Kategorie: "Mecklenburg-Vorpommern"

Begegnungen in der Diaspora

Die schöns­ten Begeg­nun­gen mei­ner Reise sind jene, die so unver­hofft daher­kom­men wie ein ver­ges­se­ner Euro­schein, der vor dem Wasch­gang aus der Hosen­ten­ta­sche flat­tert. So etwa mein Auf­ein­an­der­tref­fen mit Mario Samm­ler. Der Leh­rer, Wein– und Whis­ky­händ­ler gabelte mich an einer Auto­bahn­aus­fahrt nahe Neu­bran­den­burg auf. Eigent­lich wollte ich an die­sem nass­kal­ten Tag nur noch in die Pen­sion, ins warme Bett, aus­ru­hen — doch dann lud mich Mario in seine Whisky-Lounge ein und bescherte mir ein unver­gess­li­ches Erlebnis.

Von der Begeg­nung mit dem „hin­ter­wäld­le­ri­schen Ossi“ in der Dia­spora habe ich bereits in mei­nem Blog berich­tet. Nun habe ich Mario und sei­ner Whisky-Lounge auch meine jüngste Kolumne im Münch­ner Mer­kur gewid­met. (Lesehin­weis: Am bes­ten auf das Bild kli­cken, um zum Arti­kel zu gelan­gen — und dann erneut dar­auf kli­cken, um ihn zu vergrößern.)

Die Qual mit dem Wal

Wenn sich irgend­wann in einem Schrei­ber­le­ben ein­mal die Mög­lich­keit bie­tet, die bei­den Wör­ter Schweins­wal und George W. Bush in ein und dem sel­bem auch nur halb­wegs sinn­vol­len Text zu gebrau­chen, dann heißt es zuschla­gen bzw. los­tip­pen. Her­aus­ge­kom­men ist ein Gschich­terl aus Stral­sund, zugleich die jüngste mei­ner wöchent­li­chen Kolum­nen im Münch­ner Merkur.

Lese­freund­li­cher gibt’s den Arti­kel wie immer auf der Web­seite des Mer­kur. Und auch dies­mal will ich die Chance nutzen,um auf die Facebook-Seite der net­ten Kol­le­gen von der Landkreis-Redaktion hinzuweisen.

Artikel Münchner Merkur

Zum Nachkochen (9): Stralsunder Prasselkuchen

Im Som­mer klap­pert Peter Hoff­mann die Strände rund um Stral­sund ab: Aus dem Bauch­la­den ver­kauft er die Bücher sei­nes Strand­läu­fer Ver­lags — dar­un­ter Lokalkri­mis aus der Feder von ihm und sei­ner Frau Katrin.

600 Koch­bü­cher ste­hen in Kat­rin Hoff­manns Schrank, dazu kom­men noch ein­mal fast 30.000 aus­ge­schnit­tene und abge­schrie­bene Rezepte. Da wirkt es fast spar­sam, dass sich die gebür­tige Stral­sun­de­rin in ihrem eige­nen Stralsund-Kochbuch auf rund 120 Gerichte beschränkt hat.

Den­noch schafft es Hoff­mann bei mei­nem Besuch, zumin­dest gefühlt jedes ein­zelne Rezept samt zuge­hö­ri­ger Anek­dote vor­zu­stel­len — und das in ein­ein­halb Stun­den. Sel­ten habe ich einen Men­schen erlebt, der so viel Fach­wis­sen mit so gro­ßer Mit­tei­lungs­freude, so erstaun­li­chem Erzähl­tempo und so außer­ge­wöhn­li­cher Erzähl­dichte vereint.

Mit einer Fülle an Infor­ma­tio­nen, einem Stralsund-Krimi aus dem Hoffmann’schen Strandläufer-Verlag und einem Rezept für Pras­sel­ku­chen in der Tasche ver­ab­schiebe ich mich von der Auto­rin. Letz­te­res ist dabei genau nach mei­nem Geschmack: ein­fach aber lecker. Der Name Pras­sel­ku­chen lei­tet sich übri­gens von der knusp­ri­gen Kon­sis­tenz des Gebäcks her. Denn wie Hoff­mann es for­mu­liert: „Beim Essen muss das rich­tig prasseln!“

Zuta­ten:

  • 1 Packung Blätterteig
  • 250 Gramm Butter
  • 10 Ess­löf­fel Mehl
  • 5 Ess­löf­fel Zucker
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 Gramm Milch

Zube­rei­tung:

  1. Blät­ter­teig auf einem Blech dünn ausrollen
  2. Teig mit schar­fem Mes­ser in 12 gleich große Teile schneiden
  3. Teig mit Milch bestreichen
  4. But­ter mit Mehl und übri­gen Zuta­ten zu gleich­mä­ßig gro­ßen Streu­seln ver­kne­ten (am bes­ten mit den Händen)
  5. Streu­sel auf dem Blät­ter­teig verteilen
  6. Back­ofen auf 180 Grad vor­hei­zen und Teig 20 Minu­ten backen
  7. Kuchen danach sofort aus dem Ofen holen, damit er knusp­rig bleibt
  8. Nach Wunsch kommt noch Zucker­guss oder Puder­zu­cker auf den Kuchen

Guten Appe­tit!

(Das Rezept stammt aus dem Stralsunder-Kochbuch. Ich ver­öf­fent­li­che es hier mit freund­li­cher Erlaub­nis von der Auto­rin Kat­rin Hoffmann.)

Ein Stück Pras­sel­ku­chen (gemein­freies Bild/Wikimedia Commons)

Vom „hinterwäldlerischen Ossi“ in der Diaspora

Ein Ort zum Stau­nen: Mario Samm­lers Whisky-Lounge.

Diese Geschichte könnte nir­gendwo bes­ser begin­nen als an die­ser tris­ten Auto­bahn­aus­fahrt nahe Neu­bran­den­burg. Im Nie­mands­land von Meck­len­burg hat mich ein rüs­ti­ger Rent­ner abge­setzt; wie stets bin ich per Anhal­ter unter­wegs. Es ist lau­sig kalt, Regen­trop­fen pras­seln mir ins Gesicht, und die­ser Platz direkt an der Land­straße ist für Tram­per unge­fähr so geeig­net wie ein dop­pel­ter Espresso als Einschlafhilfe.

Eine halbe Stunde lang don­nert Auto um Auto an mei­nem aus­ge­streck­ten Dau­men vor­bei; meine Laune ist längst so fros­tig wie das spät­win­ter­li­che Wet­ter. Da stoppt plötz­lich ein sil­ber­ner Mer­ce­des. „Nach Neu­bran­den­burg? Kann ich dich mit­neh­men“, brummt der Fah­rer. Ich steige ein und hoffe auf dia­log­freie 15 Kilo­me­ter. Ankom­men, ein Glas Tee, ein war­mes Bett — mehr will ich nicht mehr von die­sem nass­grauen Reisetag.

Ent­spre­chend wort­karg beant­worte ich die Fra­gen des Man­nes am Mer­ce­des­steuer. „Du schreibst ein Buch über das kuli­na­ri­sche Deutsch­land?“ Offen­bar regt sich sein Inter­esse. „Dann fah­ren wir jetzt zu dei­ner Pen­sion, las­sen dei­nen Ruck­sack dort, und du kommst mit zu mir.“ Das Nein liegt mir schon auf der Zunge. Doch ers­tens habe ich mir vor­ge­nom­men, die­ses Wort auf mei­ner Reise so sel­ten wie mög­lich zu gebrau­chen. Und zwei­tens hat Mario, so heißt der Fah­rer, einen Satz gesagt, der mein Inter­esse weckt: „Ich bin Wein– und Whis­ky­händ­ler.“ Mehr will er dazu nicht erzäh­len — „das siehst du dann schon“. Aber ein Whis­ky­händ­ler in Neu­bran­den­burg? Das klingt wie ein Würst­chen­ver­käu­fer beim Vegetariertreff.

Zehn Minu­ten spä­ter sitze ich in Marios klei­nem Whisky-Laden und staune. Genauer gesagt staune ich so nach­hal­tig, dass das mäch­tige Stück Kirsch­torte vor mir eine Drei­vier­tel­stunde lang unan­ge­tas­tet bleibt. Ebenso zwei Whis­ky­pro­ben, die Mario ein­schenkt. Die Fla­schen angelt er aus einem Meer an Boxen, Fla­schen, Büch­sen, Karaf­fen und sons­ti­gen Gefä­ßen, die fein säu­ber­lich auf­ge­reiht in den Rega­len ste­hen. Doch es ist nicht nur die schiere Masse von „um die tau­send Whis­ky­sor­ten“ (Mario), die die­sen Raum so ein­ma­lig machen. Es sind das gedimmte Licht, das Dut­zend schwarz­schwe­rer Leder­ses­sel, der rus­ti­kale Tisch, die höl­zer­nen Decken­bal­ken, das Ambi­ente die­ses ehe­ma­li­gen Korn­spei­chers sowie der süß­li­che Geruch von Tabak und Alko­hol in der Luft, die eine unver­gleich­li­che Atmo­sphäre schaf­fen in die­ser Whisky-Lounge (Mario: „Lounge, weil mehr sind als nur ein Laden“). Und allen voran sind da Mario und seine Frau Ela, die jedem Gast einen Kaf­fee anbie­ten oder ein Stück Kuchen, ein Glas Bier, einen Schluck Whisky, Schmalz­brote, Weingum­mis — oder im Fall von ver­fro­re­nen und aus­ge­hun­ger­ten Rei­se­jour­na­lis­ten all dies hin­ter­ein­an­der. Was zur Folge hat, dass jeder Besu­cher sich an die­sem spe­zi­el­len Ort sofort hei­misch fühlt.

Und dann beginnt Mario zu erzäh­len. Wie er schon damals in der DDR fas­zi­niert war von die­sem Getränk — obgleich nur drei unter­schied­li­che Whis­ky­sor­ten erhält­lich waren. Wie er sich die Nase platt­ge­drückt hat an der Schau­fens­ter­scheibe des Spe­zia­li­tä­ten­ge­schäfts Deli­cat, wo eine Fla­sche Johnny Wal­ker Red Label für 72 Mark feil­ge­bo­ten wurde — „72 Ost­mark für eine Fla­sche Schnaps! Das war bei­nahe so viel, wie die Miete für meine Woh­nung!“ Wie er sich nach der Wende von sei­nem ers­ten West-Geld eine sol­che Fla­sche Johnny Wal­ker gekauft hat — „18,99 Mark, das weiß ich noch heute“. Und wie ihn danach die Lei­den­schaft für Whisky packte — und bis heute nicht los­ge­las­sen hat.

Im Jahr 2005 ist Marios pri­vate Samm­lung auf 400 Sor­ten ange­wach­sen; für Freunde ver­an­stal­tet er regel­mä­ßig Ver­kos­tun­gen. Da ent­schei­den Ela und er die gemein­same Lei­den­schaft zum Beruf zu machen: Sie kau­fen den alten Korn­spei­cher in der Neu­bran­den­bur­ger Innen­stadt und rich­ten dort nach ihren Vor­stel­lun­gen „The Quaich — Die Whisky-Lounge“ ein. „Ich arbeite wei­ter als Berufs­schul­leh­rer, und jeden Cent ste­cken wir in den Laden“, sagt Mario und grinst. „Man muss schon ver­rückt sein, um so etwas zu machen.“

Doch die Ver­rückt­heit zahlt sich aus. Inzwi­schen gehört „The Quaich“ zu einem der bekann­tes­ten Whisky-Läden in Mit­tel­deutsch­land; der Umsatz ist ste­tig gestie­gen und die Kun­den kom­men aus ganz Europa. Wenn Mario ein Mal im Monat zur Ver­kos­tung lädt, sind die Tickets im Nu ver­grif­fen. Außer­dem ver­an­stal­tet das Ehe­paar im Som­mer Live-Konzerte im Hof und immer im August eine Whisky-Messe, zu der an einem Wochen­ende Hun­dert­schaf­ten strö­men. „Whisky ist für mich eine Phi­lo­so­phie“, sagt Mario. „Und die will ich auch an andere wei­ter­ge­ben.“ So hat sich über die Jahre ein Zir­kel von Gleich­ge­sinn­ten gefun­den — die Whisky-Loge -, die vier­tel­jähr­lich zusam­men­kom­men, um über die man­nig­fal­ti­gen Varia­tio­nen des Lebens­was­sers zu fachsimpeln.

Bleibt eigent­lich nur eine Frage: Warum hat es die­sen Lieb­ha­ber des wahr­schein­lich welt­män­nischs­ten Getränks nie in die große, weite Welt gezo­gen? „Weil ich ein rück­stän­di­ger, fins­te­rer, hin­ter­wäld­le­ri­scher Ossi bin“, sagt Mario und guckt dabei so schel­misch drein, dass ich nicht ein­mal ver­mu­ten mag, wie groß das Körn­chen Wahr­heit in die­ser Lüge ist. „Nein, im Ernst: Ich lebe seit 34 Jah­ren in der Dia­spora. Ich mag den Men­schen­schlag im Nor­den. Irgend­wie gefällt es mir hier.“ Und in dem Moment schießt mir ein Gedanke in den Kopf, den ich vor zwei Stun­den an der Auto­bahn­aus­fahrt noch als ebenso abwe­gig bezeich­net hätte wie ein Whisky-Fachgeschäft in Neu­bran­den­burg: „Mir auch!“

Mario Samm­ler pro­biert sich durch seine Whiskysammlung.

Stil­echt im Kilt lädt Mario Samm­ler zu Ver­kos­tun­gen in die Whisky-Lounge

(Das unterste Foto stammt von Mario Samm­ler, und ich ver­öf­fent­li­che es hier mit sei­ner freund­li­chen Geneh­mi­gung. Mehr über seine Whisky-Lounge steht auf der Web­seite von The Quaich)

Zum Nachkochen (8): Himmel und Erde

Himmel und Erde

Him­mel und Erde mit Brat­wurst und Zwie­beln (Foto: Tamor­lan bei Wiki Com­mons unter CC BY-SA 3.0)

Und dann gibt’s da natür­lich noch Him­mel und Erde…“ — die­ser Satz ist bei Gesprä­chen über die lan­des­ty­pi­sche Küche im Nor­den und Wes­ten Deutsch­lands so unaus­weich­lich wie Döner­bu­den in Ber­lin. Grund­zu­ta­ten für das Gericht sind Kar­tof­feln und Äpfel, was sich wie­derum im Namen wider­spie­gelt: „Him­mel“ für die Äpfel am Baum, „Erde“ für die (Erd-)Äpfel im Boden. Serviert wird das ganze oft mit Brat-, Blut– oder Leber­wurst, Speck und gerös­te­ten Zwiebeln.

Rezepte für Him­mel und Erde gibt es unge­fähr so viele wie Joghurts­or­ten im Super­markt. Das fol­gende stammt von Kay Son­nen­berg, Koch am Mede­we­ge­hof in Schwe­rin. Über mein Tref­fen mit ihm habe ich bereits in die­sem Blog berich­tet; das Rezept (sowie sein Foto) ver­öf­fent­li­che ich hier mit sei­ner freund­li­cher Genehmigung.

Zuta­ten:

  • 100 Gramm fet­ter Speck
  • 1,5 Kilo Kartoffeln
  • Back­plau­men nach belieben
  • 4 Äpfel
  • 5 Zwie­beln

Zube­rei­tung:

  1. Kar­tof­feln kochen und wenn sie gar sind, grob stampfen
  2. Zeit­gleich zum Kar­tof­fel­auf­set­zen, den fet­ten Speck auslassen, dann die geschäl­ten und gewür­fel­ten Zwie­beln zum Speck geben. Die Zwie­beln müs­sen gold­braun sein, wenn sie fer­tig sind
  3. Kurz nach den Zwie­beln die gehack­ten Back­plau­men dazu geben und circa 3 Minu­ten bevor die Zwie­ben schick aus­se­hen die ent­kern­ten und grob gewür­fel­ten Äpfel mitschwenken
  4. Abschlie­ßend die Zwiebel-Apfel-Pflaumenpfanne noch mit gro­bem, bun­tem Pfef­fer und Salz abschme­cken und über die Stampf­kar­tof­feln geben
  5. Ser­viert wird das ganze nach Belie­ben mit Blut­wurst (tra­di­tio­nell), gebra­te­ner Leber, Bra­the­ring, Brat­wurst… Oder kurz gesagt, wie Kay mir geschrie­ben hat: „Dazu kann man nichts essen — oder was man will.“

Guten Appe­tit!

Kay Sommerfeld

Essen und Kochen sind für mich eine Phi­lo­so­phie“: Kay Son­nen­berg lässt es sich schme­cken in einer sei­ner Lieb­lings­gast­stät­ten in Naken­storf bei Schwerin.

Mehr als nur Götterspeise

Chris­tiane Fosche­poth in ihrem Wintergarten.

Mit der Erin­ne­rung kom­men die Trä­nen. Immer noch. Auch 22 Jahre danach. „Ich habe es damals aus dem Fern­se­hen erfah­ren“, erzählt Chris­tiane Fosche­poth von jenen Tagen im Novem­ber 1989, als in Deutsch­land die Mauer fiel. „Wir haben sofort unsere Sachen gepackt, nur das Nötigste. Das Haus muss­ten spä­ter die Kin­der ver­kau­fen.“ Chris­tiane Fosche­poth lächelt, wischt eine Träne aus dem Auge. „Und dann sind wir los­ge­fah­ren. Von West­fa­len bis hierher.“

Hier, das ist Rügen, ihr Rügen, die Insel ihrer Geburt, auf der sie so viel Leid hat erfah­ren müs­sen, die sie den­noch so sehr liebt, es auch nach Jahr­zehn­ten in der Fremde wei­ter tat, „meine Hei­mat“, wo sie heute wie­der lebt, bis an ihr Lebens­ende blei­ben wird — und ihr Kör­per dar­über hin­aus. Längst habe ich die Meck­len­bur­ger Göt­ter­speise ver­ges­sen, die mich eigent­lich in den Win­ter­gar­ten von Chris­tiane Fosche­poth geführt hat — ein Rezept! Statt­des­sen lau­sche ich gebannt die­ser fast 80-jährigen Dame, die mit kla­rem Ver­stand und lei­ser Stimme ihre Lebens­ge­schichte erzählt.

Am Anfang ihres Erwach­se­nen­le­bens steht dabei eine Initia­tive mit dem schö­nen Namen „Aktion Rose“, die jedoch schau­rige Fol­gen für die Betrof­fe­nen hatte. Denn mit die­ser blu­mi­gen Bezeich­nung umschrieb das DDR-Regime die rück­sichts­lose Ver­staat­li­chung von Hotels, Gast­hö­fen und Erho­lungs­hei­men im Februar 1953. Beson­ders betrof­fen war die Ost­see­küste, ins­be­son­dere Rügen.

Ich weiß noch genau, wie die Poli­zis­ten kamen, um meine Mut­ter zu holen. Das waren ganz junge Bur­schen in die­sen lan­gen Män­teln — wie davor bei den Nazis“, erzählt Chris­tiane Fosche­poth. Sie ist 18 Jahre alt, ihren Eltern gehört die „Bier­stu­ben“, ein klei­ner Gast­hof im Bade­ort Binz auf Rügen. Ein­ge­schüch­tert vom Ver­hör flieht die Mut­ter am nächs­ten Tag nach Ber­lin; Chris­tiane beglei­tet sie, kehrt dann aber zurück zum Vater. „Den hät­ten sie leben­dig nie­mals von der Insel bekom­men“, sagt sie. Was sie nicht sagt: Diese Stur­heit steckt auch in der Tochter.

Weil der Vater angeb­lich ille­gal Fisch ver­kauft, muss er sechs Monate ins Gefäng­nis. Wie­der ist Chris­tiane dabei, als die Poli­zei ihn holt. Zwar kön­nen die Eltern danach ihre „Bier­stu­ben“ wei­ter betrei­ben — „der Betrieb war zu klein und damit unin­ter­es­sant“. Doch als die Toch­ter eine Lehr­stelle in West-Berlin ange­bo­ten bekommt, ist allen klar: Chris­tiane soll in den Westen.

Also ver­lässt die junge Frau ihre geliebte Insel und lässt sich zur Kran­ken­schwes­ter aus­bil­den. „Doch ich wollte mehr, ich wollte was erle­ben“, begrün­det Fosche­poth, warum sie als­bald nach Bre­men reist und dort so lange an einen Schiffs­un­ter­neh­mer hin­re­det, bis der sie ein­stellt. In den fol­gen­den Jah­ren arbei­tet sie auf einem Musik­damp­fer — „doch das war mir auch noch nicht Aben­teuer genug“. Wie­der drän­gelt Fosche­poth, und wie­der wird ihre Hart­nä­ckig­keit belohnt: Als Kran­ken­schwes­ter fährt sie fortan auf einem Ost­asi­en­schiff über die Welt­meere. „Das war vor der Zeit der Con­tai­ner. Des­halb sind wir immer län­ger in den Häfen geblie­ben und konn­ten uns die Orte wirk­lich ansehen.“

Auf dem Schiff lernt sie einen Koch ken­nen und lie­ben: Die bei­den hei­ra­ten und zie­hen in seine Hei­mat, nach West­fa­len. Doch die Sehn­sucht nach Rügen, sie bleibt — auch als kurz dar­auf die Mauer gebaut wird, und Fosche­poth nur mehr ein Mal im Jahr ihre Eltern und ihre Insel besu­chen darf. „Danach habe ich mir immer geschwo­ren: Da fährst du nie wie­der hin. Die Grenz­kon­trol­len waren so schreck­lich und belas­tend. Doch dann sind wir im nächs­ten Jahr doch wie­der hin­ge­fah­ren, weil ich meine Eltern und Rügen sehen wollte.“

Mit den Jah­ren ver­än­dert sich ihre Hei­mat. „Der Ver­fall der Häu­ser war erschre­ckend. Außer­dem roch es extrem nach Braun­kohle, weil damit über­all geheizt wurde.“ Im Jahr 1970 stirbt der Vater; die Mut­ter zieht dar­auf­hin zur Schwes­ter nach Tim­men­dorf auf die Ost­see­in­sel Poel und über­schreibt ihren Land­be­sitz in Binz auf Chris­tia­nes Vet­ter. „Er ist bei uns auf­ge­wach­sen und war für meine Eltern wie ein Sohn. Im Krieg haben sie ihn bei Luft­an­grif­fen immer mit in den Bun­ker genom­men.“ Bei die­sen Sät­zen schwingt ein vor­wurfs­vol­ler Unter­ton in ihrer Stimme — doch dazu später.

Die Jahre ver­ge­hen, die Mut­ter stirbt, und dann geschieht, was wenige für mög­lich gehal­ten hät­ten: Die Mauer fällt, die DDR zer­bricht. „War für Sie immer klar, dass…“, setze ich an. Bevor die Frage aus­ge­spro­chen ist, schießt es aus Chris­tiane Fosche­poth her­aus: „Immer! Ich wollte immer zurück nach Rügen. Für mei­nen Mann ist Hei­mat dort, wo er abends sei­nen Hut auf­hängt. Aber für mich ist Rügen meine Hei­mat — und es immer geblieben.“

Und so bre­chen sie 1989 auf, als erste West­ler lan­den sie auf der Insel, wenig spä­ter kom­men die Kin­der nach. Das geliebte elter­li­che Land jedoch bleibt den Fosche­poths ver­sperrt: Der Vet­ter hat sich den Besitz unter den Nagel geris­sen und will ihn nicht her­ge­ben. „Er hat mir mal ein klei­nes Stück Land ange­bo­ten, wo ich ein Hun­de­hütt­chen hätte bauen kön­nen. Aber das habe ich abge­lehnt“, sagt Fosche­poth. Zum ers­ten Mal an die­sem Tag wird ihre Stimme lau­ter — und hart: „Ich kann ihm nicht ver­ge­ben. Ich habe das inzwi­schen abge­schlos­sen, aber ver­ge­ben kann ich ihm nicht.“ Die fol­gen­den Jahr­zehnte besucht Fosche­poth ihr Eltern­haus in Binz nicht ein ein­zi­ges Mal; erst im ver­gan­ge­nen Som­mer ist sie so weit, dass sie dort­hin zurück­keh­ren kann. „Da ste­hen inzwi­schen zwei rie­sige Hotels. Ich glaube, die gehö­ren mitt­ler­weile der Toch­ter mei­nes Vetters.“

Nach ihrer Rück­kehr betrei­ben Chris­tiane Fosche­poth, ihr Mann und die Kin­der das zu DDR-Zeiten her­un­ter­ge­kom­mene Strand­ho­tel im Ost­see­bad Sel­lin, das nach der Wende an eine Erben­ge­mein­schaft gegan­gen ist. Sechs Jahre lang baut die Fami­lie die rie­sige Anlage wie­der auf, ersetzt die Braun­koh­le­öfen durch eine moderne Hei­zungs­an­lage, macht sich einen Namen in der Gas­tro­no­mie, steckt viel Herz­blut in das Hotel — und muss es dann doch wie­der auf­ge­ben. Der Grund: Im Jahr 1996 fin­det sich ein Inves­tor für das Objekt. Die Erben­ge­mein­schaft ent­schei­det umge­hend, das Strand­ho­tel zu ver­kau­fen. „Das es so kom­men könnte, war uns immer klar“, sagt Fosche­poth trau­rig. „Den ande­ren Erben ging es nur ums Geld, und wir hat­ten ein­fach nicht die finan­zi­el­len Mit­tel, um das Hotel zu kaufen.“

Ein letz­tes Mal zie­hen Chris­tiane Fosche­poth und ihr Mann um, in das ehe­ma­lige Haus der Toch­ter nach Lon­vitz im Süden der Insel. Hier ver­bringt das Ehe­paar sei­nen Lebens­abend mit Gar­ten­ar­beit und Lesen; zwei der drei Kin­der woh­nen im nahen Put­bus. „Haben Sie es jemals bereut, wie­der nach Rügen zurück­ge­kehrt zu sein?“, frage ich Chris­tiane Fosche­poth abschlie­ßend. Es folgt eine Pause und ein Blick, der mit dem Wort ver­ständ­nis­los unzu­rei­chend beschrie­ben ist. Dann ihr Schluss­wort, nur eines, jetzt wie­der leise, aber fest: „Nie!“

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Zum Nach­ko­chen (7): Meck­len­bur­ger Götterspeise

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber hier noch das Rezept für die Nachspeise.

Zuta­ten:

  • 300 Gramm Schwarz­brot / Pumpernickel
  • 500 Gramm Schattenmorellen
  • 500 Mil­li­li­ter Schlagsahne
  • 50 Gramm Butter
  • 100 Gramm Zucker
  • 2 Packun­gen Vanillezucker
  • Block­scho­ko­lade
  • (Kirsch­was­ser)

Zube­rei­tung:

  1. Schwarz­brot klein­brö­seln und mit der But­ter in einer Pfanne anrösten
  2. Vanil­le­zu­cker dazu­ge­ben und kara­mel­li­sie­ren lassen
  3. Zucker in einem Topf ver­flüs­si­gen, dann die Schat­ten­mo­rel­len dazu­ge­ben und so lange bei gerin­ger Hitze schmo­ren, bis sich der Zucker auf­ge­löst hat
  4. Abküh­len las­sen und je nach Geschmack einen Schuss Kirsch­was­ser unterrühren
  5. Sahne steif schlagen
  6. Schwarz­brot, Kir­schen und Sahne abwech­selnd in einer Schale aufschichten
  7. Auf die letzte Schicht Sahne die Block­scho­ko­lade raspeln

Guten Appe­tit!

Mecklenburger Götterspeise

Meck­len­bur­ger Göt­ter­speise. (Foto: multipel_bleiben bei Flickr unter CC BY-NC-ND 2.0)

Zum Nachkochen (6): Stralsunder Fischtopf

Prä­pa­ra­tor Uwe Beese mit einem gefro­re­nen Schweins­wal. Das Tier ist einem Fischer ins Netz gegan­gen, der es dar­auf­hin beim Museum abge­ge­ben hat.

Eines vor­weg: Das Tier auf obi­gem Foto hat mit dem Stral­sun­der Fischtopf nichts zu tun — und ist oben­drein über­haupt kein Fisch. Viel­mehr habe ich die­sen tief­ge­fro­re­nen Schweins­wal gemein­sam mit Uwe Beese auf den Sezier­tisch gehievt, damit der Prä­pa­ra­tor des Stral­sun­der Mee­res­kun­de­mu­se­ums ihn dort aus­ein­an­der­neh­men kann. Doch der Reihe nach.

Vom Stral­sun­der Fischtopf habe ich vor mei­nem Besuch in der Stadt gele­sen — aber nie­mand aus­fin­dig gemacht, der mir mehr zu dem Gericht hätte erzäh­len kön­nen. Also wende ich mich an die dor­tige Ost­see Zei­tung und gerate an die äußerst hilfs­be­reite Repor­te­rin Mar­lies Walt­her. Sie weiß zwar selbst nichts über den Stral­sun­der Fischtopf zu berich­ten, ver­öf­fent­licht aber einen Auf­ruf in ihrer Lokal­aus­gabe. Und prompt mel­det sich Uwe Beese: Er hätte da ein ebenso tra­di­tio­nel­les wie schmack­haf­tes Rezept…

Als ich dann mit Beese tele­fo­niere, kom­men wir schnell überein: Ich helfe dem Prä­pa­ra­tor beim Schlep­pen des Schweins­wals im Museum — er teilt im Gegen­zug sein Rezept für den Stral­sun­der Fischtopf mit mir. Die­ses gebe ich nun wei­ter, obgleich ich mich selbst noch nicht vom Geschmack über­zeu­gen konnte. Doch zum einen klingt das Rezept in sei­ner Ein­fach­heit vor­züg­lich; zum ande­ren hat mir der gebür­tige Stral­sun­der Beese ver­si­chert: „Das ist so lecker, das wird Ihnen garan­tiert schmecken!“

Zuta­ten:

  • 500 Gramm Fisch­fi­let (fes­ter Fisch, z.B. Seehecht)
  • 100 Gramm Margarine
  • 1 Salat­gurke
  • 4 Zwie­beln
  • 3 EL Tomatenmark
  • 4–6 gekochte Kartoffeln
  • 2 Bund Dill
  • 1 Ess­löf­fel Senf
  • 1/4 Liter Brühe
  • 1/4 Liter Kaffeesahne
  • Salz, Pfef­fer, Knob­lauch, schar­fer Gewürzpaprika

Zube­rei­tung:

  1. Mar­ga­rine zer­las­sen, grob­ge­hackte Zwie­beln und gewür­felte Gurke (ohne Kern­ge­häuse) darin andünsten
  2. Mit Salz, Pfef­fer und Knob­lauch wür­zen, grob­ge­wür­felte Kar­tof­feln und Toma­ten­mark dazu
  3. Fisch in Stü­cke schnei­den, leicht sal­zen, mit Gewürz­pa­prika würzen
  4. Fisch dazu­ge­ben, mit Brühe auf­gie­ßen, zuge­deckt fast bis zum Kochen brin­gen und den Fisch gar­zie­hen lassen
  5. Kaf­fee­sahne mit Senf und gehack­tem Dill ver­rüh­ren und zum Schluss dazugeben
  6. Fischtopf mit Schwarz­brot oder Baguette servieren

Guten Appe­tit!

(Das Rezept ver­öf­fent­li­che ich mit der freund­li­chen Geneh­mi­gung von Uwe Beese.)

Von Rippchen und Rechenfehlern

Das pracht­volle Schwe­ri­ner Schloss thront auf einer Insel.

Vor mei­nem Auf­bruch hatte ich ja mit vie­lem gerech­net. Etwa dass ich stun­den­lang mit gestreck­tem Dau­men am Stra­ßen­rand stehe (bei Bam­berg — Check); dass ich Gerichte finde, deren Hab­haf­tig­keit mei­nen Appe­tit erdrü­cken (Frän­ki­sches Schäu­fele - Check); dass ich in Stock– und Kin­der­bet­ten, im Stall, auf Cou­ches und Matrat­zen, bei Hip­pies, Fami­lien, Allein­er­zie­hen­den und Yup­pie­paa­ren näch­tige (Couch­sur­fing — Mehrfach-Check); und dass ich auf mei­ner Reise eine Speise her­un­ter­wür­gen muss, die mir ähnlich übel schmeckt wie Schalke-Siege dem BVB-Fan (Ch… nein, das kam bis­her noch nicht vor). Wie gesagt: Das alles lag im Bereich des Vor­stell­ba­ren. Doch eines hätte ich nicht erwar­tet: dass ich auf mei­ner Deutsch­land­tour so schnell jeman­dem begegne, des­sen Liebe zum Essen die mei­nige noch übertrifft.

Dann traf ich Kay. Der gebür­tige Meck­len­bur­ger ist Koch am Mede­we­ge­hof in Schwe­rin. Auf Emp­feh­lung mei­ner Couchsurfing-Gastgeberin habe ich Kay dort spon­tan besucht und ihn gefragt, ob er nicht zehn Minu­ten Zeit für mich hätte, um ein Fra­gen zur Küche der Region zu beant­wor­ten. Ein­ein­halb Stun­den spä­ter sit­zen wir immer noch in der Sonne vor dem Café, und ebenso lange steht ein Stück selbst­ge­ba­cke­ner Mohn­streu­sel­ku­chen unan­ge­tas­tet vor mir — wohl der beste Beweis für die Inten­si­tät des Gesprächs. (Spä­ter werde ich den Kuchen unter see­li­gen Glücks­seuf­zern ver­drü­cken, aber das tut hier nichts zur Sache.)

Kochen und Essen sind Teil mei­ner Lebens­phi­lo­so­phie“, sagt Kay. Lei­der werde Nah­rung in Deutsch­land oft nicht gebüh­rend wert­ge­schätzt. „In Ita­lien oder Frank­reich sitzt man stun­den­lang zusam­men und zele­briert ein gutes Essen. Hier geht es meist nur um zwei Dinge: bil­lig und reich­lich.“ Unter ande­rem kocht der Mede­we­ge­hof für Schu­len, und gerade das Ver­hält­nis vie­ler Kin­der zum Essen sei erschre­ckend, fin­det Kay. „Die wis­sen nicht, wo ihr Essen her­kommt. Die haben noch nie Gemüse gese­hen und ken­nen den Geschmack einer Tomate oder einer Gurke gar nicht mehr. Weil die Eltern nie mit ihnen kochen, und es statt­des­sen immer nur McDonald’s, Pizza und Döner gibt.“

Fast ebenso sehr wie Essen und Kochen liegt Kay seine Hei­mat am Her­zen. Als Foto­graf hat er zwei Bild­bände mit Por­träts von Men­schen aus der Region ver­öf­fent­licht: Meck­len­burg Gigolo und Meck­len­burg Küs­ten­lu­der. Die Küche des Lan­des beschreibt Kay als „ein­fach und solide, aber mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten. Wir haben ja alles hier, was wir brau­chen: Gemüse, Obst, Kar­tof­feln, Fleisch und Fisch.“ Und so stat­tet mich Kay noch mit zwei Hand­voll Restau­rant– und Rezept­tipps aus — das Ende einer höchst inter­es­san­ten Unterhaltung.

Doch Schwe­rin hatte noch wei­tere ange­nehme Über­ra­schun­gen für mich — allen voran die Stadt selbst. Sie erstreckt sich um sie­ben Seen, sodass das Was­ser nie mehr als ein paar Minu­ten ent­fernt ist. Dazu kommt eine wun­der­voll sanierte Innen­stadt, ein präch­ti­ger Back­stein­dom, schöne Men­schen, in mei­nem Fall viel Sonne, reich­lich Parks und Grün­flä­chen sowie die Haupt­at­trak­tion für Tou­ris­ten: ein herr­li­ches Schloss auf der Insel.

Zuge­ge­ben: Als ich an mei­nem letz­ten Tag mit der Stra­ßen­bahn in die Außen­be­zirke gefah­ren bin, bekam ich auch einen Ein­druck vom Schwe­rin jen­seits des Innen­stadt­glan­zes: graue Plat­ten­bau­ten so weit das Auge reicht, viel Arbeits– und Hoff­nungs­lo­sig­keit, Tristesse.

Doch über der­lei Pro­bleme in ost­deut­schen Städ­ten habe ich bereits geschrie­ben; hier will ich lie­ber vom Anlass mei­nes Aus­flugs erzäh­len, zugleich der ursprüng­li­che Grund für mei­nen Besuch in Schwe­rin. Denn im Gast­hof Tau Helga (platt­deutsch für „Bei Helga“) fand ich an mei­nem letz­ten Abend doch noch, was ich zuvor ver­geb­lich gesucht hatte: einen Meck­len­bur­ger Rip­pen­bra­ten. Dabei han­delt es sich um eine Schwei­ne­rippe, die mit Äpfeln, Pflau­men und Zwie­beln gestopft, gut zwei Stun­den gebra­ten und dann mit Rot­kohl und Kar­tof­feln ser­viert wird. Oder kurz: ein fruchtig-leckrer Traum in Fleisch — und oben­drein gelun­ge­ner Abschluss mei­nes Abste­chers in die kleinste deut­sche Landeshauptstadt.

Zum Nach­ko­chen (5): Meck­len­bur­ger Rippenbraten

Zuta­ten:

  • 1,5 Kilo aus der Schweinerippe
  • 200g Dörr­pflau­men
  • 2 Äpfel
  • 2 Zwie­beln
  • Salz, Pfef­fer, Zucker, Mehl
  • etwas Ketchup

Zube­rei­tung:

Ursprüng­lich wurde in das Rip­pen­stück eine Tasche für die Fül­lung geschnit­ten. Leich­ter ist es jedoch — und so hand­habt es auch Carola Schma­ler von Tau Helga -, wenn man die Rip­pen­stü­cke vor­her trennt.

  1. Rip­pen kurz von allen Sei­ten anbraten
  2. Äpfel wür­feln und mit Dörr­pflau­men und Zwie­beln im Bra­ten­fett der Ripp­chen anbra­ten bis die Zwie­beln gla­sig sind
  3. Ein Schuss Ketchup dazu, gut durch­rüh­ren und mit Was­ser aufgießen
  4. Soße mit Salz, Pfef­fer und etwas Zucker abschmecken
  5. Ripp­chen in eine Auf­lauf­form geben, dar­über die Soße (Fleisch sollte ganz bedeckt sein) und das ganze für etwa drei Stun­den bei 180 Grad in den Backofen
  6. Abschlie­ßend die Soße mit einen Zau­ber­stab pürie­ren und ggfs. mit etwas Mehl dicken
  7. Ripp­chen mit Soße, Rot­kohl und Salz­kar­tof­feln servieren.

Guten Appe­tit!

(Das Rezept stammt von Carola Schma­ler (Tau Helga), mit deren freund­li­chen Erlaub­nis ich es hier veröffentliche.)

Meck­len­bur­ger Rip­pen­bra­ten mit Rot­kohl und Kar­tof­feln im Gast­hof „Tau Helga“