Kategorie: "Lesungen"
Jun 12, 2014 - Lesungen    2 Kommentare

Fußball, Futtern und so fort

Am Freitag, den 27. Juni, kocht Sebastian Dickhaut deutsche Schmankerl im Hukodi - und ich lese dazu aus "Speisende soll man nicht aufhalten".

Am Frei­tag, den 27. Juni, kocht Sebas­tian Dick­haut deut­sche Schman­kerl im Hukodi — und ich lese dazu aus „Spei­sende soll man nicht aufhalten“.

 

Was macht Ihr am Don­ners­tag, den 26. Juni? Na klar, das WM-Duell Deutsch­land gegen USA anschauen. Das letzte Grup­pen­spiel, Jogi vs. Klinsi, Brat­wurst vs. Hot­dog — was denn sonst?

Was mache ich am Don­ners­tag, den 26. Juni? Na klar, das WM-Duell Deutsch­land gegen USA anschauen. Hätte ich bis vor ein paar Wochen gesagt. Und wäre damit gründ­lich dane­ben gelegen.

Denn anders als 98 von 100 Deut­schen werde ich an die­sem Don­ners­tag­abend nicht vor Fern­se­her oder Lein­wand sit­zen — son­dern auch einem Stuhl. Und vor­le­sen. In Büdin­gen. Vor wahr­schein­lich drei bis vier fußball-hassenden Besu­chern. Denn ernst­haft kann ich mir kaum vor­stel­len, dass mehr Leute zu mei­ner Lesung im Restau­rant Son­nen­berg nach Büdin­gen kom­men, wenn par­al­lel dazu die deut­sche Natio­nal­elf um das Wei­ter­kom­men bei der Fußball-WM ringt.

    Lukul­li­sches Lau­schen im Hukodi

Aber sei’s drum — ich habe den Ter­min schon vor zig Mona­ten ver­ein­bart und freue mich natür­lich auf die Ver­an­stal­tung. Ach ja: Ich könnt mir vor­stel­len, dass es noch Tickets gibt — wenn Ihr also Lust habt…

Oder Ihr schaut ein­fach tags dar­auf im Koch­stu­dio Hukodi in Mün­chen vor­bei. Dort steigt am Frei­tag, den 27. Juni, meine vor­erst letzte Lesung, bevor es in die Som­mer­pause geht. Das Ganze ist übri­gens viel mehr als „nur“ eine Lesung: Der Autor, Koch und Hukodi-Chef Sebas­tian Dick­haut kre­denzt spe­zi­ell für die­sen Abend ein Mehr­gän­ge­menü — deut­sche Haus­manns­kost, ver­steht sich. Und allen WM-Aficionados sei gesagt: Am Frei­tag ist in Bra­si­lien spielfrei.

Tickets für Lesung & Menü kos­ten 32 Euro und kön­nen per Mail an hukodi@sebastian-dickhaut.de reser­viert wer­den (mehr Infos hier).

    Eine Mischung aus Ingo Appelt und Baldy Man

Und damit genug der Glas­ku­ge­leien — statt­des­sen noch drei kurze Bli­cke zurück.

Ers­tens, auf eine prima Ver­an­stal­tung im Haus der Geschichte in Bonn. Dort ist aktu­ell die Son­der­aus­stel­lung „Is(s) was?! Essen und Trin­ken in Deutsch­land zu sehen“, die unter ande­rem auch meine kuli­na­ri­sche Reise auf­greift. Aus die­sem Anlass habe ich mein Buch bei einer kuli­na­ri­schen Lesung vor­ge­stellt. Hier ein paar Bil­der (Quelle: Mar­tin Magunia/Stiftung Haus der Geschichte):

(Anm.: Wie auf den Fotos unschwer zu erken­nen ist, hing mir den gan­zen Abend eine Haar­strähne quer über die Stirn, sodass ich aus­sah wie eine Kreu­zung aus Ingo Appelt und Baldy Man. Dazu muss ich sagen, dass ich an die­sem Tag erst­mals seit der 9. Klasse (gefühlt) Haar­gel ver­wen­det habe, weil mir sonst meine inzwi­schen über­wilde Mähne beim Lesen über den Augen hängt. Nun bin ich offen­bar im Umgang mit Gel noch nicht so firm — und oben­drein waren alle Anwe­sen­den so höf­lich, mich nicht auf Lori­ots Nudel Kon­kur­renz machende Strähne anzu­spre­chen. Doch was soll’s — auch mit Stirn­schmuck war’s ein rundum gelun­ge­ner Abend mit net­ten Ver­an­stal­tern und vie­len Besuchern.)

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Foto: Mar­tin Magu­nia; alle Rechte vor­be­hal­ten; Foto fuer Stif­tung Haus der Geschichte Bonn (HdG); alle Rechte frei fuer HdG

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Am Frei­tag, den 27. Juni, kocht Sebas­tian Dick­haut deut­sche Schman­kerl im Hukodi — und ich lese dazu aus „Spei­sende soll man nicht aufhalten“.

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LU — 29 Bli­cke auf Ludwigshafen

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Zwei­tens war ich im Mai Teil der Unter­ha­chin­ger Lese­nacht. An die­sem Abend tou­ren nicht weni­ger als ein Dut­zend Auto­ren zu ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tungs­or­ten durch den Münch­ner Vor­ort und lesen dort je eine Drei­vier­tel­stunde aus ihrem Werk. In die­sem Jahr waren so renom­mierte Namen wie Til­man Speng­ler oder  Fritz Egner in Unter­ha­ching — und doch haben sich etli­che Besu­cher zu mei­nen bei­den Lesun­gen ver­irrt. Auch hier nehme ich durch­weg posi­tive Erin­ne­run­gen mit nach Hause — und dies­mal saß die haargel-fixierte Fri­sur sogar den gan­zen Abend.

Drit­tens will ich an die­ser Stelle kurz noch ein Buch­pro­jekt erwäh­nen, zu dem ich eben­falls ein Kapi­tel beige­tra­gen habe. Die Rede ist von LU — 29 Bli­cke auf Lud­wigs­ha­fen“. Darin stel­len ver­schie­dene Auto­ren, Künst­ler, Jour­na­lis­ten, Dich­ter und Musi­ker die Stadt am Rhein aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven vor. Mein Part dreht sich — quelle sur­prise! — um das Thema Essen und heißt: „Von Bier­aka­de­mie bis BASF-Kantine — Ein kuli­na­ri­scher Streif­zug durch Ludwigshafen“.

LU - 29 Blicke auf Ludwigshafen

LU — 29 Bli­cke auf Ludwigshafen

Feb 13, 2014 - Buch, Lesungen    2 Kommentare

Letzte Lese

Hin­ter mir liegt die dritte von drei Lese­rei­sen, die mich bis in den fer­nen Wes­ten der Repu­blik nach Saar­brü­cken geführt hat. Gemes­sen am Besu­cher­zu­spruch und an den ver­kauf­ten Büchern war es meine erfolg­reichste Tour; und vor allem die Ver­an­stal­tung im Café P. Stäbler in Wil­helms­dorf (rich­tig kom­bi­niert, Wat­son: Hier steckt Vet­tern­wirt­schaft dahin­ter) und die bei­den kuli­na­ri­schen Lesun­gen im Hambel’s in Wachen­heim an der Wein­straße waren oberk­norke, oder wie die jun­gen Leut‘ das inzwi­schen auch immer nennen.

An die­ser Stelle will ich jedoch noch etwas wei­ter zurück­bli­cken — und zwar zum Reus­si­schen Hof nach Schmölln, wo ich auf mei­ner zwei­ten Lese­reise Ende Januar Sta­tion gemacht habe. Dort kamen rund 40 Gäste, und was mich beson­ders gefreut hat: Auch Mutz­bra­ten­kö­nig André Scha­kal­e­ski gab sich ein Stell­dich­ein (zum Bericht im Blog) — sowie Gun­ter Auer, ein Repor­ter von tv.altenburg.

Bei die­sem Regio­nal­sen­der gab’s wenig spä­ter einen Bei­trag über meine Lesung zu sehen, und Gun­ter war so freund­lich, mir die­sen auf DVD zuzu­schi­cken. Mit sei­ner Erlaub­nis teile ich sei­nen Film hier:

P.S. Das Rei­sen hat für ich zwar vor­erst ein Ende, nicht aber das Lesen. So stelle ich heute (Donnerstag-) Abend um 19.30 Uhr mein Buch in der Stadt­bi­blio­thek Unter­schleiß­heim vor (mehr), und am Diens­tag, den 25. Februar, geht’s in die Gemein­de­bi­blio­thek Unter­föh­ring (mehr). Dazwi­schen war­tet noch ein beson­de­res Schman­kerl: Am Sams­tag, den 22. Februar, lädt die sym­pa­thi­sche, kleine Buch­hand­lung Buch & Bohne am Münch­ner Kapu­zi­ner­platz (U-Bahn Goe­the­platz) um 18 Uhr zu einer kuli­na­ri­schen Lesung — mit mir, mei­nem Buch und mei­ner haus­ge­mach­ten Grü­nen Soße (mehr). Wei­tere Infos ste­hen in der Rubrik Ter­mine.

Jan 27, 2014 - Buch, Lesungen    Kein Kommentar

Lesen & Schlemmen im fernen Westen

Wer übrigens selbst mal stopfen will: erst Darm- und Speiseröhrenöffnung zubinden, dann mittels einer dritten, künstlichen Öffnung den Magen umstülpen und stopfen.

Der Sau­ma­gen darf auch bei der kuli­na­ri­schen Lesung im Hambel’s nicht feh­len — aller­dings kommt er dort süß, mit Frucht­kom­pott und als Des­sert auf den Tisch.


Man nehme aufs Gera­te­wohl einen Teil vom Schwein, ser­viere dazu groß­zü­gig Kar­tof­feln in belie­bi­ger Kon­sis­tenz sowie blau-, grün-, rot-, braun– oder weiß­far­be­nen Kohl — und voilà, fer­tig ist ein tra­di­tio­nel­les, deut­sches Gericht. So ähnlich jeden­falls sehen viele Men­schen die hei­mi­sche Haus­manns­kost. Hab­haft. Ein­tö­nig. Langweilig.

Wie weit die­ses Vor­ur­teil von der Wahr­heit ent­fernt ist, habe ich auf mei­ner Reise erschme­cken dür­fen. Die Palette reichte vom def­ti­gen Eis­bein bis zum milchig-frischen Schnüsch; von Kie­ler Sprot­ten bis Tel­to­wer Rüb­chen; vom fruchtig-fleischigen Schle­si­schen Him­mel­reich bis zum vanille-süßen Mehl­pütt; dazu Cur­ry­wurst. Und Maul­ta­schen. Und Sau­ma­gen. Und Bam­ber­ger Zwie­bel. Und noch zig wei­tere Gerichte (hier geht’s zur Bil­der­ga­le­rie). Und selbst das war nur ein win­zi­ger Aus­schnitt der fan­ta­s­til­lio­nen deut­scher Regio­nal­spei­sen, die (lei­der) oft­mals in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind. Und — das letzte „und“, ver­spro­chen — und dass die deut­sche Küche auch zahl­lose vege­ta­ri­sche Schätze birgt, hat nicht zuletzt das wun­der­bare Buch „Deutsch­land Vege­ta­risch“ unter Beweis gestellt.

Dieses illustre Deutschland-Menü gibt's am 4. und 5. Februar im Hambels. Ach ja: Die "XXX" darf ich mit meinem Buch füllen.

Die­ses Deutschland-Menü gibt’s im Ham­bels. Die „XXX“ darf ich füllen.

Wie abwechs­lungs­reich deut­sche Regio­nal­kü­che sein kann, beweist nun auch Tho­mas Siegle, Küchen­chef im Ham­bels. Sein Vier-Gänge-Menü galop­piert durch vier Bun­des­län­der, von Fisch über Rind zum Schwein — und einem süßen Sau­ma­gen als Gaumenschließer. Zwischen den ein­zel­nen Gän­gen gibt’s zur Magen­ent­span­nung etwas auf die Ohren, und zwar die pas­sen­den Pas­sa­gen aus mei­nem Buch „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Denn Siegle ser­viert sein Menü im Rah­men zweier kuli­na­ri­scher Lesun­gen, zu denen ich am 4. und 5. Februar ins pfäl­zi­sche Wachen­heim reise.

Beim Blick auf den opu­len­ten Spei­se­plan wird schnell klar, warum ich die­sen bei­den Ver­an­stal­tun­gen ent­ge­gen­fie­bere. Und das Beste daran ist: Wachen­heim wird nicht der ein­zige kuli­na­ri­sche Höhe­punkt auf mei­ner Tour in den fer­nen Wes­ten. Denn außer in der Pfalz lese ich auch in Saar­brü­cken, wo die Bau­ern­stube ein Drei-Gänge-Menü unter dem Motto „Quer durchs Saar­land“ ser­viert. Außer­dem mache ich zuvor noch Halt im beschau­li­chen Wil­helms­dorf — in fami­liä­rer Atmo­sphäre und mit schwä­bi­schen Spezialitäten.

Hier die Ter­mine im Einzelnen:

  • Am Mon­tag, 3. Februar, lese ich im um 19 Uhr Café Stäbler im ober­schwä­bi­schen Wil­helms­dorf. Wer dahin­ter fami­liäre Bande ver­mu­tet, liegt rich­tig — auch, wenn ich nicht ganz sat­tel­fest bin, wie genau ich nun mit den lie­bens­wer­ten Besit­zern ver­wandt bin. Viel wich­ti­ger ist ohne­hin: Nach der Lesung gibt’s schwä­bi­sche Schman­kerl, und oben­drein ist der Ein­tritt zu der Ver­an­stal­tung frei.
  • Am Diens­tag und Mitt­woch, den 4. und 5. Februar, lädt das Hambel’s in Wachen­heim zu zwei kuli­na­ri­schen Lesun­gen. Das Restau­rant hat unlängst eröff­net und gehört zur Metz­ge­rei Ham­bel — also jener Insti­tu­tion, die Hel­mut Kohl stets mit Sau­ma­gen belie­fert hat, und der ich auf mei­ner Reise einen Besuch abge­stat­tet habe (zum Bericht). Noch gibt’s einige Rest­kar­ten für 45€/Person, mehr Infos unter 06322/9563340.
  • Saar­land trifft Deutsch­land“ heißt das Motto am Sams­tag, 9. Februar, um 19 Uhr in der Bau­ern­stube Saar­brü­cken. In der Hei­mat des Schwenkbraten-Experten Klaus-Günter Koch lese ich aus mei­nem Buch; dazu ser­viert die Küche ein „Quer durchs Saarland“-Menü mit Lyo­ner­suppe, Dib­belab­bes und — natür­lich — Schwenk­bra­ten. Mehr Infos zu der Ver­an­stal­tung ste­hen auf der Web­seite der Bau­ern­stube.

Zurück in der Hei­mat fol­gen im Februar dann noch drei Lesun­gen in und um Mün­chen. Details dazu ste­hen in der Rubrik Ter­mine.

Klaus-Günter Koch, Schwenkbraten-Experte der Bauernstube Saarbrücken.

Klaus-Günter Koch, Schwenkbraten-Experte der Bau­ern­stube Saarbrücken.

Jan 14, 2014 - Buch, Lesungen    Kein Kommentar

Wer kommt zur Lesung — und wenn ja, wie viele?

Einer spricht, alle lauschen - im Idealfall. (Quelle: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig)

In Leip­zig habe ich vor einem Ozean aus Leere gele­sen — mit ver­ein­zel­ten Besu­cher­bo­jen. (Quelle: Zeit­ge­schicht­li­ches Forum Leipzig)

Meine erste Lesung im Zeit­ge­schicht­li­chen Forum in Leip­zig. Ein rie­si­ger Saal, alles hoch­mo­dern, Ton­check, Lichtar­ran­ge­ment, Mikro­fone, Steh­pult, das obli­ga­to­ri­sche Was­ser­glas und davor fest bestuhlte Sitz­rei­hen für 250 Menschen. „Aber seien Sie nicht ent­täuscht, wenn es nicht ganz voll wird“, sagt die freund­li­che, junge Dame von der Pressestelle.

Wenig spä­ter weiß ich: Ihre War­nung ist wie der Hin­weis eines Zahn­arz­tes vor der Wur­zel­be­hand­lung, dass es nun „etwas unge­müt­lich“ wer­den könne. Denn tat­säch­lich sit­zen bei Lesungs­be­ginn höchs­tens 20 Mensch­lein im Raum — ver­spren­kelt wie Bojen in einem Ozean aus Leere.

Ich selbst bin frei­lich viel zu auf­ge­regt, um ent­täuscht zu sein. Da gibt es wirk­lich Men­schen, die hören wol­len, wie ich aus mei­nem Buch lese — obgleich wir mei­nes Wis­sens weder ver­wandt sind, noch haben sie dafür Geld erhal­ten. Also lese ich, wie ich seit dem Vor­le­se­wett­be­werb in der 3. Klasse nicht mehr gele­sen hatte — mit reich­lich Verve, noch mehr Ver­has­plern, aber unbän­di­ger Freude.

  Warum kom­men sie? Und wenn ja, wie viele?

Erst einige Wochen spä­ter, beim Blick auf die Bil­der des muse­ums­ei­ge­nen Foto­gra­fen, der es auf sei­nen Auf­nah­men tat­säch­lich geschafft hat, die Besu­cher­bo­jen wie eine Art Publi­kum wir­ken zu las­sen — da also stelle ich mir fol­gende Frage: Wieso sind nur so wenige Men­schen zu der Lesung erschie­nen? Oder sind 20 Besu­cher gar nicht wenig, son­dern viel­mehr ein Erfolg? Und was muss man tun, um mehr Leute anzulocken?

Meh­rere Monate und knapp ein Dut­zend Ver­an­stal­tun­gen spä­ter habe ich auf all diese Fra­gen eine klare Ant­wort: Keine Ahnung!

Sicher: Per­sön­li­che Kon­takte am Ver­an­stal­tungs­ort sind hilf­reich. Ebenso Ankün­di­gun­gen in den Medien. Aber…

  • … in Ravens­burg habe ich ein Jahr gelebt, pflege noch Kon­takte zu Freun­den und Ver­wand­ten, dazu wird die Lesung mit einem rie­si­gen Bild in der örtli­chen Mono­pol­zei­tung ange­kün­digt — und den­noch ver­ir­ren sich gerade ein­mal 20 Men­schen zu der Ver­an­stal­tung. Und das bei kos­ten­freiem Eintritt!
  • … in Sig­ma­rin­gen hin­ge­gen erschei­nen deut­lich mehr Besu­cher — obgleich ich dort nie zuvor gewe­sen bin und die Tickets immer­hin acht Euro kosten.
  • … in Stutt­gart wird meine Lesung in diver­sen Medien ange­kün­digt — und doch sitze ich dort vor gerade ein­mal 15 Zuhörern.
  • … in Gar­ching hin­ge­gen erscheint nur eine Mel­dung in Lokal­zei­tung und Anzei­gen­blatt — und doch lau­schen dort mehr als 60 Men­schen mei­nen Wor­ten in der Stadtbibliothek.

Kurzum: Für mich ist und bleibt es ein Rät­sel, warum jemand zu (m)einer Lesung kommt — und wenn ja, wie viele? Umso gespann­ter bin ich nun auf die Ver­an­stal­tun­gen in der kom­men­den Woche, die mich unter ande­rem in den äußers­ten Osten der Repu­blik führen:

  •  In Nürn­berg lese ich am Diens­tag, 21. Januar, um 19 Uhr in der Schäu­fe­le­wärt­s­chaft — Hei­mat der Freunde des Frän­ki­schen Schäu­fele. Letz­tere las­sen es sich selbst­ver­ständ­lich nicht neh­men, den Gäs­ten ein ofen­fri­sches Schäu­fele mit Kloß & Soß zu ser­vie­ren (vege­ta­ri­sche Alter­na­tive: Gemü­se­auf­lauf). Wei­tere Infos ste­hen auf der Face­book­seite des Ver­eins.
  • In Schmölln lese ich am Mitt­woch, 22. Januar, um 19 Uhr im Reus­si­schen Hof. Dort setzt sich meine kuli­na­ri­sche Deutsch­land­reise auf dem Menü­plan fort: In den Lese­pau­sen kön­nen sich die Besu­cher selbst vom Geschmack von Grüne Soße, Mehl­pütt und Co. überzeugen.
  • In Zit­tau lese ich am Don­ners­tag, 23. Januar, um 19 Uhr im Wirts­haus Zum Alten Sack. Im Bei­sein von Wirt Peter Bes­ser geht es dort unter ande­rem um das Natio­nal­ge­richt der Region: die Ober­lau­sit­zer Teichelmauke.

Nach einer ein­wö­chi­gen Ver­schnauf­pause folgt Anfang Februar meine vor­erst letzte Lese­tour — in den fer­nen Wes­ten, in die Pfalz und nach Saar­brü­cken. Danach war­ten noch ver­ein­zelte Ver­an­stal­tun­gen in und um Mün­chen, aber all das werde ich an die­ser Stelle bei­zei­ten noch ein­mal gebüh­rend auswalzen.

P.S. Die­ser Bei­trag könnte beim geneig­ten Leser den Ein­druck erwe­cken, ich würde den Erfolg einer Lesung aus­schließ­lich an der Besu­cher­zahl mes­sen — was ich hier­mit aus­drück­lich ver­neine. Viel wich­ti­ger ist mir oft­mals das Ambi­ente, die Stim­mung, die Laune der Gäste, das Wie­der­se­hen von bekann­ten Gesich­tern, die Zahl der ver­kauf­ten Bücher und — natür­lich — das anschlie­ßende Essen.

Nov 7, 2013 - Buch, Lesungen    2 Kommentare

Go West!

Ab ins Land von Maultasche, Fleischküchle, Kartoffelsalat, Saiten, Linsen und Spätzle (von links nach rechts bzw. unten nach oben): Meine erste Lesetour führt mich nach Baden-Württemberg.

Ab ins Land von Maul­ta­sche, Fleisch­küchle, Kar­tof­fel­sa­lat, Sai­ten, Lin­sen und Spätzle (von links nach rechts bzw. unten nach oben): Meine erste Lese­tour führt nach Baden-Württemberg.

Als Tee­nie der 90er-Jahre wollte ich an die Über­schrift anknüp­fend von den Pet Shop Boys erzäh­len — als mich die Wiki­pe­dia eines Bes­se­ren belehrte. Denn zu mei­ner Über­ra­schung stammt das Lied Go West nicht etwa aus der Feder der bri­ti­schen Dance­kombo — Uni­for­mierte, Stech­schritt, die Frei­heits­sta­tue, ihr wisst schon -, son­dern im Ori­gi­nal von den nicht min­der desi­gn­be­wuss­ten Vil­lage People aus dem Jahr 1979.

Doch sei’s drum, nach Wes­ten mache ich mich also auf; nicht, um zu sin­gen — gott­lob. Statt­des­sen will ich erzäh­len und lesen, näm­lich aus mei­nem Buch „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Diese erste ein­wö­chige Lese­tour, der zwei wei­tere Anfang 2014 fol­gen, führt mich über das All­gäu nach Ober­schwa­ben und bis hin­auf in Stutt­gart — und alle vier Ver­an­stal­tun­gen sind für mich in gewis­ser Weise besonders:

  • In Kemp­ten lese ich am Mon­tag­abend, 2. Dezem­ber, um 19 Uhr in der Alt­stadt­wirt­schaft — einem Lokal, das mei­ner Vor­stel­lung von einem per­fek­ten Restau­rant sehr nahe kommt. Dazu gibt’s dort die welt­bes­ten Kässpat­zen, die ich an die­ser Stelle schon ein­mal gewür­digt habe.
  • Tags dar­auf, am 3. Dezem­ber, folgt eine Lesung in Ravens­burg, im Medi­en­haus der Schwä­bi­schen Zei­tung. Bei der SZ habe ich nicht nur knapp vier Jahre gear­bei­tet, son­dern dort ist auch meine wöchent­li­che Kolumne erschie­nen, die ich wäh­rend mei­ner Reise geschrie­ben habe.
  • Nach einem Abend mit alten Kol­le­gen und dem Schwel­gen in ver­gan­ge­nen Zei­ten sowie einem — mut­maß­lich not­wen­di­gen — Erho­lungs­tag lese ich am Don­ners­tag, 5. Dezem­ber, im Hof­thea­ter in Sig­ma­rin­gen.
  • Zum Abschluss der Lese­reise steht am Frei­tag­abend, 6. Dezem­ber, in Stutt­gart eine Lesung an, auf Ein­la­dung des Muse­ums­ver­eins Stuttgart-Ost (MUSE-O). Dort freue ich mich auf ein Wie­der­se­hen mit dem His­to­ri­ker Ulrich Gohl und dem Jour­na­lis­ten Jür­gen Brand, die mir auf mei­ner Recher­cher­eise eine herr­li­che Geschichte zum Gais­bur­ger Marsch gelie­fert haben.

Danach geht’s zurück nach Mün­chen, ehe in der nächs­ten Woche die letzte Lesung die­ses Jah­res war­tet: am Don­ners­tag, 12. Dezem­ber, um 19.30 Uhr in der Stadt­bü­che­rei Gar­ching. Tickets für diese Ver­an­stal­tung könnt ihr übri­gens schon jetzt kos­ten­los in der Büche­rei abho­len (mehr dazu hier).

 

Eine Über­sicht aller Lesun­gen fin­det Ihr in der Rubrik Ter­mine.

Aug 12, 2013 - Buch, Lesungen    2 Kommentare

Gesucht: Platzerl zum Lesen

Nicht scharf, aber schön: ein Foto von meiner Premierenlesung im Provisorium in München.

Nicht scharf, aber schön: ein Foto von mei­ner Pre­mie­ren­le­sung in München.

Liebe Spei­sende, Liebe Rei­sende, Liebe Lesende,

ich brau­che eure Hilfe. Und zwar geht’s um Fol­gen­des: Ich bin gerade dabei, eine Reihe von Lesun­gen mei­nes Buches „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ für die Monate Okto­ber bis Januar zu orga­ni­sie­ren. Im Prin­zip deutsch­land­weit; gerne an Orten, die ich auf mei­ner kuli­na­ri­schen Reise besucht habe (zur Route); aber auch über­all, wo gutes Essen und ein biss­chen Lese­freude gou­tiert wer­den; selbst­ver­ständ­lich auch in Schlagdis­tanz von Mün­chen, weil das die Anreise erleich­tert; und mög­li­cher­weise sogar in Koope­ra­tion mit einem Lokal bzw. Koch in Form einer kuli­na­ri­schen Lesung.

Wo also kon­kret? Da erhoffe ich mir Tipps von euch! Kennt Ihr Buchläden/ Vereine/Restaurants/Firmen/Rotlichtbars/Sonstwas mit net­ten Inha­bern, die immer auf der Suche nach einem entspannt-unterhaltsamen Abend­pro­gramm sind? Oder wollt Ihr selbst eine Lesung ver­an­stal­ten und braucht noch einen Lesenden?

Dann gebt mir doch bitte Bescheid — hier bei Face­book oder per Mail/Telefon (Kon­takt­mög­lich­kei­ten).

P.S. Freuen würd’s mich außer­dem, wenn ihr die­sen Auf­ruf teilt — per Face­book, Twit­ter, Tele­gramm oder alt­her­ge­brach­ter Mund-zu-Mund-Propaganda. Die ent­spre­chen­den Links fin­det ihr unter dem Arti­kel. Danke!