt­werk eigent­lich ganz gut. (Sobald das Cover offi­zi­ell abge­seg­net ist, werde ich es hier natür­lich posten).

Was bleibt? Ach ja, mein Leben in 500 Zei­chen, das ich euch selbst­ver­ständ­lich nicht vor­ent­hal­ten möchte:

Patrik Stäbler, gebo­ren 1980, hat in Mün­chen und Detroit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft, Infor­ma­tik und Ame­ri­ka­nis­tik stu­diert. Nach einer Reise um die Welt und einem Volon­ta­riat in der Pro­vinz zog er in die pro­vin­zi­ellste aller Welt­städte und lebt seit­dem als Jour­na­list und Autor in Mün­chen. Stäblers Liebe gilt dem Essen, dem Schrei­ben und dem Rei­sen – in die­ser Rei­hen­folge. Für sein jüngs­tes Buch tourte er per Anhal­ter durch Deutsch­land und spürte lan­des­ty­pi­schen Gerich­ten nach.