Wie soll ich meine Liebe zum Essen beschrei­ben, ohne obs­zön zu wer­den? Es fiele mir ebenso schwer wie den letz­ten Rie­gel Nuss­nu­gat­scho­ko­lade zurück in den Kühl­schrank zu legen — für spä­ter. Will hei­ßen: quasi unmöglich.

Daher in aller Kürze: Ich ver­ehre Nah­rung abgöt­tisch. Der Akt des Essen ist für mich ein nahezu libi­di­nö­ses Erleb­nis; fast manisch giert mein Gau­men nach immer neuen Geschmä­ckern. Ich plane ganze Urlaube ent­lang lan­des­ty­pi­scher Gerichte, streife stun­den­lang durch Super­märkte, werde magne­tisch ange­zo­gen von Spei­se­kar­ten und sehne bereits beim let­zen Bis­sen die nächste Mahl­zeit herbei.

Der Teu­fel soll mich holen, hätte ich je genug von kuli­na­ri­schen Genüs­sen und riefe: Ver­weile Geschmack, du bist so schön!

Den­noch habe ich auf der gro­ßen, wei­ten Essens­welt bis­lang nur kleine Fle­cken ent­deckt. Mehr noch: Aus­ge­rech­net meine Hei­mat ist weit­ge­hen­des Terra inco­gnita. So koche ich zwar ein veri­ta­bles Grü­nes Curry — bei Grü­ner Soße indes schei­tert es schon an den Grund­zu­ta­ten. Sushi und Lasa­gne sind Fix­punkte mei­nes Spei­se­plans — Sau­ma­gen und Labskaus hin­ge­gen kenne ich nur vom Hören­sa­gen. Und Dib­belab­bes hielt ich vor der Recher­che zu mei­ner Reise ebenso für eine Krank­heit wie Tei­chel­mauke.

Umso mehr will ich erkunden:

Wie isst Deutschland?

Gleich­zei­tig ste­hen Essen und Trin­ken wie so oft im Leben für mehr: Auch vom Land, von der Bevöl­ke­rung und vom Wesen mei­ner Hei­mat habe ich bis­her nur einen Bruch­teil erlebt und ent­deckt. Ich war auf allen fünf Kon­ti­nen­ten — aber in nicht mal jedem drit­ten Bun­des­land. Auf Rei­sen habe ich Fran­zo­sen und Korea­ner von Deutsch­land schwär­men hören — und konnte selbst nur ein paar Sätze über meine Hei­mat­stadt Mün­chen bei­steu­ern. So wie erstaun­lich viele Erwach­sene nur eine Hand­voll Epi­so­den aus dem Leben ihrer Eltern ken­nen, obgleich diese sie geprägt haben wie nie­mand sonst — so voll­kom­men unzu­rei­chend ist mein Wis­sen von Deutsch­land und den Deut­schen, obwohl ich 28 mei­ner 32 Lebens­jahre hier ver­bracht habe.

Zur Lei­den­schaft Essen kommt also eine zweite, exis­ten­zi­el­lere Frage:

Wie ist Deutschland?

Und damit ist die Geschichte eigent­lich erzählt. Oder für Mathe­ma­ti­ker: Essens­fe­tisch plus Deutsch­land­neu­gier plus meine Lei­den­schaft für Rei­sen und Schrei­ben plus einige Zeit des dar­über Grü­belns erge­ben fol­gen­den Plan:

  • eine Reise durch 16 Bundesländer
  • auf der Suche nach lan­des­ty­pi­schen, tra­di­tio­nel­len Gerichten
  • mit gereck­tem Dau­men (sprich: per Anhalter)
  • und einem Zelt im Gepäck
  • drei Monate lang
  • von Mün­chen aus gegen den Uhr­zei­ger­sinn durch Deutschland

Wäh­rend der Reise werde ich kuli­na­ri­sche und kul­tu­relle Erleb­nisse in mei­nem Blog nie­der­schrei­ben, nie­der­fo­to­gra­fie­ren und nie­der­fil­men. Außer­dem berichte ich in einer Kolumne für Münch­ner Mer­kur und Schwä­bi­sche Zei­tung (siehe Berichte & Co.). Im Anschluss daran soll der Rei­se­be­richt als Buch erschei­nen (siehe Liebe Ver­lage - Update: er ist als Buch unter dem Titel „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ erschie­nen). Details zu Zie­len und Gerich­ten ste­hen unter Die Route.

Zudem freue ich mich über Anre­gun­gen für meine Tour, Vor­schläge für den Spei­se­plan, Her­berg­san­ge­bote sowie inter­es­sante Men­schen, die meine Reise berei­chern wol­len. Ein­fach auf das Brief­sym­bol oben rechts kli­cken — dahin­ter ver­ber­gen sich E-Mail und Tele­fon sowie Details zu die­ser Web­seite und mei­nen Sei­ten bei Face­book und Twit­ter.


Videos

Für all die lese­fau­len Bewegt­bild­gu­cker stelle ich meine Reise in drei kur­zen Videos vor.

  • Los geht’s mit Teil 1 und der Frage: Deutsch­land, wie es is(s)t — Was ver­birgt sich dahinter?

 

  • Num­mer zwei mei­ner Kurzfilm-Trilogie beschäf­tigt sich mit der Frage: Deutsch­land, wie es is(s)t — Warum packe ich über­haupt meine Sie­ben­sa­chen und gehe auf tel­ler­über­lap­pende Deutschlandtour?

 

  • Im drit­ten und letz­ten Teil mei­ner Kurz­film­se­rie geht es um die Frage: Deutsch­land, wie es is(s)t — Wie werde ich über meine tel­ler­über­lap­pende Reise berich­ten — von unter­wegs und danach?