Dez 19, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    1 Kommentar

Türchen 19 — Totholz lebt!

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Die ers­ten Verkaufszahlen.

Papier ist trumpf - zumindest bei meinem Buch.

Papier ist trumpf — zumin­dest bei mei­nem Buch.

Die Zukunft ist digi­tal — und Papier auf dem Holz­weg. Ich weiß, ich weiß. So in zwei bis drei Jah­ren wer­den Zei­tun­gen nur noch im Museum zu bestau­nen sein; Teen­ager wer­den im Geschichts­un­ter­richt von so skur­ri­len Din­gen wie „Büchern“ hören; und Otto-Normal-Friese wird sei­nen Fisch in eine bieg­same iFo­lie wickeln, über die Spor­t­er­geb­nisse und Bör­sen­kurse flim­mern. Das alles habe ich ver­in­ner­licht wie Obe­lix den Wild­schwein­bra­ten. Ich bin ja vom Fach und so.

Des­halb war mir auch sofort klar, wohin ich mei­nen Blick rich­ten musste, als ich den Brief mit den Ver­kaufs­zah­len vom Rowohlt-Verlag erhielt — näm­lich zu den E-Books. Dazu sei ange­merkt: Es war dies meine Premieren-Abrechnung für „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“, und sie umfasste nur die Ver­käufe im ers­ten Monat nach dem Erschei­nungs­tag am 1. Juni. Doch ein paar Hun­dert­tau­send E-Books soll­ten schon über die digi­tale Tre­sen von Ama­zon, Apple und Co. gegan­gen sein. Nahm ich an.

   Zwei digi­tale Exemplare

Titel: Stäbler, Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten — E-Book“, las ich dort also, „Gesamt­ab­satz per 30.06.2013″. Und dane­ben — eine 2.

Eine 2? Wel­che Ein­heit ist damit gemeint?, schoss es mir durch den Kopf. Sind das 2.000 oder nur 200 oder gar 20.000? Ich suchte nach einer Legende — Fehlanzeige.

Da end­lich fiel der Gro­schen — und zeit­gleich mein Unter­kie­fer auf die Brust: Die 2 war kein Mul­ti­pli­ka­tor, son­dern die abso­lute Zahl. Ich hatte im Auf­takt­mo­nat also genau 2 E-Books von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ ver­kauft. Zwei. Z W E I ! ! !

Ich traute mich kaum, mei­nen Blick zu den Print-Verkaufszahlen zu rich­ten. Wenn das E-Book — die digi­tale Zukunft, der Ret­ter der Bran­che, das Lesen 2.0 — schon so jäm­mer­lich abge­schnit­ten hatte, wie sollte es dann erst bei der Papier­form aus­se­hen? Dem Medium von ges­tern. Den bedruck­ten toten Bäumen.

   Tau­send­mal mehr Papier

Halb erwar­tete ich dort eine 210 zu sehen: meine 10 Frei­ex­em­plare plus die 200 Bücher, die ich für mich bestellt hatte. Und tat­säch­lich: Dort stand eine 210 — jedoch mit einer wei­te­ren 6 an Schluss, also 2.106. Dem­nach hatte ich bei wei­tem mehr Papier­bü­cher als Digi­tal­bü­cher ver­kauft. Das Tot­holz, es lebt!

Lang­sam ließ ich den Zet­tel sin­ken, raschelte dabei extralaut mit dem Papier und schubste mein Gehirn zur nächs­ten Frage: 2.106… par­don: 2.108 Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ hatte ich also im Auf­takt­mo­nat ver­kauft. Ist das viel? Eher nicht. War ich zufrie­den? Eher schon — auch wenn ich mir man­gels Erfah­rung und Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten keine bestimmte Ver­kaufs­zahl als Ziel gesetzt hatte.

Nun muss ich zu mei­ner Schande geste­hen: Diese Ver­kaufs­zah­len von Anfang Juli sind der letzte mir bekannte Zwi­schen­stand. Seit­dem habe ich nichts mehr von Rowohlt gehört; ich ver­mute ein­mal, dass die nächste halb­jähr­li­che Abrech­nung Anfang Januar im Brief­kas­ten lie­gen wird. Im Sep­tem­ber stand ich jedoch in E-Mail-Kontakt mit dem Ver­lag, und da schrieb mir die Lek­to­rin, dass aktu­ell etwa 2.400 Exem­plare ver­kauft seien. Was ich zudem sicher weiß: Die Erst­auf­lage von 5.000 Büchern ist noch nicht gänz­lich ver­hö­kert, denn sonst wäre der Ver­lag wegen einer zwei­ten Auf­lage an mich herangetreten.

   Lei­der nicht ausgesorgt

Ich würde also schät­zen, dass bis­lang knapp 3.000 Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ ver­kauft wor­den sind. Heißt für mich einer­seits, dass ich mit dem Buch lei­der nicht für den Rest mei­nes Lebens aus­ge­sorgt habe und wei­ter arbei­ten muss (mehr zu den Finan­zen hin­ter Tür­chen #17). Ande­rer­seits habe ich weit mehr Men­schen erreicht und weit mehr Exem­plare unters Volk gebracht, als ich es mit einem Buch im Selbst­ver­lag geschafft hätte (–> Tür­chen #9) — grob geschätzt rund zehn­mal so viele.

Ich kann mit die­sen Ver­kaufs­zah­len also gut leben, zumal ich die Frage nach ihnen ohne­hin nur noch wie folgt beant­wor­ten werde: „Ich sag’s mal so: Ich habe von mei­nem Buch mehr als 1.000-mal so viele gedruckte Exem­plare wie E-Books ver­kauft. Und die sind ja bekannt­lich die Zukunft…“

 

Bis­her im Adventskalender:

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