Jan 27, 2014 - Buch, Lesungen    Kein Kommentar

Lesen & Schlemmen im fernen Westen

Wer übrigens selbst mal stopfen will: erst Darm- und Speiseröhrenöffnung zubinden, dann mittels einer dritten, künstlichen Öffnung den Magen umstülpen und stopfen.

Der Sau­ma­gen darf auch bei der kuli­na­ri­schen Lesung im Hambel’s nicht feh­len — aller­dings kommt er dort süß, mit Frucht­kom­pott und als Des­sert auf den Tisch.


Man nehme aufs Gera­te­wohl einen Teil vom Schwein, ser­viere dazu groß­zü­gig Kar­tof­feln in belie­bi­ger Kon­sis­tenz sowie blau-, grün-, rot-, braun– oder weiß­far­be­nen Kohl — und voilà, fer­tig ist ein tra­di­tio­nel­les, deut­sches Gericht. So ähnlich jeden­falls sehen viele Men­schen die hei­mi­sche Haus­manns­kost. Hab­haft. Ein­tö­nig. Langweilig.

Wie weit die­ses Vor­ur­teil von der Wahr­heit ent­fernt ist, habe ich auf mei­ner Reise erschme­cken dür­fen. Die Palette reichte vom def­ti­gen Eis­bein bis zum milchig-frischen Schnüsch; von Kie­ler Sprot­ten bis Tel­to­wer Rüb­chen; vom fruchtig-fleischigen Schle­si­schen Him­mel­reich bis zum vanille-süßen Mehl­pütt; dazu Cur­ry­wurst. Und Maul­ta­schen. Und Sau­ma­gen. Und Bam­ber­ger Zwie­bel. Und noch zig wei­tere Gerichte (hier geht’s zur Bil­der­ga­le­rie). Und selbst das war nur ein win­zi­ger Aus­schnitt der fan­ta­s­til­lio­nen deut­scher Regio­nal­spei­sen, die (lei­der) oft­mals in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind. Und — das letzte „und“, ver­spro­chen — und dass die deut­sche Küche auch zahl­lose vege­ta­ri­sche Schätze birgt, hat nicht zuletzt das wun­der­bare Buch „Deutsch­land Vege­ta­risch“ unter Beweis gestellt.

Dieses illustre Deutschland-Menü gibt's am 4. und 5. Februar im Hambels. Ach ja: Die "XXX" darf ich mit meinem Buch füllen.

Die­ses Deutschland-Menü gibt’s im Ham­bels. Die „XXX“ darf ich füllen.

Wie abwechs­lungs­reich deut­sche Regio­nal­kü­che sein kann, beweist nun auch Tho­mas Siegle, Küchen­chef im Ham­bels. Sein Vier-Gänge-Menü galop­piert durch vier Bun­des­län­der, von Fisch über Rind zum Schwein — und einem süßen Sau­ma­gen als Gaumenschließer. Zwischen den ein­zel­nen Gän­gen gibt’s zur Magen­ent­span­nung etwas auf die Ohren, und zwar die pas­sen­den Pas­sa­gen aus mei­nem Buch „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Denn Siegle ser­viert sein Menü im Rah­men zweier kuli­na­ri­scher Lesun­gen, zu denen ich am 4. und 5. Februar ins pfäl­zi­sche Wachen­heim reise.

Beim Blick auf den opu­len­ten Spei­se­plan wird schnell klar, warum ich die­sen bei­den Ver­an­stal­tun­gen ent­ge­gen­fie­bere. Und das Beste daran ist: Wachen­heim wird nicht der ein­zige kuli­na­ri­sche Höhe­punkt auf mei­ner Tour in den fer­nen Wes­ten. Denn außer in der Pfalz lese ich auch in Saar­brü­cken, wo die Bau­ern­stube ein Drei-Gänge-Menü unter dem Motto „Quer durchs Saar­land“ ser­viert. Außer­dem mache ich zuvor noch Halt im beschau­li­chen Wil­helms­dorf — in fami­liä­rer Atmo­sphäre und mit schwä­bi­schen Spezialitäten.

Hier die Ter­mine im Einzelnen:

  • Am Mon­tag, 3. Februar, lese ich im um 19 Uhr Café Stäbler im ober­schwä­bi­schen Wil­helms­dorf. Wer dahin­ter fami­liäre Bande ver­mu­tet, liegt rich­tig — auch, wenn ich nicht ganz sat­tel­fest bin, wie genau ich nun mit den lie­bens­wer­ten Besit­zern ver­wandt bin. Viel wich­ti­ger ist ohne­hin: Nach der Lesung gibt’s schwä­bi­sche Schman­kerl, und oben­drein ist der Ein­tritt zu der Ver­an­stal­tung frei.
  • Am Diens­tag und Mitt­woch, den 4. und 5. Februar, lädt das Hambel’s in Wachen­heim zu zwei kuli­na­ri­schen Lesun­gen. Das Restau­rant hat unlängst eröff­net und gehört zur Metz­ge­rei Ham­bel — also jener Insti­tu­tion, die Hel­mut Kohl stets mit Sau­ma­gen belie­fert hat, und der ich auf mei­ner Reise einen Besuch abge­stat­tet habe (zum Bericht). Noch gibt’s einige Rest­kar­ten für 45€/Person, mehr Infos unter 06322/9563340.
  • Saar­land trifft Deutsch­land“ heißt das Motto am Sams­tag, 9. Februar, um 19 Uhr in der Bau­ern­stube Saar­brü­cken. In der Hei­mat des Schwenkbraten-Experten Klaus-Günter Koch lese ich aus mei­nem Buch; dazu ser­viert die Küche ein „Quer durchs Saarland“-Menü mit Lyo­ner­suppe, Dib­belab­bes und — natür­lich — Schwenk­bra­ten. Mehr Infos zu der Ver­an­stal­tung ste­hen auf der Web­seite der Bau­ern­stube.

Zurück in der Hei­mat fol­gen im Februar dann noch drei Lesun­gen in und um Mün­chen. Details dazu ste­hen in der Rubrik Ter­mine.

Klaus-Günter Koch, Schwenkbraten-Experte der Bauernstube Saarbrücken.

Klaus-Günter Koch, Schwenkbraten-Experte der Bau­ern­stube Saarbrücken.

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