Dez 13, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    Kein Kommentar

Türchen 13 — Reisen in Bildern (2)

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Reisen in Bil­dern, die Zweite.


Da die Bil­der­reise am Niko­laus­tag gut ange­kom­men und mein Foto­ar­chiv mit weit mehr als 1.500 Schnapp­schüs­sen immer noch gut gefüllt ist, gibt’s heute im Advents­ka­len­der erneut was auf die Augen. Wie­der 29 Fotos. Wie­der von (fast) allen Sta­tio­nen mei­ner Reise. Wie­der bunt gemischt. Damit viel Spaß und einen ent­spann­ten 3. Advent!

 

Nürnberg -

Nürn­berg — Des Malers liebste Boazn?

Bamberg -

Bam­berg — Weil’s eh wurscht ist.

Schmölln -

Schmölln — Der Bahn­hof. Eher trist.

Cottbus -

Cott­bus — Die Platte. Eher trist.

Berlin -

Ber­lin — Ein U-Bahnhof. Eher lustig.

Im Spreewald -

Im Spree­wald — Get one Gurke!

Magdeburg -

Mag­de­burg — Elf Hasen müsst Ihr sein!

Pritzwalk -

Pritz­walk — Beim Knie­per­fuchs gibt’s nicht nur Getränke ab 1 Euro.

Schwerin -

Schwe­rin — Gefällt mir.

Stralsund -

Stral­sund — Gefällt mir. Nicht!

Irgendwo in Sachsen-Anhalt -

Irgendwo in Sachsen-Anhalt — Irgend­wie mett.

Lübeck -

Lübeck — Tho­mas Mann, aus Marzipan.

Kiel -

Kiel — Poe­tik für Passanten.

Eckernförde -

Eckern­förde — Sprot­ten ste­chen, das Mikado des Nordens.

Hamburg -

Ham­burg — Gese­hen in St– Pauli.

Bremen -

Bre­men — Charles? Poldi? Boateng?

Ostfriesland -

Nor­den — Auch der Ost­friese fin­det mal ein Korn.

Bochum -

Bochum — Ein­stei­gen, auch ohne Durst.

Aachen -

Aachen — Das Printen-Mädchen.

Irgendwo in der Pfalz -

Irgendwo in der Pfalz — Nomen est omen.

Saarbrücken -

Saar­brü­cken — Dia­bo­li­scher Dreiklang.

Saarbrücken -

Saar­brü­cken — Muss die Stadt sparen?

Frankfurt -

Frank­furt — Die sie­ben hei­li­gen Kräuter.

Frankfurt -

Frank­furt — Das Grüne-Soße-Denkmal.

Wachenheim -

Wachen­heim — Ein Sau­ma­gen reift bei 72 Grad.

Mühlacker -

Mühl­acker — Hach, Deutschland.

Stuttgart -

Stutt­gart — Museum mal anders.

Ravensburg -

Ravens­burg — Dr Schwob.

Kempten -

Kemp­ten — Der Bankdrücker.

 

Bis­her im Adventskalender:

Dez 12, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    4 Kommentare

Türchen 12 — Wieso ein Verlag?

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Wozu braucht man eigent­lich einen Verlag?


Das erste Exemplar gab's mit persönlichem Grußkärtchen der Rowohlt-Lektorin.

Das erste Exem­plar gab’s mit per­sön­li­chem Gruß der Rowohlt-Lektorin.

Vor­weg dies: Ich hätte mein Buch auch dann geschrie­ben, wenn meine Ver­lags­su­che (-> Tür­chen #9) erfolg­los ver­lau­fen wäre. In dem Fall hätte das Werk einen ande­ren Titel (-> Tür­chen #11) und ein ande­res Cover (–> Tür­chen #3), darin wür­den sich weder hüb­sche Über­sichts­kar­ten noch gra­fisch auf­ge­peppte Rezepte fin­den, es wäre teu­rer und ehr­lich gesagt auch schlech­ter — aber exis­tie­ren würde es den­noch. Denn seit dem Sie­ges­zug des Inter­nets kann Jeder­mann denk­bar leicht ein eige­nes Buch ver­öf­fent­li­chen. Dazu lädt man bei einem Self-Publishing-Anbieter wie epu­bli ein­fach sein Manu­skript hoch (als pdf), und für schlappe 14,95€ erhält das Werk eine ISBN-Nummer und kommt bei Ama­zon & Co. in die digi­ta­len Regale.

Drängt sich eine Frage auf: Wozu braucht es da noch einen Ver­lag? (Der über­dies bei guten Ver­kaufs­zah­len einen Groß­teil des Gewinns ein­streicht — doch dazu hin­ter einem spä­te­ren Tür­chen mehr). Die Ant­wort dar­auf ist viel­schich­tig — und hat sich mir in ihrer gan­zen Band­breite erst wäh­rend des Ent­ste­hungs­pro­zes­ses von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ erschlos­sen. Exklu­siv für den Advents­ka­len­der wage ich nun einen Annä­he­rungs­ver­such in vier Punkten:

1) Reich­weite

Der nahe­lie­gendste Grund: Ohne einen Ver­lag hätte ich mein Buch zwar an Freunde und Bekannte sowie an Bekannte von Freun­den und Freun­den von Bekann­ten ver­kau­fen kön­nen; über­dies wären wohl meh­rere Hand­voll Exem­plare über meine Web­seite bzw. meine Face­book­seite geor­dert wor­den; ja womög­lich hätte ich sogar den einen oder ande­ren Buch­händ­ler in mei­ner Umge­bung über­zeu­gen kön­nen, das Werk in sei­nen Laden zu stel­len. Aber mehr auch nicht. Dank des Rowohlt-Verlages jedoch steht „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ auch im Hugen­du­bel in Stutt­gart, am Leip­zi­ger Flug­ha­fen, in der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek des Saar­lan­des und in zig wei­te­ren Buch­lä­den, Büche­reien und Geschäf­ten (und im Muse­ums­la­den in Leip­zig), wo poten­zi­elle Leser wenigs­tens die Chance haben, einen Blick auf das Buch zu werfen.

Man mag diese Markt­macht der Ver­lage gut oder schlecht hei­ßen — doch wer nicht gerade über 200.000 Facebook-Freunde ver­fügt, eine Web­seite mit mil­lio­nen­fa­chen Zugriffs­zah­len oder ein Heer von Mini­job­bern, die Tele­fon­bü­cher durch­ar­bei­ten, um das eigene Buch bei allen Ein­trä­gen von Abele bis Zypries anzu­prei­sen, der fährt mit der Unter­stüt­zung eines Ver­la­ges wahr­schein­lich sehr viel bes­ser als Einzelkämpfer.

2) Wer­bung

Die ZEIT, der MDR, die Ber­li­ner Zei­tung, der Münch­ner Mer­kur, der BR, die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten, diverse Blog­ger und noch viele mehr haben über mein Buch berich­tet. Weil die Idee hin­ter mei­ner Reise so genial ist und meine Sprach­ge­wand­heit sogar Reich-Ranicki-selig die Freu­den­trä­nen in die Augen gedrückt hätte? Das mag ich mir viel­leicht nach dem drit­ten Glas Rot­wein ein­re­den — aber wahr­schein­lich spielt der Name „Rowohlt“ auf dem Cover die grö­ßere Rolle. Ohne den Ver­lag wäre das Rezen­si­ons­ex­em­plar wohl deut­lich sel­te­ner bis in die Redak­tion vor­ge­drun­gen — oder dort acht­los weg­ge­wor­fen wor­den. Schließ­lich habe ich lange genug bei Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten gear­bei­tet, um zu wis­sen, wel­che Mas­sen an Büchern dort ange­spült wer­den (und wie mit ihnen umge­gan­gen wird — Stich­wort eBay).

In puncto Rezen­si­ons­ex­em­plare war Rowohlt übri­gens äußerst groß­zü­gig. Nicht nur, dass der Ver­lag stan­dard­mä­ßig sei­nen Pres­se­ver­tei­ler bemühte, mein Buch in sei­nen Kata­log auf­nahm und diverse Pres­se­an­fra­gen bediente. Auch alle Jour­na­lis­ten, die ich auf mei­ner Reise getrof­fen hatte, wur­den mit Rezen­si­ons­ex­em­pla­ren bedacht. Dazu stellte mir der Ver­lag drei Bücher für ein Gewinn­spiel auf mei­ner Face­book­seite zur Ver­fü­gung und machte gleich zehn Exem­plare für eine Lese­runde bei Lovely­books locker. Als epubli-Schreiber müsste man all diese Dinge selbst finan­zie­ren — und würde es sich daher wohl zwei­mal über­le­gen, ein Buch zu ver­schi­cken, wenn die Chance auf eine Bespre­chung eher mau aussieht.

Zur Wer­bung gehört seit Län­ge­rem auch das Thema Social Media, und hier gibt’s bei Rowohlt eben­falls eine eigene Abtei­lung — oder zumin­dest eine Mit­ar­bei­te­rin, mit der ich mich aus­ge­tauscht habe. Sie ver­sorgte mich mit einem Social-Media-Leitfaden für Auto­ren, unter­stützte mich bei mei­nen Aktio­nen und — wohl das Wich­tigste — nutzte den Face­book– und Twitter-Kanal des Ver­lags, um meine Auf­rufe zu ver­brei­ten. Ach ja, im ver­lags­ei­ge­nen Maga­zin von Rowohlt gab’s auch noch einen (übri­gens sehr nett gemach­ten) Bericht über mein Buch.

3) Qua­li­tät

In einem frü­he­ren Ein­trag habe ich bereits über das Lek­to­rat geschwärmt. Keine Frage: Ohne die Unter­stüt­zung der freien Lek­to­rin Bar­bara Imgrund wäre mein Buch bei wei­tem nicht so gut gewor­den (bezie­hungs­weise noch schlech­ter — je nach Sicht­weise). Die Kos­ten, die ich dafür tra­gen musste, lagen bei genau null Euro — selbst­ver­ständ­lich zahlt der Verlag.

Und das ist bei­leibe nicht alles: Vom Cover, das die haus­ei­ge­nen Gra­fi­ker anfer­ti­gen, über die Kar­ten, das Schrift­bild und die Tite­lei bis hin zur dop­pel­ten und drei­fa­chen Recht­schreib­prü­fung — stets stan­den die diver­sen Rowohlt-Mitarbeiter bereit. Alle mit einem Ziel: das Buch durch ihre Hilfe ein Stück­chen bes­ser machen. Zuge­ge­ben, auch für das eigene epubli-Buch kön­nen Lek­tor, Gra­fi­ker, Kor­rek­tur­le­ser und Co. ange­heu­ert wer­den. Allein die Kos­ten dürf­ten in 98% der Fälle die Gesamt­ein­nah­men des Buches um Län­gen übersteigen.

4) Kos­ten

Ich habe mir ehr­lich gesagt die genaue Kos­ten­struk­tur von Self-Publishing-Seiten wie epu­bli nur flüch­tig ange­schaut. Aber der Schnell­test mit dem epubli-Preisrechner ergibt:

  • Ein Buch mit 304 Sei­ten (wie „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“)
  • im Schwarz-Weiß-Druck, Din-A5-Format, Softcover
  • bei einer Bestel­lung von 500 Exem­pla­ren (was eine sehr opti­mis­ti­sche Anzahl wäre, hätte ich das Buch nur unter Freun­den vertrieben)

–> kos­tet pro Stück €11,13

Und wenn ich das rich­tig sehe, dann ist bei die­sem Preis noch kein Gewinn für den Autor ein­ge­plant. Heißt: Der Ver­kaufs­preis müsste wohl eher um die 15 Euro lie­gen, damit wenigs­tens etwas Geld in die Kas­sen kommt. Bei einem Groß­ver­lag wie Rowohlt hin­ge­gen ist der Pro­duk­ti­ons­pro­zess natur­ge­mäß güns­ti­ger. So wech­selt mein Buch für €8,99 den Besit­zer — und hier ist der Gewinn für Ver­lag wie Autor bereits berücksichtigt.

Fazit

Nun will ich Self-Publishing-Angebote kei­nes­falls schlecht­re­den — ich selbst habe ja mit dem Gedan­ken gespielt, mein Buch auf diese Weise unter die Leute zu brin­gen. Für meine Situa­tion und mein Buch muss ich jedoch rück­bli­ckend sagen: Ich bin heil­froh, dass der Rowohlt-Verlag und ich zuein­an­der gefun­den haben.

 

Bis­her im Adventskalender:

Dez 11, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    Kein Kommentar

Türchen 11 — Auf Titeljagd

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Auf Titeljagd.


Speisen und Reisen - das passt zusammen.

Spei­sen und Rei­sen — das passt zusammen.

So wie diese Web­seite einst unter dem Namen „Deutsch­land, wie es is(s)t“ fir­mierte (die Nach­we­hen sieht man noch in der Adress­zeile), so sollte auch mein Buch ursprüng­lich fol­gen­den Titel tra­gen: „Deutsch­land, wie es is(s)t — Eine Reise über den Tel­ler­rand hin­aus“. Mona­te­lang trug ich die­sen (Arbeits-)Titel mit mir herum, druckte ihn auf Auf­kle­ber und Visi­ten­kar­ten, nahm ihn mit auf Rei­sen und ver­riet ihn Couch­sur­fern, Auto­fah­rern und sons­ti­gen Men­schen, die mir auf mei­ner Tour begegneten.

Als im Som­mer 2012 die zustän­dige Lek­to­rin bei Rowohlt nach mei­nem Titel­vor­schlag fragte, musste ich also nicht lange über­le­gen: Deutsch­land, wie es is(s)t — Eine Reise über den Tel­ler­rand hin­aus tippte ich in die E-Mail, klickte aufs Senden-Knöpfchen und war­tete auf einen min­des­tens mit­tel­gro­ßen Begeisterungssturm.

    „Ver­gleichs­weise bieder“

Statt­des­sen teilte mir die Lek­to­rin freund­lich aber bestimmt mit, dass mein Titel bei ihr und ihren Kol­le­gen durch­ge­fal­len sei: „zu kom­pli­ziert mit der Klam­mer, ver­gleichs­weise bie­der“, so drückte sie sich aus. Vol­ler Ent­rüs­tung und Ent­täu­schung angelte ich einen Scho­ko­rie­gel aus mei­nem Vor­rat und ver­suchte mich mit­hilfe eines Zucker­schocks  zu besänf­ti­gen. Ver­geb­lich. Also schob ich im Stile eines Ket­ten­rau­chers einen zwei­ten Rie­gel hin­ter­her, wäh­rend ich immer noch irri­tiert auf den Bild­schirm starrte. Zu kom­pli­ziert? Und zu bieder???

Knapp 1.000 Kilo­ka­lo­rien und eine halbe Stunde spä­ter hatte sich mein Ärger in Fett auf­ge­löst — und ich kam nicht umher, der Lek­to­rin zuzu­stim­men. Tat­säch­lich muss man den Titel zwei– bis drei­mal lesen, ehe sich der Sinn ent­schließt. Und ganz ehr­lich: Würde ich im Geschäft inmit­ten von hun­der­ten kon­kur­rie­rende Covern zu einem Buch grei­fen mit dem eher kryp­ti­schen Titel „Deutsch­land, wie es is(s)t“? Eher nicht.

    Sau­ma­gen fällt durch

Und so begann die wochen­lange Suche nach einem neuen Titel — übri­gens knapp ein Jahr vor dem Erschei­nungs­ter­min, weil Titel und Cover bereits so früh fest­ste­hen müs­sen. Zunächst schlug die Lek­to­rin eine Kapi­tel­über­schrift mei­nes Buchs vor, näm­lich: Sau­ma­gen macht den Kohl nicht fett — Eine leckere Deutsch­land­reise. Das frei­lich konnte mich nicht über­zeu­gen. Schließ­lich habe ich zum einen eine Aver­sion gegen das Wort „lecker“; zum ande­ren bestand die Gefahr, dass Ex-Kanzler Hel­mut Kohl zum Erschei­nungs­zeit­punkt des Buches nicht mehr unter den Leben­den weilt. Und ein Wort­spiel auf Kos­ten eines Ver­stor­be­nen käme bei den meis­ten Men­schen unge­fähr so gut an wie ein jagen­der Metz­ger beim Veganerstammtisch.

Den­noch reizte mich der Sau­ma­gen, weil ich annahm, dass Wort wie Gericht ein Hin­gu­cker sind. Also pro­bierte ich in mei­ner nächs­ten Mail fol­gende Vari­ante: Per Anhal­ter zum Sau­ma­gen - Eine Deutsch­land­reise über den Tel­ler­rand hin­aus. Der (berech­tigte) Ein­wand der Lektorin: „Danke für Ihre Idee, doch die Anspie­lung auf „Per Anhal­ter durch die Gala­xis“ ist schon einige Male bei Büchern ver­wen­det worden.“

Nun ging ich zwei Tage in Klau­sur mit mei­nen Noti­zen und sam­melte alle noch so abwe­gi­gen Ideen und Gedan­ken­gänge. Her­aus kam diese Liste, die ich der Lek­to­rin zukom­men ließ:

  • Auf­ge­ga­belt - Eine Anhal­ter­reise zu Maul­ta­sche und Mutz­bra­ten (zu Schnüsch und Saumagen)
  • Dau­men hoch für Dib­belab­bes - Eine Anhal­ter­reise durch Deutsch­lands Küchen
  • Rund­speise zum Sau­ma­gen - Der deut­schen Küche auf der Spur
  • Marsch nach Gais­burg - Eine Anhal­ter­reise zu Sau­ma­gen & Co.
  • Deutsch­land nach Bauch­ge­fühl - Eine Anhal­ter­reise zu Eis­bein und Saumagen
  • Weil’s mehr als Wurst ist — Auf der Jagd nach Eis­bein und Saumagen
  • Der lange Weg zum Schnüsch — Eine Anhal­ter­reise durch Deutsch­lands Küche
  • Liebe geht durch den Saumagen
  • Tram­pen zur Teichelmauke
  • Auf Leib– und Magen­reise zum Saumagen
  • Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten - Eine Deutsch­land­reise über den Tel­ler­rand hinaus

Diese Vor­schlag­liste wollte ich mit der Lek­to­rin dis­ku­tie­ren, gemein­sam einen Titel her­aus­ar­bei­ten — doch dazu kam es nicht. Denn schon am nächs­ten Tag erreichte mich fol­gende Mail:

Lie­ber Herr Stäbler, wir haben einen abso­lu­ten Favo­ri­ten! Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten - Eine Deutsch­land­reise über den Tel­ler­rand hin­aus. Sind Sie mit der Kom­bi­na­tion ein­ver­stan­den? Ich würde mich sehr freuen, denn es ist ein äußerst char­man­ter Titel.

Eine Nacht lang ließ ich den Titel sacken — doch je län­ger ich dar­über sin­nierte, desto bes­ser gefiel er mir. Und so schrieb ich tags dar­auf — am 4. Juli 2012, ach wäre ich nur Ame­ri­ka­ner! — fol­gende sechs Wör­ter in eine wei­tere Mail gen Rowohlt: „Mit die­ser Titel­kom­bi­na­tion bin ich einverstanden.“

 

Bis­her im Adventskalender:

Dez 10, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    1 Kommentar

Türchen 10 — Todeskuss der Löschtaste

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Todeskuss der Löschtaste.


Eine Anhaltergeschichte aus dem schönen Rheinland-Pfalz musste leider dem Rotstift weichen.

Eine Anhal­ter­ge­schichte in Rheinland-Pfalz fiel der Lösch­taste zum Opfer.

Spä­tes­tens seit dem Sie­ges­zug der DVD weiß auch Otto-Normal-Filmgucker: Nicht alle Sze­nen, die für einen Kino­strei­fen auf­ge­zeich­net wer­den, lan­den her­nach auch im fer­ti­gen Werk. Statt­des­sen fal­len ganze Sequen­zen dem Schnitt zum Opfer — und tau­chen spä­ter als soge­nannte „dele­ted sce­nes“ im Bonus-Material der DVD wie­der auf.

Ob die Bezeich­nung „gelöschte Sze­nen“ nicht einer gewis­sen Sinn­haf­tig­keit ent­behrt, soll an die­ser Stelle nicht erör­tert wer­den. Viel­mehr geht es um die „dele­ted sce­nes“ in mei­nem Buch, die zwi­schen­zeit­lich zwar im Manu­skript auf­tauch­ten, bis zur fina­len Ver­sion jedoch der Lösch­taste zum Opfer fielen.

    Tram­pen oder Couchsurfing

Eine Stelle, mit der ich beson­ders lange geha­dert habe, war der Ein­stieg in das Kapi­tel über Rheinland-Pfalz. Bevor es in die Gemeinde Plat­ten und zum dor­ti­gen Teu­fels­bra­ten ging, stan­den zwei Mög­lich­kei­ten zur Aus­wahl: ent­we­der ein Bericht über die (durch­aus müh­same) Anreise oder eine Schil­de­rung des gemein­sa­men Abend­es­sens mit mei­nen (etwas gewöh­nungs­be­dürf­ti­gen) Couchsurfing-Gastgebern. Weil ich mich par­tout nicht ent­schei­den konnte, for­mu­lierte ich beide Pas­sa­gen aus, ehe ich mich für die Couchsurfing-Variante ent­schied. Warum? Haupt­säch­lich, weil ich bereits an ande­ren Stel­len im Buch von miss­glück­ten Anhal­ter­rei­sen berichte und befürch­tete, dass der Leser die­ses The­mas über­drüs­sig wer­den könne.

Da ich bezweifle, dass es jemals eine Ver­fil­mung, geschweige denn ein DVD von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ geben wird, will ich zumin­dest in die­sem Advents­ka­len­der jene Epi­sode erzäh­len, die gewis­ser­ma­ßen im Recall die Rote Karte sah (um ein­mal die sel­tene Kom­bi­na­tion von Cas­ting­show und Fuß­ball zumin­dest sprach­lich zusammenzubringen).

Hier also, was ich schrieb — und dann löschte:

 

Rheinland-Pfalz: Sau­ma­gen macht den Kohl nicht fett

Es gibt eigent­lich nur eine Sache, die für Anhal­ter schlim­mer ist, als stun­den­lang an einem Fleck aus­zu­har­ren, in der Kälte zu bib­bern, den klam­men Dau­men zu schwen­ken und den­noch Auto um Auto vor­bei­brau­sen zu sehen. Näm­lich: stun­den­lang an einem Fleck aus­har­ren, in der Kälte bib­bern, den klam­men Dau­men schwen­ken und den­noch Auto um Auto vor­bei­brau­sen sehen – bei Regen.

Für sol­che Situa­tio­nen hat der kluge Anhal­ter eine was­ser­dichte Jacke im Gepäck, sodass er zumin­dest eini­ger­ma­ßen tro­cken bleibt. In mei­nem Ruck­sack jedoch suche ich an die­sem Tag ver­geb­lich nach einer sol­chen – dafür bau­melt daran ein was­ser­dich­tes Zelt, das noch immer auf sei­nen ers­ten Ein­satz war­tet. Und so stehe ich mit durch­näss­ter Jacke, durch­näss­ten Klei­dern und durch­näss­ten Schu­hen hier im Nir­gendwo und flu­che leise vor mich hin.

Am Vor­mit­tag hat mich mein Dau­men recht zügig von Aachen über Köln bis in den Nord­wes­ten der Eifel gebracht. Doch quasi mit dem ein­set­zen­den Regen scheint auch die Mit­nah­me­lust der Auto­fah­rer hin­weg­ge­spült, und so stehe ich nun seit einer gefühl­ten Ewig­keit an die­ser Land­straße am Orts­rand von Blan­ken­heim. Mein Ziel, die kleine Gemeinde Plat­ten an der Mosel, dürfte noch etwa acht­zig Kilo­me­ter ent­fernt sein, wie mir der Blick auf die Karte gezeigt hat. Genauer gesagt war der Blick äußerst flüch­tig, wor­über ich mich spä­ter noch im Stile des HB-Männchens auf­re­gen werde.

Doch im Moment beschäf­tigt mich nur eine Frage: Soll ich meine Schuhe aus­zie­hen, die Socken aus­wrin­gen und ein fri­sches Paar aus dem Ruck­sack über­zie­hen? Oder wäre das ver­geb­li­che Mühe, weil auch der fri­sche Stoff nach zwei Minu­ten wie­der durch­nässt ist? Gerade als ich zum Schuh grei­fen will, hält plötz­lich ein nagel­neuer Klein­bus mit hol­län­di­schem Kenn­zei­chen neben mir. Ich stutze: Ist die­ses Gefährt nicht soeben an mir vor­bei­ge­don­nert? „Ja, das stimmt“, bestä­tigt Ruud, nach­dem ich mich, mei­nen Ruck­sack und gefühlte zwei Liter Regen­was­ser auf die Rück­bank gehievt habe. „Wir haben die­sen Bus erst seit kur­zem und total ver­ges­sen, dass wir jetzt genug Platz haben, um Anhal­ter mit­zu­neh­men.“ Ruud grinst, seine Frau Rita lacht. Die bei­den machen auf Anhieb einen freund­li­chen Ein­druck, was sich im Laufe unse­rer Fahrt bestä­ti­gen wird.

Wie so viele Nie­der­län­der spricht auch die­ses Ehe­paar her­vor­ra­gend Deutsch, sodass wir uns als­bald ange­regt unter­hal­ten. Ja sogar ein Stück selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen samt Man­da­ri­nen­saft reicht mir Rita, wäh­rend wir über Land­stra­ßen durch die ebenso grüne wie ver­reg­nete Eifel kur­ven. Die bei­den wol­len nach Cochem an der Mosel, etwa fünf­zig Kilo­me­ter fluss­ab­wärts von mei­nem heu­ti­gen Etap­pen­ziel. „Die­ses Plat­ten, wo du hin musst“, fragt Ruud nach etwa einer Vier­tel­stunde, „wo genau liegt das denn?“

Eine ehr­li­che Ant­wort würde lau­ten: Genau weiß ich das nicht. Doch ich plap­pere ein­fach drauf los: „Das ist gleich bei Traben-Trarbach um die Ecke“ – weil ich das bei mei­nem flüch­ti­gen Kar­ten­blick so erkannt haben will. Ruud wech­selt einige Sätze mit sei­ner Frau in Hol­län­disch, dann dreht sich Rita zu mir um: „Weißt du was? Wir fah­ren dich bis nach Traben-Trarbach.“ Ich bin ver­blüfft: „Aber das ist doch ein Rie­sen­um­weg für euch!“ Um genau zu sein etwa acht­zig Kilo­me­ter, wie ich spä­ter fest­stel­len werde. „Das ist kein Pro­blem“, winkt Ruud ab. „Wir müs­sen nicht vor heute Abend in Cochem sein. Und bei dem Wet­ter könn­ten wir ohne­hin nichts unternehmen.“

Eine Stunde spä­ter bringt Ruud den Klein­bus im Zen­trum von Traben-Trarbach zum Ste­hen. Es hat inzwi­schen auf­ge­hört zu reg­nen; hin­ter den Wol­ken spitzt sogar ab und zu die Sonne her­vor. „Und du bist sicher, dass du von hier nach Plat­ten lau­fen kannst?“, fragt Rita besorgt. Einen kur­zen Moment über­lege ich, die Karte her­vor­zu­kra­men – doch dann schiebe ich die­sen Gedan­ken bei­seite: „Ja, das ist kein Pro­blem. Ganz lie­ben Dank für eure Hilfe.“

Ich winke den bei­den zum Abschied und stapfe los. An einer Bus­hal­te­stelle ent­de­cke ich einen Umge­bungs­plan und steuere dar­auf zu – nur zur Sicher­heit, mur­mele ich leise. Doch schon im nächs­ten Moment ist es vor­bei mit der Ruhe. Statt­des­sen schleu­dere ich dem Plan mit hoch­ro­tem Kopf eine Schimpf­ti­rade ent­ge­gen, deren Wort­laut ich an die­ser Stelle nicht wie­der­ho­len will. Denn: Plat­ten ist tat­säch­lich einen Fuß­marsch von Traben-Trarbach ent­fernt – aller­dings nur, wenn man unter Fuß­marsch auch eine vier­stün­dige Wan­de­rung versteht.

Warum nur habe ich im Klein­bus nicht auf die Karte geschaut?, flu­che ich immer noch in einer Laut­stärke, dass sich ein Spa­zier­gän­ger mit Hund erstaunt zu mir umdreht. Weil ich mir sicher war? Mit­nich­ten! Viel­mehr wollte ich mir wohl keine Blöße geben, meine Unwis­sen­heit kaschie­ren und den erfah­re­nen Tram­per mimen. Seit län­ge­rer Zeit muss ich wie­der ein­mal an Schwe­rin, Katha­rina und ihre Tugend­karte den­ken: Wäre auch hier etwas mehr Inte­gri­tät ange­bracht gewesen?

Drei Stun­den und drei Fah­rer spä­ter errei­che ich schließ­lich mein heu­ti­ges Etap­pen­ziel. Meine Schuhe sind immer noch feucht und meine Laune immer noch ver­reg­net, sodass ich mich nach dem gemein­sa­men Abend­es­sen mit mei­nem Couchsurfing-Gastgeber früh ins Bett ver­ab­schiede. Dort gehe ich die­sen Anhal­ter­tag noch ein­mal in Gedan­ken durch und komme zu dem Schluss: Womög­lich wäre heute etwas mehr Inte­gri­tät wirk­lich hilf­reich gewe­sen, aber min­des­tens ebenso drin­gend hätte ich etwas nut­zen sol­len, das ich auch ohne Karte stets dabei habe —  näm­lich mei­nen Kopf.

Bis­her im Adventskalender:

Dez 9, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    5 Kommentare

Türchen 9 — Verlagssuche 2.0

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Verlagssuche 2.0.


vertragsschuss

Besie­gelt: Rowohlt ver­legt mei­nen Reisebericht.

Im Jahr 2012 sind laut boersenblatt.net hier­zu­lande rund 91.100 Bücher auf den Markt gekom­men. Also knapp 250 Neu­hei­ten pro Tag oder 10 pro Stunde. Noch ein­mal: ZEHN neue Bücher in jeder Tages– und Nacht­stunde des Jah­res. Alleine ein Ver­lag wie Rowohlt — in puncto Umsatz Num­mer 21 unter den rund 3.000 Ver­la­gen in Deutsch­land — bringt laut Han­dels­blatt an jedem ein­zel­nen Arbeits­tag 2,5 neue Bücher heraus.

Dies vor­aus­ge­schickt, will ich nun erzäh­len, warum es an einem son­ni­gen Juni­tag des Jah­res 2013 nicht nur 1,5 Rowohlt-Neuheiten waren, die das Neon­licht der Buch­lä­den erblick­ten — son­dern auch ein Werk namens „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Die­ses Buch — das behaupte ich nach wie vor — wäre genauso erschie­nen, wenn es den Rowohlt-Verlag nicht gäbe — und auch sonst kein Ver­lag Inter­esse an mei­ner Spei­se­rei­se­er­zäh­lung gehabt hätte.

    Auf­ruf im Netz 

Was ich sagen will: Ich hätte die­ses Buch zusam­men­ge­stöp­selt, sogar wenn sich ledig­lich meine Mut­ter erbarmt hätte es zu lesen. Weil ich es schrei­ben wollte. Unbe­dingt. Was frei­lich nicht heißt, dass ich das Werk unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit hal­ten wollte — im Gegen­teil: Von Anfang an war es mein Ziel, einen Ver­lag zu fin­den, der die­ses Pro­jekt unterstützt.

Also ver­öf­fent­lichte ich kurz vor Rei­se­be­ginn fol­gen­den Auf­ruf auf mei­ner Web­seite:

liebeverlageneu

Die Reak­tion? Erst mal — nichts.

Ich war bereits rund zwei Monate unter­wegs, schrieb flei­ßig auf mei­ner Web­seite, twit­terte, face­bookte und ver­öf­fent­li­che Rei­se­ko­lum­nen in zwei Zei­tun­gen, da flat­terte plötz­lich eine Mail in mein Post­fach — inklu­sive zweier fol­gen­schwe­rer Sätze:

„Lie­ber Herr Stäbler, ich finde Ihre Reise und natür­lich vor allem die Idee dahin­ter sehr char­mant und kann mir tat­säch­lich vor­stel­len, dass dar­aus ein Buch wer­den könnte. Wollen wir uns ein­mal, ganz unver­bind­lich, dar­über unterhalten?“

Und ob ich wollte!, denn unter­zeich­net war das Schrei­ben von einer Lek­to­rin der Rowohlt-Verlags, sei­nes Zei­chens einer der grö­ße­ren und einer der renom­mier­tes­ten Ver­lage in Deutsch­land. Also kramte ich mein freund­lichs­ten E-Mail-Deutsch her­vor und ant­wor­tete, dass ich mir eine sol­che Zusam­men­ar­beit gut vor­stel­len könne. Ich klickte auf das Senden-Knöpfchen und war­tete. Und war­tete. Und war­tete. Inzwi­schen war ich von mei­ner Reise zurück­ge­kehrt, wie­der in Mün­chen, schrieb eine zweite Mail gen Rowohlt und war­tete. Und wartete.

    You’ve Got Mail

Nach eini­gen Wochen hatte ich die Rowohlt’sche Mail fast schon ver­ges­sen und die ers­ten zwei Kapi­tel mei­nes Buches geschrie­ben. Mit ihnen als Schreib­probe — eine sol­che wird in der Regel erwar­tet — wollte ich bei Ver­la­gen vor­stel­lig wer­den. Nur bei welchen?

Just als ich an einem Juni­mor­gen (des Jah­res 2012) den Rech­ner hoch­fuhr, um nach pas­sen­den Adres­sen zu suchen, ploppte eine Mail auf — wie­der aus Ham­burg, wie­der von Rowohlt. Sie habe mich nicht ver­ges­sen, schrieb die Lek­to­rin, sei aber etwas von der Arbeit absor­biert wor­den. Meine kuli­na­ri­sche Reise könne sie sich wei­ter sehr gut im Taschenbuch-Programm des Ver­la­ges vor­stel­len. Hier sei ihr Ange­bot; gerne könne man über das Kon­zept noch ein­mal sprechen.

Statt wie geplant auf Ver­lags­su­che zu gehen, sagte ich nach einer Darüber-schlaf-Nacht zu, unter­schrieb kurz dar­auf einen Ver­trag, und ziem­lich genau ein Jahr spä­ter stand „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ in den Buch­re­ga­len — ver­legt von Rowohlt.

 

P.S. Weil ich’s grad in der Sta­tis­tik ent­deckt habe: Im Schnitt kos­tete eine Print-Neuerscheinung im ver­gan­ge­nen Jahr 25,63 Euro. Inso­fern sind die 8,99 Euro für „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ ein ech­tes Schnäpp­chen — und ein per­fek­tes Weihnachtsgeschenk…

 

Bis­her im Adventskalender:

Dez 6, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    6 Kommentare

Türchen 6 — Reisen in Bildern (1)

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Reisen in Bildern.


Da ihr vom Stie­fel­aus­räu­men wahr­schein­lich eh zu erschöpft zum Lesen seid, gibt’s am heu­ti­gen Niko­laus­tag leichte Kost. Und zwar Fotos. 29 an der Zahl. Eines von (fast) jedem Ort, den ich auf mei­ner kuli­na­ri­schen Reise besucht habe (zur Route). Weit­ge­hend kom­men­tar­los — ein paar Ein­drü­cke von on the road.

 

Nürnberg - In der Schäufelewärtschaft

Nürn­berg — In der Schäufelewärtschaft.

2

Bam­berg — Das Rat­haus im Fluss.

3

Schmölln — Am Mutzbratenstand.

4

Zit­tau — Im Wirts­haus Zum Alten Sack.

5

Gör­litz — Denk­wür­dige Gedenktafel.

6

Ber­lin — Erschre­cken­des im U-Bahnhof.

7

Tel­tow — Zu Besuch beim Rübchenkönig.

8

Im Spree­wald — Auf der Gurke Spuren.

9

Mag­de­burg — Gentlemen-Treff im Bahnhof.

10

Pritz­walk — Mer­chan­dise und Hoch­pro­zen­ti­ges beim Knieperfuchs.

11

Schwe­rin — Ein Alleskönner?

12

Stral­sund — Schwere Herausforderung.

13

Lübeck — Das welt­größte Mar­zi­pan­schwein (links).

14

Kiel — Anhal­ter tiefergelegt.

15

Flens­burg — Fuck the Rechtschreibung!

16

Ham­burg — Vor der Eppen­dor­fer Grillstation.

17

Bre­men — Tie­ri­sches Quartett.

18

Emden — Ein eige­nes Museum für Otto. FÜR OTTO!

19

Osna­brück — Ein Brun­nen. Hin­ter­gründe unklar.

20

Bochum — Nächt­li­cher Pro­test­zug. Hin­ter­gründe unklar.

21

Aachen — Zum Mitnehmen.

22

Plat­ten — Royal Family à la Pfalz.

23

Saar­brü­cken — Nett.

24

Frank­furt — Jedem Men­schen sein Denkmal.

25

Bad Dürk­heim — Das welt­größte Fass.

26

Stutt­gart — Wenn Ihr mal vor die­sem Gefährt steht –> Essen!

27

Tübin­gen — Schwä­bisch in der Dose.

28

All­gäu — Hach!

29

Mün­chen — Home sweet home!

Dez 5, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    3 Kommentare

Türchen 5 — Zahllose Zahlenspiele

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — etwa, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Zahllose Zahlenspiele.

wortwolke

Von Gör­litz bis Abend: So sieht die Wör­ter­wolke zu mei­nem Buch aus.

Die gute Nach­richt vor­weg: In mei­nem Buch „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ steckt prak­tisch kein Bull­s­hit. Oder exakt for­mu­liert: Der Text „zeigt nur geringe Hin­weise auf ‚Bullshit‘-Deutsch“, wie es das Bla­Bla­Me­ter for­mu­liert — eine Web­seite, die laut Eigen­aus­sage ent­larvt, „wie viel heiße Luft sich in Texte ein­ge­schli­chen hat“. Dem­zu­folge brin­gen es Vor­wort sowie die ers­ten drei Kapi­tel mei­nes Buches auf einen Bullshit-Index von 0,1. (Bei Kapi­tel 2 über den Mutz­bra­ten­kö­nig  sind es 0,12 — aber das schiebe ich jetzt ein­fach mal auf die sta­tis­ti­sche Unschärfe).

Nur zum Ver­gleich: Die Prä­am­bel des schwarz-roten Koali­ti­ons­ver­trags erreicht einen Bullshit-Index von 0,42, was das Bla­Bla­Me­ter zu fol­gen­der Mah­nung ermun­tert: „Ihr Text riecht schon deut­lich nach hei­ßer Luft — Sie wol­len hier wohl offen­sicht­lich etwas ver­kau­fen oder jeman­den tief beein­dru­cken. Für wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten wäre dies aber noch ein akzep­ta­bler Wert (leider).“

    Sat­ter Stundenlohn

Damit zurück zu mei­nem Buch, das summa sum­ma­rum 458.871 Zei­chen inklu­sive Leer­zei­chen umfasst. Nur mal ange­nom­men, ich würde pro Sekunde auf drei Anschläge kom­men, dann hätte alleine das Tip­pen des Manu­skripts 42,5 Stun­den in Anspruch genom­men. Oder anders­rum gesagt: Lässt man ein­mal das Den­ken weg, schreibt sich so ein Buch in weni­ger als zwei Tagen, was mein Hono­rar in einem ande­ren Licht erschei­nen lässt — doch mehr zum schnö­den Mam­mon hin­ter einem spä­te­ren Türchen.

Hier soll es ja um die 67.815 Wör­ter (nur Text — ohne Inhalts­ver­zeich­nis etc.) gehen, die ich für „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ mehr oder weni­ger sinn­voll anein­an­der­ge­reiht habe. Dazu ein paar Zahlen:

  • Am häu­figs­ten fin­det sich das Wort „und“ in mei­nem Text — näm­lich genau 2156 Mal. Auf den wei­te­ren Plät­zen: die (1650), der (1492), in (1160) und das (884).
  • Zwi­schen diese Spit­zen­rei­ter schiebt sich ein Wort, das mich wie einen ego­ma­nen Selbst­dar­stel­ler daste­hen lässt: Unglaub­li­che 1602 Mal taucht in mei­nem Buch das „ich“ auf.
  • Der The­ma­tik geschul­det lie­gen bei den Nomen Essen (92), Gericht (76) Stadt (73) und Reise (70) vorne.
  • Sorry, liebe Vege­ta­rier, in „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ regiert das Fleisch — mit 68 Erwäh­nun­gen. Dazu kom­men noch ein­mal 106 Wör­ter, die Fleisch beinhal­ten — von ein­ge­fleischt (2) über fleisch­far­ben (1) bis zur Rind­fleisch­brühe (1). Dem­ge­gen­über tau­chen nur  2 Vege­ta­rier, 1 Vega­ner und 1 Vege­ta­rier­stamm­tisch auf sowie 3 Mal das Wort vegetarische/r.
  • Ins­ge­samt habe ich im Buch 12.094 ver­schie­dene Wör­ter ver­wen­det, immer­hin 7450 davon nur ein ein­zi­ges Mal — von Aalk­ruut bis Zylinder.
  • Beim Glück­rad hätte in „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ das ERNSTL abge­räumt — fast, denn das L schwä­chelt und liegt mit 12.843 Anschlä­gen hin­ter H (18.134), D (14.915) und C (13.226). Abge­se­hen davon füh­ren bei den Kon­so­nan­ten N (34.785), R (25.510), T (21.525) und S (21.164), bei den Voka­len E (57.911) vor I (28.789). Unter der magi­schen Zahl von 1.000 Anschlä­gen blie­ben in mei­nem Manu­skript nur Ö (934), ß (901), J (458), Y (246), X (105) und das Schluss­licht Q (37).
  • Und zuletzt noch Fol­gen­des: In mei­nem Buch gibt es fast so viele Kom­mas (3.933) wie Punkte (4.056), mehr als dop­pelt so viele ? (271) wie ! (116) — was das wohl über den Text sagt? –, mehr 0er (533) als 1er (238) und 2er (208) zusam­men und glück­li­cher­weise genauso viele ( wie ) — näm­lich 51.
Dez 4, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    4 Kommentare

Türchen 4 — So albern wie Vergleiche

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: So albern wie Vergleiche.


sprotte

Patrik Stäbler fin­det sinn­arme Ver­glei­che zum Anbei­ßen wie Kie­ler Sprotten.

Gibt es etwas, das Ihnen an den Tex­ten von Patrik Stäbler so unan­ge­nehm auf­stößt wie Wer­be­pau­sen an der span­nends­ten Stelle im Film? Die häu­figste Ant­wort auf diese Frage kenne ich auch ohne Zuhil­fe­nahme von Markt­for­schern. Es sind die andau­ern­den Ver­glei­che, die sich durch mein Schrei­ben zie­hen wie Dumm­hei­ten durch das zweite Leben des Boris Becker. Und ich geb’s ja zu: Bis­wei­len neige ich bei die­sem Stil­mit­tel zur maß­lo­sen Über­trei­bung — so wie die Bild-Zeitung in ihren Überschriften.

Gleich­wohl habe ich natür­lich auch mei­nem Buch „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ eine Reihe von Ver­glei­chen unter­ge­ju­belt wie Capri-Sonne den arg­lo­sen Kin­dern ihre frucht­ar­men Zucker­beu­tel. Hier meine Favoriten:

  • Wann ich mich ins Essen ver­liebt habe? Und warum? Auf bei­des kann ich keine erschöp­fende Ant­wort geben. Und doch lässt unsere Bezie­hung auch nach all den Jah­ren Romeo und Julia so aus­se­hen wie einen lieb­lo­sen Urlaubs­flirt. (aus: Vorwort)
  • Nun har­mo­nie­ren Hack­fleisch und Zwie­beln mei­nen Geschmacks­ner­ven zufolge ohne­hin so gut wie Bud Spen­cer und Terence Hill. (aus: „Im Reich des Mutzbratenkönigs“)
  • Ich warte gerade an der Kasse im Super­markt, als eine Gruppe Jugend­li­cher den Laden betritt: alle­samt schwer mit Glit­zer­schmuck behan­gen und braun­ge­brannt wie die Hähn­chen im Gril­lim­biss. (aus: „Schlem­men, bis die Schwarte kracht“)
  • Wenn Butt­jes Old Com­mer­cial Room so etwas wie die Heidi Klum unter Ham­burgs Gast­stät­ten ist, dann ist der Aal­spei­cher Heidi Kabel. (aus: „Butt­jes sagen­haf­ter Seemannsschmaus“)
  • Beson­ders erschre­ckend ist die Zahl jener pan­zer­gro­ßen Gelän­de­li­mou­si­nen, mit denen man wahr­schein­lich den Hima­laja über­que­ren könnte, die aber für jede deut­sche Park­lü­cke zu breit sind. Am Steuer die­ser bour­geoi­sen Mons­ter­trucks sit­zen fast aus­schließ­lich Damen, deren Son­nen­bril­len vom Haar­an­satz bis zur Unter­lippe rei­chen – und die einen ver­zwei­fel­ten Tram­per am Stra­ßen­rand so geflis­sent­lich igno­rie­ren wie die Umwelt­bi­lanz ihrer rol­len­den Klein­flug­zeuge (aus: „Butt­jes sagen­haf­ter Seemannsschmaus“)
  • Den Auf­takt macht eine als Mann ver­klei­dete Kaba­ret­tis­tin, die sich als Mode­ra­tor des Abends ent­puppt. Ihre Späß­chen sind unge­fähr so mit­rei­ßend wie der Wel­len­gang im Kin­der­plansch­be­cken – und doch werde ich mich als­bald danach zurück­seh­nen. (aus: „Über sie­ben Kräu­ter musst du geh’n“)

Zugleich gestehe ich unum­wun­den, dass ich mir den einen oder ande­ren Ver­gleich durch­aus hätte spa­ren kön­nen. Oder eher: spa­ren sol­len. Denn diese kom­men unge­fähr so plump daher wie Flirt­ver­su­che nach dem vier­ten Bier — und sind oben­drein so humo­rig wie Mario Barth. Auch hier seien zwei Bei­spiele erwähnt:

  • Die Ket­wurst ist mir bis zu die­sem Moment so unbe­kannt ist wie dem gemei­nen Inder ein Rinds­gu­lasch. (aus: „Die Qual mit dem Wal“)
  • Doch aus­ge­rech­net hier in Tübin­gen scheint eine Schwarz­wäl­der Kirsch­torte schwe­rer auf­zu­trei­ben zu sein als Weiß­würste im Kongo. (aus: „Im Ländle der Legenden“)

 P.S. Wer jetzt immer noch nach Ver­glei­chen lechzt wie mein Magen nach Scho­ko­rie­geln, dem sei die­ses Lied der Rap-Gruppe Blu­men­topf ans Herz gelegt.

Dez 3, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    2 Kommentare

Türchen 3 — Cover mit falschem Covergirl

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, schnüre ich einen Advents­ka­len­der: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zum Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: ein Cover mit fal­schem Covergirl


Zunächst ein­mal muss ich zwei Dinge klar­stel­len. Ers­tens: Das Foto auf dem Cover von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ stammt von mei­ner Frau. Und zwei­tens: Meine Frau heißt nicht Roland Rasemann.

Warum aber steht die­ser Name dann im Ein­band des Buches?, wer­den auf­merk­same Leser fra­gen. Die Ant­wort wür­den Unter­neh­mens­be­ra­ter wohl als „Inter­fe­renz in der Kom­mu­ni­ka­tion“ bezeich­nen. Oder ehr­lich for­mu­liert: Es war ein dum­mer Fehler. Denn weil mein Por­trät­foto auf der Rowohlt-Webseite von Roland Rase­mann stammt, nahm der Ver­lag an, auch das Foto auf dem Cover müsse vom sel­bi­gen Foto­gra­fen sein. Ein Irr­glaube, den lei­der auch mein Ver­merk in den Druck­fah­nen nicht berich­ti­gen konnte — offen­bar wurde aus­ge­rech­net diese Kor­rek­tur irgend­wie übersehen.

Doch sei’s drum: Meine Frau ist den­noch wei­ter­hin meine Frau — und eigent­lich wollte ich euch an die­ser Stelle ja nicht auf wei­tere Feh­ler hin­wei­sen (wie hin­ter Tür­chen Num­mer zwei), son­dern erklä­ren, wie es zu dem Cover gekom­men ist.

Am Anfang stand dabei die Bitte der zustän­di­gen Rowohlt–Lek­to­rin, ihr einige Fotos von mir beim Tram­pen zu schi­cken — übri­gens Monate bevor ich mein Manu­skript abge­ge­ben hatte, denn Cover und Titel müs­sen bereits zu einem sehr frü­hen Zeit­punkt fest­ste­hen. Aus den Bil­dern bas­tel­ten Gra­fi­ker die fol­gen­den bei­den Vor­schläge, die im August 2012 in mein Post­fach flatterten:

Vorschlag (1)

Vor­schlag (1)

Vorschlag (2)
Vor­schlag (2)

Um ehr­lich zu sein: Mir gefie­len beide Vari­an­ten sehr gut, die zweite jedoch etwas bes­ser. Inzwi­schen würde ich wohl eher zum roten Cover ten­die­ren — auch wegen der Rück­mel­dun­gen, die ich von vie­len Leute bekom­men habe. Damals jedoch schrieb ich der Lek­to­rin, dass mir eine Kom­bi­na­tion bei­der Vor­schläge am liebs­ten wäre: zum einen der Straße-Feld-Himmel-Hintergrund der ers­ten Vari­ante, zum ande­rem ein Foto, das mich näher zeigt (so wie bei Vor­schlag 2).

Danach folg­ten noch eini­gen Detail­kor­rek­tu­ren, ehe im Okto­ber 2012 das finale Cover stand:

Cover_Speisende

So sieht’s aus, das Cover von „Spei­sende soll man nicht aufhalten“.

Übri­gens, weil ich das immer wie­der gefragt werde: Die Rucksack-Breze stammt natür­lich nicht aus der Bäcke­rei, son­dern aus dem Photoshop-Baukasten. Ich fand das anfangs mehr lus­tig denn stö­rend; heute hin­ge­gen würde ich wohl eher dar­auf verzichten.

P.S. Bei Lovely­books könnt Ihr nach­le­sen, wel­ches Feed­back ich von Lesern auf das Cover bekom­men habe.

Dez 2, 2013 - Buch, Weihnachtsaktion    5 Kommentare

Türchen 2 — Obama oder Osama?

Ihr braucht noch ein Weih­nachts­ge­schenk für einen Essens­lieb­ha­ber, Hobby-Koch oder Rei­se­en­thu­si­as­ten? Bis Hei­lig Abend ver­schi­cke ich signierte Exem­plare von „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — und das ver­sand­kos­ten­frei (mehr dazu hier). Um diese Weih­nachts­ak­tion zu bewer­ben, habe ich einen Advents­ka­len­der geschnürt: Von Mon­tag bis Frei­tag gibt es täg­lich eine Anek­dote rund um mein Buch — bei­spiels­weise, wie es zu dem Titel kam, wie viele Exem­plare ich bereits ver­kauft und wel­che Unsum­men ich damit ver­dient habe. Heute: Obama oder Osama?

Pfälzer Gastfreundschaft: Luzia Bölinger und Alfons Kuhnen servieren Original Plattener Teufelsbraten.

Pfäl­zer Gast­freund­schaft: Luzia Böl­in­ger und Alfons Kuh­nen ser­vie­ren Ori­gi­nal Plat­te­ner Teufelsbraten.

Wenn Zei­tungs­jour­na­lis­ten in trau­ter Runde bei­sam­men­sit­zen, bringt spä­tes­tens Bier Num­mer drei das Thema Namens­dre­her auf den Tisch. Da geht es um Arti­kel, in denen der US-Präsident Barack Osama heißt, oder Kom­men­tare, die über Kanz­le­rin Andreas Mer­kel her­zie­hen — in harm­lo­sen Fäl­len. Noch ein Stück­chen, nun ja, unge­schick­ter, ist jene Epi­sode, die sie bei mei­ner Ex-Zeitung stets her­vor­kra­men. Da wollte einem Redak­teur par­tout der Name einer US-Sängerin nicht ein­fal­len, wes­halb er spa­ßes­hal­ber in die Bild­un­ter­schrift tippte: „Wie heißt noch mal die blöde Schlampe?“ — und den rest­li­chen Tag offen­bar Wich­ti­ge­res zu tun hatte, als die­sen Text, wie ursprüng­lich ange­dacht, noch ein­mal zu überarbeiten.

Kurzum: Als Jour­na­list weiß man um die Bedeu­tung von Namen und ihrer kor­rek­ten Schreib­weise. Obama ist nicht Osama, Neu­ner nicht Neuer und Mari­lyn Mon­roe nicht Mari­lyn Man­son. Aus die­sem Grund habe ich alle Namen in mei­nem Buch dop­pelt und drei­fach geprüft. Da stimmt alles!, war ich sicher — und hätte dar­auf mei­nen kom­plet­ten Scho­ko­la­den­vor­rat ver­wet­tet. Zum Glück hab ich’s nicht.

    Aus ‚o‘ wird ‚u‘

Denn irgend­wann kam der Tag, an dem die druck­fri­schen ers­ten Exem­plare zu mir nach Hause flat­ter­ten. Prompt schickte ich eine E-Mail an alle Wirte, Couch­sur­fer, Auto­fah­rer und sons­tige Per­so­nen, die mich auf mei­ner Reise unter­stützt haben. Dar­un­ter auch Alfons Koh­nen, Orts­bür­ger­meis­ter der pfäl­zi­schen Gemeinde Plat­ten und einer der hilf­reichs­ten Men­schen, die ich unter­wegs tref­fen durfte (mehr über ihn und den Plat­te­ner Teu­fels­bra­ten steht hier).

Komisch nur, dass ich von jenem Herrn Koh­nen nur eine Tele­fon­num­mer, aber keine E-Mail-Adresse notiert hatte. Doch kein Pro­blem, dachte ich, bei einem Orts­bür­ger­meis­ter sollte sich das schnell her­aus­fin­den las­sen. Fluggs hatte ich „Alfons Koh­nen Plat­ten“ bei Google ein­ge­tippt — wor­auf die Such­ma­schine freund­lich nach­fragte: „Mein­ten Sie: Alfons Kuh­nen Platten“.

Nein, nein“, mur­melte ich gedan­ken­ver­lo­ren, „Koh­nen — mit o“ — ehe jemand in mei­nem Kopf den Licht­schal­ter anknipste. Muss ich wirk­lich beschrei­ben, wie ich mich unter lau­ter wer­den­den „Ver­dammt! Ver­dammt! Verdammt!“-Flüchen zur Web­seite der Gemeinde Plat­ten durch­klickte? Dort grüßte — natür­lich — „Ihr Orts­bür­ger­meis­ter Alfons Kuhnen“.

    Wer­bung statt Warnung

Nach­dem ich mei­nen Kopf etwa eine halbe Stunde lang gegen die Wand gehäm­mert hatte, griff ich zu einem der frisch gedruck­ten Exem­plare mei­nes Buches und schrieb in den Ein­band: „Lie­ber Herr Kuhnen — nicht Kohnen, es tut mir schreck­al­ler­herz­lichst leid, dass mein abgrund­tief­däm­li­cher Feh­ler aus­ge­rech­net Sie getrof­fen hat“ (sinn­ge­mäß, den genauen Wort­laut habe ich ver­drängt). Dann packte ich das Buch in einen Umschlag, schickte ihn nach Plat­ten, war­tete und bangte.

Schon zwei Tage spä­ter erhielt ich eine Nach­richt von Herrn Kuhnen:

Guten Tag Herr Stäbler,

heute wurde ich von Ihrem klei­nen Geschenk sehr posi­tiv über­rascht. Vie­len Dank für das über­las­sene Buch­ex­em­plar, dem ich mich auf mei­ner nächs­ten Reise – dann lese ich in der Regel – gerne wid­men werde. Den klei­nen Faux­pas mit dem Buch­staben­dre­her kann ich gut verkraften.

Doch damit nicht genug: Noch am glei­chen Tag schrieb Herr Kuh­nen bei Facebook:

kuhnen

Ob Barack auch so locker geblie­ben wäre, wenn ich aus ihm einen Osama gemacht hätte? Ich bezweifle es.

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