Dez 18, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    Kein Kommentar

Türchen 18 — Anonyme Bekanntschaften

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Anonyme Bekanntschaften.

Frédéric Bierbrauer (links) und und Florian Romer sind Erna & Co.

So köst­lich das SLS-Menü von Frédé­ric und Flo auch war — ihre Erna & Co. habe ich lei­der nicht in mei­nem Buch untergebracht.

Auf mei­ner kuli­na­ri­schen Deutsch­land­reise habe ich aller­lei Men­schen getrof­fen, deren Gast­freund­schaft und Hilfs­be­reit­schaft mich tief beein­druckt haben. Bei­spiels­weise Mario Samm­ler, der mich bei grau­tris­tem Nie­sel­re­gen im mecklenburg-vorpommerschen Nie­mands­land auf­ge­le­sen und in sein Zuhause mit­ge­nom­men hat — zugleich eines der renom­mier­tes­ten Whisky-Geschäfte Mit­tel­deutsch­lands. In Marios „The Quaich“ habe ich einen unver­gess­li­chen Nach­mit­tag erlebt, nicht zuletzt wegen der herz­li­chen Art des Haus­her­ren und sei­ner Frau Ela. (Hier geht’s zum aus­führ­li­chen Bericht im Blog)

Auf mei­ner kuli­na­ri­schen Deutsch­land­reise habe ich aller­lei Gerichte ver­kos­tet, die mir nicht sel­ten die Freu­den­trä­nen in die Augen gedrückt haben. Bei­spiels­weise bei Erna & Co., ein Food­truck in Stutt­gart, wo sich der Schwabe mit haus­ge­mach­ten regio­na­len Spe­zia­li­tä­ten von Spätzle bis Maul­ta­sche ver­sor­gen kann. Ich habe dort einen unver­gess­li­chen Nach­mit­tag mit den bei­den Grün­dern Flo­rian Romer und Frédé­ric Bier­brauer ver­bracht — nicht nur wegen ihres vor­züg­li­chen SLS-Menüs (Sai­ten­würste, Lin­sen, Spätzle), das ich glücks­se­lig bis zum letz­ten Soßen­rest ver­putzt habe. (Hier geht’s zum Inter­view im Blog)

  Stoff für gefühlt 781 Seiten

Auf­merk­sa­men Leser mei­nes Buches wer­den die genann­ten Per­so­nen und Gerichte sicher bekannt vor­kom­men. Nicht. Denn weder Mario und „The Quaich“ noch Flo, Frédé­ric und Erna fin­den sich in „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ wie­der. Genauso wenig wie ich im Buch von mei­nem Besuch in der Eppen­dor­fer Grill­sta­tion berichte oder mei­nen Erleb­nis­sen auf der Insel Rügen. Auch über den Pfef­fer­pott­hast im Alten Markt in Dort­mund, den Schweins­bra­ten in der Gast­stätte Groß­markt­halle in Mün­chen oder den Buddenbrock’schen Plet­ten­pud­ding in der Schif­fer­ge­sell­schaft zu Lübeck — kein ein­zi­ges Wort!

Mario Sammler probiert sich durch seine Whiskysammlung.

Mario Samm­ler in „The Quaich“.

Warum? Auf diese Frage gibt es keine all­ge­mein­gül­tige Ant­wort. Mal musste ich mich schwe­ren Her­zens für eine ande­ren Epi­sode aus dem jewei­li­gen Bun­des­land ent­schei­den (also Frän­ki­sches Schäu­fele statt Schweins­bra­ten), mal passte die Geschichte the­ma­tisch nicht ins Kapi­tel (Erna & Co. oder die Eppen­dor­fer Grill­sta­tion), mal hätte es einen Bruch in mei­ner Rei­se­route gege­ben (The Quaich) und mal — oder genauer gesagt in den aller­häu­figs­ten Fäl­len — fehlte mir schlicht der Platz. Schließ­lich war mein Buch ursprüng­lich auf 256 Sei­ten ange­legt. 302 sind es gewor­den. 781 hätte ich gefühlt fül­len können.

  Ungu­tes Gefühl im Magen

Was mich frei­lich in eine Zwick­mühle brachte. Da hat­ten her­zens­gute Men­schen ihre Zeit geop­fert und oft auch ihr Essen mit mir geteilt, in dem Wis­sen, dass ich ein Buch über meine Reise schreibe — und dann tau­chen sie hin­ter­her in dem Werk gar nicht auf. Ist das fair? Sicher nicht. War das ver­meid­bar? Lei­der genauso wenig. Schließ­lich wusste ich im Vor­hin­ein ja nicht, wie viel „Stoff“ ich benö­tige, was mir noch so alles auf der Reise wider­fährt, und wie das fer­tige Buch letzt­lich aus­se­hen wird. So habe ich lie­ber ein Restau­rant mehr besucht, eine Speise mehr geges­sen und ein Tref­fen mehr ver­ein­bart — als am Ende mit zu wenig Schrei­bens­wer­tem dazustehen.

Zwar habe ich nie­man­dem zuge­si­chert, dass er, sein Gericht oder sein Geschäft spä­ter im Buch auf­tau­chen wird — und über­dies alle dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Auf­bau und Inhalt des Wer­kes noch nicht fest­ste­hen. Jedoch bleibt da trotz­dem ein ungu­tes Gefühl in der Magen­grube, auch wenn sich bis­lang noch nie­mand bei mir beschwert hat.

Daran kann auch die Dank­sa­gung auf den Sei­ten 302 & 303 von„Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ nichts ändern, in der ich all jene Men­schen auf­zähle, die davor nicht nament­lich im Buch auf­tau­chen. Denn ohne sie wäre meine Deutsch­land­tour nicht die unver­gess­li­che Reise gewor­den, die sie war — und ohne diese Men­schen hätte ich mein Buch wohl nicht schrei­ben kön­nen. Des­halb auch an die­ser Stelle ein dickes Danke an:

Bas­tian aus Nürn­berg, Peter vom Land­bier­pa­ra­dies in Nürn­berg, Petra und Robert aus Bam­berg, Tho­mas und Maik aus Alten­burg, Ines und Co. aus Gör­litz, Gabi aus Cott­bus, Daniela, Jens, Frie­de­rike und Marie aus Ber­lin, Heide und Wolf­gang aus Rangs­dorf, Isa­bel aus Mag­de­burg, Cars­ten Bör­ner vom Gast­hof Zur Grü­nen Laterne in Sten­dal, Chady aus Pritz­walk, Mat­thias Thei­ner vom Hotel Zur Guten Quelle in Schwe­rin, Anne­ma­rie aus Schwe­rin, Clau­dia aus Stral­sund, Alex­an­dra und Chris­tiane Fosche­poth aus Put­bus, die Fischer Jens Engel­brecht und Roberto Brandt aus Rügen, Kath­leen von Rügen TV, Mario Samm­ler von The Quaich in Neu­bran­den­burg (danke, Mario, für deine unver­gleich­li­che Gast­freund­schaft), Anna aus Lübeck, Wolf­gang Stef­fen von der Schif­fer­ge­sell­schaft in Lübeck, Kris­tine und Lud­wig aus Kiel, Felix aus Schles­wig, Sinja und dem St. Pauli Tou­rist Office aus Ham­burg, Mar­kus Ex von der Eppen­dor­fer Grill­sta­tion, Tors­ten und Kers­tin aus Bre­men, Anne und Elmar aus Emden, Inka und Frank aus Osna­brück, Flo aus Bochum, Rai­ner und Bernd von der Bio-Bäckerei Hut­zel in Bochum, Frank Jülich von der Gast­stätte Zum Alten Markt in Dort­mund, Janine, Peter und Sas­kia aus Aachen, Rai­ner und Jacky aus Maring-Noviand, Marco aus Bad Dürk­heim, Sabrina aus Saar­brü­cken, Sarah und Sebas­tian aus Frank­furt, Caro und Mag­da­lena aus Stutt­gart, Frédé­ric und Flo­rian von Erna & Co. (eure Lin­sen mit Spätzle und Sai­ten sind schlicht genial!), Ramona aus Mühl­acker, der Tarifa-Familie aus Ravens­burg, Felix aus Immen­stadt und Gabi Wal­ter von der Gast­stätte Groß­markt­halle in Mün­chen.

 

Bis­her im Adventskalender:

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